Supermarktkette wirbt nicht mehr bei Fox

5. Oktober 2009, 21:19
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Britische "Waitrose" reagiert auf Rassismus-Vorwürfe des Moderators Glenn Beck gegen den Präsidenten: "Inhalt soll zu unseren Werten passen"

Wegen verbaler Angriffe eines TV-Moderators von FoxNews auf US-Präsident Barack Obama hat die britische Supermarktkette Waitrose ihre Werbung bei dem US-Sender zurückgezogen. "Wir nehmen die Platzierung unserer Werbung sehr ernst und achten darauf, dass der Inhalt der Sendungen zu unseren Werten passt", zitierte die Tageszeitung "Guardian" am Montag einen Unternehmenssprecher. Waitrose, Slogan "qualitiy food, honestly priced", gilt als Supermarkt-Kette gehobener Klasse. Der US-Sender wird auch in Großbritannien ausgestrahlt.

Der einflussreiche konservative TV-Moderator Glenn Beck von FoxNews hatte Obama im Juli im Fernsehen als "Rassisten" mit "tief sitzendem Hass gegen Weiße und die weiße Kultur" bezeichnet. Der Verbalangriff erfolgte, nachdem der US-Präsident einen weißen Polizisten wegen der Festnahme eines schwarzen Professors der Harvard-Eliteuniversität in Cambridge, Massachusetts, kritisiert und sein Verhalten als "dumm" bezeichnet hatte. In den USA wurde daraufhin eine Kampagne gestartet, die Unternehmen überreden soll, ihre Werbung aus der Sendung von Beck zurückzuziehen. Unter den dutzend Firmen, die sich um ihren Ruf fürchteten und ihre Aufträge cancelten, befinden sich Wal-Mart, Best Buy and Travelocity.

Rechtsextreme Aussagen

Angaben über die Anzahl der Beschwerden könnten keine gegeben werden, teilte ein Mitarbeiter gegenüber "Guardian" mit. Ein Kunde habe per Mail seinem Ärger Luft gemacht darüber, dass Waitrose bei FoxNews Werbung schaltet und er dadurch über seinen Kopf hinweg mit "derartigen rechtsextremen Aussagen" in Verbindung gebracht werde. Waitrose habe sich vergangene Woche dafür entschuldigt.

Obama befindet sich laut "Guardian" allmählich auf Kriegsfuß mit dem kritikfreudigen Beck. Nachdem auf dem Sender vehement gegen Obamas Gesundheitsreform getrommelt geworden war, protestierte der Präsident vor zwei Wochen auf seine Weise: Er gewährte einer Handvoll Fernsehsendern Interviews. Ausnahme: FoxNews. (red/APA)

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    Glenn Beck von FoxNews.

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