EU-Reformvertrag

Lissabon-Gegner geben nicht auf

04. Oktober 2009 18:39

Tschechisch-britische "Abwehrfront" nach Ja der Iren: Unterschrift von Klaus noch ausständig - Cameron will Referendum abhalten

London/Prag/Wien - Der EU-Reformvertrag von Lissabon ist auch nach dem überwältigenden Ja der Iren im zweiten Referendum (67,1 Prozent) nicht "durch" . Der Chef der konservativen britischen Tories, David Cameron, will, wie er am Sonntag bekräftigte, nach einem Wahlsieg im Mai ein Referendum abhalten. In Tschechien wollen Vertragsgegner notfalls eine weitere Verfassungsklage einbringen, damit Staatspräsident Václav Klaus seine Unterschrift bis dahin hinauszögern kann. Polens Präsident Lech Kaczyñski will dagegen bald unterschreiben.

*****

Nach dem Ja der Iren zum Lissabon-Vertrag richten sich alle Blicke auf Prag. Tschechien ist das letzte EU-Mitgliedsland, in dem der Abschluss des Ratifizierungsprozesses noch nicht absehbar ist. Auch wenn der Vertrag bereits im Frühjahr von beiden Parlamentskammern verabschiedet wurde, weigert sich Tschechiens EU-kritischer Präsident Václav Klaus, seine Unterschrift unter den Vertrag zu setzen.

Klaus bekräftigte seine Kritik an Lissabon am Wochenende auf einer Kundgebung vor seinem Amtssitz auf der Prager Burg: Das irische Referendum sei das letzte gewesen, das es in Sachen Europa gegeben habe, sagte er. Die EU werde keine weiteren mehr zulassen. Das Ergebnis nehme er "zur Kenntnis" . Die zweite Abstimmung sei jedoch mit einem Fußballspiel zu vergleichen, bei der man mit dem Ergebnis nicht zufrieden sei und das Spiel wiederholen lasse, um das gewünschte Resultat zu erzielen.

Seit vergangener Woche hat Klaus ein weiteres Argument, um die Ratifizierung zu verzögern: 17 Senatoren seiner früheren Partei ODS haben eine Beschwerde beim tschechischen Verfassungsgericht eingebracht, obwohl die Richter den Vertrag schon einmal im Herbst 2008 für verfassungskonform erklärt hatten. Die Begründung: Damals seien nicht der Vertragstext als Ganzes, sondern lediglich einzelne Stellen beurteilt worden. Nun wollen die Senatoren unter anderem wissen, ob sich die EU nach dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags in einen supranationalen Staat verwandeln würde.

Verzögerungstaktik

Einer der Kläger, Senator Jaroslav Kubera, wollte am Samstag nicht ausschließen, dass bei einem positiven Entscheid des Verfassungsgerichts eine weitere Klage eingereicht werden könnte - entweder von den Senatoren oder von Klaus selbst. Das Ziel wäre, eine Ratifizierung so lange hinauszuzögern, bis in Großbritannien Unterhauswahlen stattfinden.

Die tschechischen Lissabon-Gegner hoffen auf den konservativen Oppositionsführer David Cameron, der in den Umfragen deutlich führt und ebenfalls zu den Kritikern des EU-Vertrages zählt. Sieben Monate vor dem voraussichtlichen Wahltermin musste sich Cameron vor dem Tory-Parteitag in Manchester am Wochenende entsprechend bohrende Fragen gefallen lassen: Wie hält es der mutmaßlich nächste Premier mit Europa?

"Wir wollen ein Referendum zum Lissabon-Vertrag" , wiederholte der 42-Jährige am Sonntag in Interviews sein erprobtes Soundbite. "Und ich würde die Briten um ein Nein-Votum bitten." Er werde um die Volksabstimmung kämpfen - "solange der Vertrag irgendwo in Europa diskutiert wird" . Und wenn die Diskussion zu Ende ist? Da blieb er vage: "Wir werden die Sache nicht ruhen lassen."

