Islamisten rufen zu Terroranschlägen auf

4. Oktober 2009, 15:24
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Laut Bericht ruft Video deutsche Muslime zu Jihad auf - Drohung in Internetforum kündigt Anschlag im Oktober an

Frankfurt/Main - Islamisten haben am Wochenende in zwei Drohbotschaften erneut zu Gewalt gegen Deutschland aufgerufen. Wie die Online-Ausgabe der "Welt" berichtete, forderten Kämpfer der Islamischen Bewegung Usbekistans (IMU) deutsche Muslime zum "Heiligen Krieg" auf. Im Internet wurde ein Anschlag an "einem Sonntag im Oktober" angekündigt. Ein Sprecher des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) bestätigte der AP die Existenz der Botschaften, ohne Angaben zum Inhalt zu machen. Islamisten hatten zuletzt mehrfach Drohungen gegen die Bundesrepublik Deutschland verbreitet.

Das knapp einstündige Video der IMU, das "Welt Online" nach eigenen Angaben vorliegt, zeigt die schon bekannten Bonner Brüder Mounir und Yassin Chouka. Zum ersten Mal tauchen demnach auch bisher unbekannte Jihadisten aus Deutschland auf. Sie nennen sich "Abu Askar" oder "Abu Safiyaa" und werben für den Kampf gegen "Ungläubige". IMU-Anführer Tahir Yuldashev sei ebenfalls zu sehen. Er soll bei einem US-Drohnenangriff bereits Ende August getötet worden sein.

Kampfszenen in Porpagandafilm

Gezeigt würden in dem Propagandafilm hauptsächlich Kampfszenen im pakistanischen Grenzgebiet, das Alltagsleben in den Trainingslagern der IMU sowie eine längere Predigt von Yassin Chouka alias "Abu Ibrahim". An einer Stelle erkläre "Abu Askar", in den Reihen der Terrorgruppe befänden sich Männer aus Russland, Marokko, Tunesien, China, Europa und Usbekistan. Offensichtlich werden in dem Trainingslager schon kleine Kinder im Umgang mit Schusswaffen geschult, wie "Welt Online" berichtete. Sie erhielten islamistischen Unterricht. Auch mehrere blonde, europäisch wirkende Burschen seien zu sehen.

Unterdessen tauchte im Internet ein Text in arabischer Sprache auf, in dem mit einem blutigen Anschlag in Deutschland gedroht wird, der angeblich an einem Sonntag im Oktober stattfinden soll. Die Nachricht wurde auf einer islamistischen Seite hinterlassen, die in der Vergangenheit mehrfach Mitteilungen und Videos des Terrornetzwerks Al Kaida verbreitete. Nach Angaben des BKA-Sprechers wird die Botschaften derzeit von Fachleuten untersucht.

In den vergangenen Wochen waren mehrfach Video- und Audiobotschaften mit Drohungen gegen Deutschland im Internet aufgetaucht. Die Polizei nimmt die Terrorankündigungen offenbar ernst: Am Wochenende sorgten massive Sicherheitsvorkehrungen bei den Feiern zum Jahrestag der Deutschen Einheit und beim Münchener Oktoberfest für Aufsehen.

Al-Kaida-Mitglied festgenommen

Am Donnerstag hatte die Polizei ein mutmaßliches Al-Kaida-Mitglied in Offenbach bei Frankfurt festgenommen. Der 24-jährige Adnan V. wird verdächtigt, im Internet Propaganda für die Terroristen gemacht zu haben. Außerdem wurde nach Angaben der Ermittler in seiner Wohnung Material zum Bau einer Bombe gefunden.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch warnte derweil vor einer Aufweichung der Sicherheitsgesetze. "Wir haben großen Respekt vor Bürgerrechten. Aber es gehört zu den schützenswerten Rechten der Bürger dazu, nicht einem Anschlag zum Opfer zu fallen", sagte Koch dem "Hamburger Abendblatt" (Montag-Ausgabe). Weiter zitiert das Blatt den CDU-Politiker mit den Worten: "Wir müssen begreifen: Es wird Krieg geführt gegen uns. Aus meiner Sicht sind wir bei der Überwachung noch nicht gut genug." (APA/AP)

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