Ministerin erinnert Rail Cargo an ihren Auftrag

4. Oktober 2009, 18:07
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Letztes Wort bei Verlagerung auf Lkws nicht gesprochen

Wien - Im Verkehrsministerium löst der Plan der Rail Cargo Austria (RCA), pro Jahr bis zu 20.000 Lkw-Fahrten bei privaten Frächtern einzukaufen, statt mit der Bahn zu fahren, Irritation aus. Verkehrsministerin Doris Bures lässt sich davon jedoch nichts anmerken, sie erinnert die RCA allerdings an ihren Auftrag: "Bei uns laufen über 30 Prozent des Güterverkehrs über die Schiene, im europäischen Durchschnitt sind es 15 und in Deutschland nur neun. Trotzdem wollen wir in Österreich noch besser werden. Rail Cargo Austria hat einen entsprechenden klaren Auftrag. Mein Ziel ist, in Österreich mit dem Ausbau der großen Achsen auf 40 Prozent zu kommen."

Faktum ist, dass die ÖBB-Führung noch am 11. September im Verkehrsministerium zugesichert hat, "den Anteil des Modal Split deutlich zu erhöhen". Bures meint, hinsichtlich der geplanten Lkw-Offensive beim Stückgut sei das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Dass RCA sparen müsse, sei klar: "Wie jedes Transportunternehmen bekommt die Rail Cargo Austria die Wirtschaftskrise voll zu spüren. Wir reden hier von fast 20-prozentigen Einbrüchen. Daher müsse RCA nach Einsparungspotenzialen und Effizienzsteigerungen suchen. Es wäre verantwortungslos, das nicht zu tun."

Die Investitionen will Bures keinesfalls zurückschrauben: "Vier neue Güterterminals werden gebaut, Anschlussbahnen bei Unternehmen werden gefördert, der Verschub wird mit jährlich 150 Mio. Euro gestützt, damit die Bahn kostengünstig und konkurrenzfähig bleibt." (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.10.2009)

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