Die zahlreichen EU-Feinde in der Partei wollen mehr: Die Volksabstimmung solle auf jeden Fall kommen, meinte Londons Bürgermeister Boris Johnson - egal ob der Vertrag im Frühjahr in Kraft sei oder nicht. "Ich glaube, das britische Volk sollte seine Meinung sagen dürfen" , sagte Camerons parteiinterner Rivale der Sunday Times, "besonders für den Fall, dass Tony Blair plötzlich als Sprecher Europas wieder auftaucht" .

Die Kandidatur des Ex-Labour-Premiers für das neue Amt eines Präsidenten des Europäischen Rates bringt die Gemüter auf der Insel ins Wallen. Einer jüngsten Umfrage zufolge erhoffen sich 84 Prozent der konservativen Aktivisten ein Referendum, selbst wenn der Reformvertrag in Kraft tritt.

Erfahrene Außenpolitiker der Tories sind alarmiert. Ein Referendum nach der Ratifizierung wäre "reine Zeit- und Geldverschwendung" , warnte Ex-Außenminister Malcolm Rifkind. Cameron klammert sich dagegen an die Hoffnung, dass Klaus bis zur Unterhauswahl im Mai die Unterschrift unter den Vertrag verweigert. Dass er in diesem Falle ein Referendum ansetzen werde, hatte der Brite dem tschechischen Staatsoberhaupt bereits in einem Brief im Sommer zugesagt. (Robert Schuster aus Prag, Sebastian Borger aus Manchester/DER STANDARD, Printausgabe, 5.10.2009)

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webinformationat
30.10.2009 11:32
Das demokratische Defizit der EU-Vertragsentwicklung - Gesetzgebung kann man nicht kaschieren!

Warum traut man sich nicht endlich reinen Tisch machen und den Staat "EU" rechtmäßig zu verfassen?

Gibt es da etwa Angst, dass die Bevölkerungen etwas dagegen haben würden ausgenützt zu werden? Oder in Kriege geschickt zu werden? Oder weil Sie nicht hinnehmen wollen, dass ihre Parlamente immer weniger zu sagen haben?

www.eu-austritt.blogspot.com
www.webinformation.at

Otto Ottinger
 
08.10.2009 09:56
Irland braucht ein 3. Referndum!

Schließlich steht es jetzt in Referenden: 1:1 unentschieden, oder?


Und natürlich hat der Wahlausgang nichts mit einer Millionenschweren "Informationskampagne" der Europäischen Kommision zu tun, oder dass den Lissabon Gegener ein nur ein Bruchteil (Schätzungen zufolge ein zehntel- bis ein zwanzigstel) des Werbebudget Befürworter zu verfügung gestanden ist.

Da ist alles fair und gerecht zugegangen!

zack de la rocha
 
05.10.2009 21:12
...

irgendjemand noch den Iran oder sonstige Laender wegen Wahlfaelschungen usw kritisiert, soll er lieber den Mund halten und vor der eigenen Haustuere kehren!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Glod
06.10.2009 16:39
Exzessiver Gebrauch von Rufzeichen ist ein Hinweis auf geistige Umnachtung.

Dass sie weder Beweise noch Indizien für eine Wahlfälschung haben, es aber trotzdem behaupten (und vermutlich auch glauben) weil es eben besser in ihr Weltbild passt als die Tatsachen, ist ein weiterer Hinweis.

zack de la rocha
 
06.10.2009 18:16
...

innerhalb von 10 Jahren nicht zwei mal ueber die gleich Sache abstimmen. Dieses Problem hat man damit umgangen, dass man die Fragestellung bei der Abstimmung einfach ein bisschen umgeaendert hat. Somit wurde es erlaubt ein zweites mal abzustimmen, mit dem Hinweis... die Fragestellung waere ja eh eine andere. Normalerweise geht es aber nicht um die Fragestellung, sondern um den Inhalt der Abstimmung. Nochmals... Sollen das demokratische Vorgangsweisen sein? Und was ich mit dem Iran meinte... Dort pocht man ja immer auf Demokratie und blablbablbablbablba. Und selbst ist man nicht mal faehig, eine demokratisch zustande gekommene Entscheidung zu akzeptieren?????? Wie scheinheilig gehts eigentlich noch????!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Weh Ess Deh
06.10.2009 21:31
Es hat sich nicht die Fragestellung geändert...

