Irland nach Votum: Jubel im Ja-Lager, Gegner enttäuscht

04. Oktober 2009 18:48

Beteiligung höher als beim ersten Referendum 2008

Überraschend deutlich haben die Stimmbürger der Republik Irland beim zweiten Versuch den EU-Reformvertrag von Lissabon ratifiziert. Das am Samstagabend veröffentlichte Endergebnis der Volksabstimmung vom Freitag beseitigte alle Zweifel: 67,1 Prozent haben demnach zugestimmt. Die Stimmbeteiligung legte, verglichen mit dem ersten Referendum im Juni letzten Jahres, wider Erwarten um knapp fünf Punkte auf 58 Prozent zu.

Die Befürworter hatten im Zeitraum von lediglich 15 Monaten über zwanzig Prozentpunkte dazugewonnen - ein bemerkenswerter Sinneswandel. Nur zwei der 43 Wahlkreise votierten noch knapp mit Nein. Bei der ersten Abstimmung waren es 33 Wahlkreise.

Der unpopuläre, angeschlagene Premier Brian Cowen wartete das Endergebnis nicht einmal ab. Er stellte sich erleichtert auf die Stufen des Regierungsgebäudes und nannte das Resultat "die endgültige Aussage Irlands über seinen Platz in Europa" . Pat Cox, der frühere Präsident des EU-Parlamentes, der eine führende Rolle in der Kampagne für die Ratifikation gespielt hatte, sprach von einer "reifen Entscheidung" , weil sich die Wähler geweigert hätten, das Referendum in einen Protest gegen die Regierung zu verwandeln.

Die geschlagenen Gruppen der Vertragsgegner kapitulierten bald nach der Öffnung der Wahlurnen am Samstagmorgen. Sie beklagten sich allerdings, die irische Bevölkerung sei mit düsteren Drohungen über die wirtschaftlichen Konsequenzen einer zweiten Ablehnung eingeschüchtert worden.

"Haben einen Fehler gemacht"

Der Geschäftsmann Declan Ganley bemerkte: "Ich glaube, wie haben einen Fehler gemacht." Der Sprecher der rechts-katholischen Gruppierung Cóir, Richard Green, sagte: "Wir sind enttäuscht, dass Volkes Stimme beim ersten Mal nicht erhört wurde."

Die irische Regierung indessen darf nach dieser Berichtigung der letztjährigen Entscheidung nicht einmal Atem schöpfen: Die bedrohliche Lage des Staatshaushalts verlangt drakonische Sparmaßnahmen, die in den nächsten Tagen mit den grünen Koalitionspartnern ausgehandelt werden müssen, während der Gewerkschaftsbund mit Streiks droht. (Martin Alioth aus Dublin/DER STANDARD, Printausgabe, 5.10.2009)

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14 Postings
F S 3
05.10.2009 19:05
Ein Ausblick auf's kommende Bananistan. Nicht umsonst ist die Banane GELB und hat die Vorzeigesorte "Chiqita" ein BLAUES Pickerl…

…Immer mehr Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Referendums treten zutage:

1) Die Wahlurnen wurden NICHT v.d.Polizei um 7:00 des Wahltages an die Aufstellungsorte ausgeliefert, wie es das irische Wahlgesetz vorschreibt. Gilt für ALLE Befragungen u.Wahlen…

2) Sie wurden a.d.PRIVATADRESSEN d.jeweiligen Wahlleiter mit PRIVATEN BOTENDIENSTEN 48 h vor der Wahl verschickt. Das war illegitm. Einige beschwerten sich darüber,was mit dem "geringen Wert" d.Kästen wegargumentiert wurde. Sie könnten (wie in Georgien) bereits mit JA-Stimmen gefüllt worden sein…

3) Abtransport u.Aufbewahrung d.Urnen war äußerst fragwürdig…
http://www.thepropertypin.com/viewtopic... 4&p=307309

Der PR-Zug rollt:
http://derstandard.at/?url=/pli... 5/14304114

Der Wählerwille
 
07.10.2009 12:09
beide abstimmungen liefen genau gleich ab.

so viel zu ihrer verschwörung.

gehen sie in sich.

Weh Ess Deh
06.10.2009 18:32
Gab es die Verschickung der Urnen mit Botendienst auch bei der letzten Volksabstimmung?Gab es das Verschicken an die Wahlleiter auch bei der letzten Volksabstimmung? Glauben Sie allen Ernstes, dass die Wahlbeobachter nicht gemerkt hätten...

...dass da schon gefüllte Wahlurnen vom Wahlleiter angeliefert wurden? Nicht EINER?
Wieviele Wahlleiter und sonstige Personen müssten involviert gewesen sein? Keiner, dem diese Vorgehensweise "vorgeschlagen" wurde die Stimmen zu fälschen, war (insgeheim?) NEIN-Befürworter, und hätte das an die Öffentlichkeit getragen? Kein einziger?
Wissen Sie, wieviele Stimmen hätten gefälscht werden müssen, um auch nur auf ein 50-50 zu kommen? Mit dem Radierer, wie behauptet wird?
280.000.
Wie lange dauert es, 280.000 NEIN auszuradieren und durch JA zu ersetzen?
Warum 67% rausholen wollen? Mit jeder gefälschten Stimme stiege die Entdeckungsgefahr. 51% reichten vollig aus.
Mit jeder schon vollständig(!)mit JA gefüllten Box stiege sie ebenfalls.

Ggg14
06.10.2009 20:39

Vergessen Sies. Gegen Paranoia kommt man mit Argumenten nicht an. Lässt jedenfalls tief blicken, dass nun Wahlbetrug unterstellt wird.
Das sind die wahren Demokraten.

