Man soll über Konflikte reden. Aber es kommt auf den Zungenschlag an.
Die FPÖ gewinnt Wahlen, und jetzt will vor allem die SPÖ die
Integrationspolitik überdenken. Aber wie kann eine "neue"
Integrationspolitik aussehen? Soll die so restriktiv sein, dass sich
die FPÖ-Wähler freuen, dass Ausländer jetzt so richtig gequält werden?
Das wäre wohl keine gute Idee. Dennoch: Ja, man soll über Probleme und
Konflikte reden. Vor allem in unterprivilegierten Wohngegenden erleben
die Eingesessenen den massanhaften Zuzug von Migranten als sozialen
Abstieg. Viele Migranten wiederum bilden eine neue soziale
Unterklasse. In manchen Vierteln gibt es eine regelrechte
Abwärtsspirale von sozialem Abstieg, Deklassierung und Konflikten.
Aggression gibt es auf beiden Seiten: auf Seiten der Eingesessenen und
auf Seiten der Neuankömmlinge. Und: Sehr lange wurde das Problem
ignoriert, oder man dachte, es reicht, die "Integrationspolitik" von
Polizei und Innenministerium betreiben zu lassen. Das Ergebnis ist
eine verlorene Generation, die jetzt die Parks unsicher macht. Man
muss hier schleunigst etwas ändern. Aber ist das wirklich nur Aufgabe
der Politik? Oder muss sich nicht jeder die Frage gefallen lassen: Was
tust Du eigentlich, damit das, was heute schlecht funktioniert, morgen
besser läuft?
Foto: STANDARD/Corn.