...sondern der Inhalt.

Ein bisserl informieren, bitte.
Die Fragestellung war, ob der Inhalt des 28. Zusatzes zur Verfassung der Republik Irland Gesetz werden soll. Genauso wie beim letzten mal.

Der Inhalt hat sich insbesondere mit opt-outs zur Sicherheits- Familien- und Neutralitätspolitik geändert.

Eine mehrfache Befragung des Souveräns ist in Demokratien üblich, zum Beispiel zur Regierungszusammensetzung.
Wenn binnen eineinhalb Jahren zwei Mal Wahlen ausgeschrieben werden, ändert sich nicht einmal der Inhalt der Fragestellung.

zack de la rocha
 
06.10.2009 18:10
...

wenn dass ein Hinweis auf geistige Umnachtung sein soll, dann duerften Ihre Post s NUR aus ! bestehen!!!!!!!!!!!!!!!! Ausserdem geht es hier natuerlich nicht um Wahlfaelschung, sondern darum, dass man in einer ,,demokartischen,, Organisation und im ach so ,,demokratischen,, Westen moeglich ist, das Ergebnis einer Abstimmung voellig zu ignorieren um ein paar Monate darauf ueber die gleiche Sache noch einmal abstimmen zu lassen. Beantworten Sie mir diese Frage...Das soll demokratische sein? Wenn das die Vorstellung von Demokratie ist, dann ist es nicht mal das Papier Wert, auf dem es steht. Ausserdem wurde der fast selbe Vertrag ja auch schon mal von den Franzosen und Niederlaendern abelehnt. Weiters duerfte man normalerweise in Irland

Weh Ess Deh
06.10.2009 21:49
In Frankreich und den Niederlanden wurde über eine Verfassung der EU abgestimmt. Und zwischen dem Vertrag von Lissabon und einer Verfassung liegen Welten.

Das Ergebnis der Abstimmung von vor anderthalb Jahren wurde nicht ignoriert, sondern es wurden in Verhandlungen mit der irischen Delegation bei der EU inhaltliche Änderungen vorgenommen.

In Beantwortung Ihrer Frage: Ja, das soll nicht nur demokratisch sein, das ist demokratisch.

Was der Iran da in dem Zusammenhang soll, entzieht sich mir.
Oder wollen Sie eine Wahl, bei der nur vom Wächterrat erlaubte Kandidaten antreten durften, bei denen keine internationalen Wahlbeobachter anwesend sein durften, und die wenigen nationalen massiv behindert wurden, bei der die Auszählung völlig intransparent verlaufen ist, ebenso wie die Nachauszählung einiger Sprengel, wollen Sie die allen Ernstes auch nur im Ansatz mit der Volksabstimmung vergleichen?

zack de la rocha
 
05.10.2009 21:12
...

legitim oder wie... B Wie kann man nur so scheinheilig sein und so eine Doppelmoral besitzen...Man stelle sich nur mal vor, in Oesterreich wuerde eine Volkabstimmung stattfinden und man wiederholt diese Abstimmung einfach so, weil dass Ergbenis nicht ,,gepasst,, hat. Dann waert genau IHR, die jetzt so jubeln ueber das ,,demokratisch,, hahahahahahaha errungene Ergebinst, ihr waert die ersten die auf die Barrikaden gehen wuerden. Aber auf EU Ebene darf man so etwas halt machen. Weil s halt die EU ist. Da halten ma uns einfach die Ohren zu und schliessen die Augen und tun so als haette es NIEEEEEEEEEEEEEMALS schon eine Abstimmung gegeben, sondern waere alles voll demokratisch abgelaufen. Ach, einfach laecherlich. Und bevor hier in Europa

Weh Ess Deh
06.10.2009 11:53
Sie wissen aber schon, dass es substanzielle Änderungen im Vertrag gegeben hat?

Nebenher gibt es Wiederholungen von Volksentscheiden in Demokratien dauernd.
Sie nennen sich Wahlen.