Walter Bimini
05.10.2009 08:22
wie enttäuscht werden sie erst sein, wenn der wirtschaftliche zusammenbruch kommt.

Mostbluzer
05.10.2009 08:41
wie enttäuscht werden sie sein,

wenn jetzt die harten eu bedingungen gestellt werden, dafür, dass die eu irland vorm staatsbankrott rettet.
keine dankbarkeit, sicher nicht. iwf ähnliche "reformen" werden kommen.

zur wahl: nicht 2/3 der iren sind für die eu-verträge von lissabon, sondern 67% von 58% des volkes. bevor hier ein falscher eindruck entsteht. aber gewonnen ist gewonnen, so ist es halt mal.

Walter Bimini
05.10.2009 21:05
Sie haben das mißverstanden -

alle eu-staaten stehen vorm staatsbankrott.

irland ist nur etwas voraus.

die eu kann niemanden retten - mit hilfe der eu wurden jahrelang nur falsche investitionen getätigt: in wertlose papierln, uneinbringliche kredite und sonst wurde auch das geld nur hinausgepulvert.

jetzt ist das geld weg - schmeißt man geld in das system (das geht nur durch gelddrucken) gibts hyperinflation für tägliche gebrauchsgüter, versucht man das wieder abzubremsen, indem man wieder geld aus dem system herausnimmt, gibts firmensterben und arbeitslosigkeit.

will man die leeren staatskassen auffüllen, muß man sparen - mit demselben effekt der arbeitslosigkeit.

ein unentwirrbares dilemma.

Der Wählerwille
 
07.10.2009 12:10
das weltfinanzsystem ist jetzt auch schon eine erfindung der EU?

himmel seits ihr krank ....

skip it
06.10.2009 10:47
vorsicht! mit den erwaehnten "papierln"...

...hat "die eu" ueberhaupt nichts zu tun.

im gegenteil: die divesen finmins verteidigen ihre pfruenden mit zaehnen, krallen und klauen gegen jedweden eingriff "von außen".

nur so ist es erklaerlich, dass schroeder ausgerechnet die banken dazu einlu, das fuer dt. neue "heuschrecken"-gesetz zu formulieren und auch gleich die (natuerlich fuer die banken) dazu passenden augsichts und kontroll-§§ zu verfassen.

"die eu" wurde dazu net amal befragt.

gleiches geschah in abgeschwaechter form in F und in A.

und auch jetzt entzieht sich einer der hauptverursacher der krise, naemlich london, einer besseren kontrolle vor allem deshalb, weil diese killer-industrie neben der waffenproduktion schlicht der wichtigste geldbringer fuer GB ist.

Walter Bimini
06.10.2009 19:47
die kontrollen will man jetzt erst

einführen oder wiedereinführen - um den NÄCHSTEN crash zu verhindern (methode jahr3000-manager: wie man die jetzige krise löst, weiß keiner und darum beschäftigt man sich lieber mit etwas, das in ganz weiter ferne ist. beliebt ist auch, vorkehrungen zu treffen für den fall, daß die sonne zum weißen zwerg wird)

nein. die eu hat immer mehr das amerikanische wirtschaftsmodell übernommen: wirtschaften auf kredit, verlagerung zum finanzwesen, ausbildung zu wortspender-berufen, auslagerung der produktion in billigere länder - das geht natürlich hand in hand mit der wto.
aber die eu ist auch ein motor im umsetzen der wto-vorgaben.

und die osterweiterung bseitigte die hindernisse für ungehemmtes kreditvergeben im ostblock.

skip it
06.10.2009 20:23
nun, und ich bin der ansicht,...

...dass eben dies nicht "eu"-spezifisch ist, sondern in den einzelnen laendern das feld den neolibs kampflos ueberlassen wurde.

"die eu" als solche wird naemlich von finanziellen regulierungen tunlichst ferngehalten.

dass die neolibs in anlehnung an die organisierte (wirtschafts-)kriminalitaet sich die vorteile der eu wie freien waren- und geldverkehr voll zu nutzen machte, liegt in der natur ihrer sache.

und eben WEIL keine eu-weiten schutzwaelle existierten konnte sich die geschwulst ungehindert ausbreiten und auswachsen.

saemtliche einschlaegigen vorschlaege wurden im rat der finmins erbarmungslos abgeschmettert.

Walter Bimini
08.10.2009 22:14
die eu ist eben genauso konstruiert,

daß das abgeschmettert wird.

nicht zufällig.

sie funktioniert so wie sie funktionieren soll.

das einzige, was die creme de la creme nicht gewußt hat, war, daß man nicht ewig auf diese art wirtschaft betreiben kann.

das hat allerdings auch einen hintergrund:

denn geplant war offensichtlich, daß rußland als rohstoffland und china als emsiges erzeugerland für die westliche hemisphäre eingespannt werden sollten - ein besseres afrika.

das war aber insofern eine fehlspekulation, weil beide länder durch ihr kommunistisches system eine gutausgebildete bevölkerung haben, das zeigt sich besonders in china, wo sofort westliche produkte und produktionsstätten nachgebaut wurden - und beide sind zu groß, um so eibfach unterjocht zu werden.

Mali Princ
05.10.2009 18:55
Bitte Statistik lernen!

Wer sich nicht an Abstimmungen beteiligt, kann keiner der beiden (oder mehreren) Seiten zugeschlagen werden. Das können Sie auch auf jede beliebige Wahl, Volksbefragung oder sonst etwas übertragen.

nestrus
05.10.2009 16:20

Es sind 2/3 aller, die das Thema genug interessiert um ihren Arsch in das nächste Wahllokal zu bewegen.

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