Frist für AKW-Gegner endet

4. Oktober 2009, 18:31
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Stellungnahmen zu Mochovce noch bis Dienstag möglich

Am Dienstag, dem 6. Oktober, läuft die 30-Tage-Frist zur Einspruchsmöglichkeit gegen die Erweiterung des slowakischen AKWs Mochovce aus. "Die Sicherheitsmängel im Atomkraftwerk nur 160 Kilometer von Wien entfernt sind dramatisch", erklärte Umweltstadträtin Ulli Sima (SP) am Sonntag einmal mehr. Sie forderte im Finale der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) die Wiener dazu auf, noch Stellung zu nehmen. Unterschriftenlisten und Infos sind zu finden unter www.natuerlich.wien.at.

Die Einsprüche sind zwar vom Projektbetreiber, dem Slowakischen Elektrizitätswerk SE, dessen Mehrheitseigentümer der italienische Energiekonzern ENEL ist, in die Umweltverträglichkeitserklärung einzuarbeiten. Inwieweit sie wirklich Konsequenzen haben, ist aber umstritten. Mündliche Einsprüche erfolgten bereits bei einem Hearing Ende September in Wien.

1981 wurde der Bau des AKWs Mochovce mit vier Blöcken in Angriff genommen, für Block 3 und 4 reichten aber die Mittel nicht, ein Baustopp folgte. Sima ortet mehrere Sicherheitsdefizite, etwa im Falle eines Brandes oder eines Erdbebens.

Die Umweltorganisation Greenpeace kündigte an, am Montag offiziell Beschwerde im Verfahren einzulegen. Nach Durchforsten der UVP-Erklärung der Kraftwerksbetreiber blieben bei 99 Punkten noch offene Fragen oder unbefriedigende Angaben übrig, schrieb die Organisation in einer Aussendung. (spri, DER STANDARD; Printausgabe, 5.10.2009)

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    Der Ausbau des AKWs Mochovce wirft viele Fragen auf.

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