NATO-Generalsekretär fordert Strategiewechsel

4. Oktober 2009, 15:59
15 Postings

Rasmussen will einheimische Bevölkerung in Mittelpunkt stellen

London - NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat einen Strategiewechsel für den Einsatz in Afghanistan gefordert. Der neue Ansatz müsse die einheimische Bevölkerung in den Mittelpunkt stellen, sagte Rasmussen am Sonntag im britischen Fernsehsender Sky News. Außerdem müsse sich die NATO stärker auf die Ausbildung der einheimischen Sicherheitskräfte konzentrieren. Ziel sei eine 130.000 Mann starke afghanische Armee sowie eine Polizeitruppe im Umfang von 80.000 Mann, sagte Rasmussen. Dafür seien rund 17.000 Ausbildner nötig.

Rasmussen wollte sich nicht darauf festlegen, wie viele zusätzliche NATO-Soldaten in Afghanistan gebraucht würden. "Ich denke, wir müssen mehr tun, aber es ist noch zu früh um genau zu sagen, wieviel", sagte der frühere dänische Ministerpräsident. Auch zu einem konkreten Zeitplan für einen Abzug der internationalen Truppen vom Hindukusch wollte sich der NATO-Generalsekretär nicht äußern.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, James Jones, sieht in der gestiegenen Gewalt in Afghanistan nicht die Gefahr einer Rückkehr der Taliban an die Macht. "Afghanistan steht nicht vor dem Scheitern", sagte James dem Nachrichtensender CNN. Beim blutigsten Angriff der Taliban seit mehr als einem Jahr wurden am Sonntag acht US-Soldaten und zwei afghanische Sicherheitskräfte getötet. (APA/AFP)

Share if you care.