Peter Raming
 
07.10.2009 15:22
dass es substanzielle Änderungen im Vertrag gegeben hat?

Also lt. Johannes Voggenhuber, EU-Abgeordneter, hat es nur symbolische Änderungen gegeben ("im Zentrum" ORF Ende 2007).

M.Honeybee
06.10.2009 17:57

Substantielle Änderung - vom Titel des Vertrages;-)

Weh Ess Deh
06.10.2009 18:04
Der Titel ist nicht geändert worden.

Aber welche Änderungen noch vorgenommen worden sind, können Sie mir sicher sagen.

zack de la rocha
 
05.10.2009 21:11
...

Wenn die erste Abstimmung mir nicht passt... Dann fuehre ich einfach eine Kampagne fuer ein JA, die wahrscheinlich zig MILLIONEN kostet und wenn die Abstimmung dann so ausgeht wie ich will, dann wird sie auch angenommen. Wahnsinns Demokratieverstaendnis. Dass alle EU Fanaten sich das alles noch so schoen reden... Zeigt mir eigentlich nur, das der Zweck alle Mittel heiligt. Und dass alle EU Fanaten, die ja alle EU Gegner immer als provinziell und Nationalistisch beschimpfen, in ihrer Denkweise genau gleich provinziell und NATIONALISTISCH ,halt nur auf EU Ebene sind!!!!!! Und an alle EU Fanaten lasst euch sagen... ihr seid um nichts besser als alle blinden EU Gegner. Denn alle Dinge die ihr anderen vorwirft, sind auf EU Ebene also voellig

net-diver
 
07.10.2009 14:16
Und...

... wenn mir der Ausgang der Wahl nicht passt, beschimpfe ich alle anderen und erfinde lustige Sätze ohne Sinn.

Da ist es auch kein Wunder, daß man so manchem EU-Gegner die genannten Dinge vorwirft und sich noch manch anderes denkt.

"Die EU-Fanaten (was auch immer das sein soll) sind provinziell und Nationalistisch, halt nur auf EU-Ebene" - LOL

zack de la rocha
 
07.10.2009 16:22
Selbst nur Muell fabrizieren und anderen...

Und wenn mir ein Posting nicht passt, weil ich glaube er waere EU Gegner, dann sage ich einfach... Man, hast du lustige Saetze ohne Sinn geschrieben. wow, jetzt denke ich mir... Kein Wunder dass man so manchem EU Befuerwoerter die genannent Dinge vorwirft und noch so manch anderes denkt. LOL,. hahha, jyppppie. Und ihr Posting ist eine geistige Meisterleistung!!!! net-diver... wenn Sie NICHTS verstehen, dann verschonen Sie mich bitte mir ihren lols und ihrem blablablablabla. Wenn Sie sich die Muehe gemacht haetten sich meine Posts auch wirklich durchzulesen, ohne gleich zu Urteilen, waeren sie vielleicht draufgekommen dass es mir nicht um den Ausgang der Wahl geht, sondern um was ganz anderes. EU-Gegner (was auch immer das sein soll) loooool

net-diver
 
07.10.2009 16:38
Es...

... gilt gesagtes. Nach nochmaligem Durchlesen Ihrer Beiträge kann ich nicht umhin bei meiner Meinung zu bleiben.

zack de la rocha
 
07.10.2009 16:58
...

dann kann ich ihnen nur

http://grundschule-nachhilfe.de/post/Down... se-12.aspx

empfehlen. Vielleicht bringt es ja noch was... Geben Sie die Hoffnung jedenfalls nie auf!

net-diver
 
08.10.2009 09:23
Na...

... dann erklären Sie mir Unwissendem mal diesen Auswurf:

Die EU-Fanaten sind provinziell und Nationalistisch, halt nur auf EU-Ebene

Wäre wirklich interessiert auf welcher Basis solche Sätze entstehen.

Ggg14
05.10.2009 23:10

Lieber zack de la rocha !

Sie haben die ganze Debatte hier verschlafen. Diese Frage wurde hier ausführlich diskutiert. Lesen Sie zuerst hinten nach, bevor Sie hier alles zuposten mit dem Schnee von gestern.
Danke.

F S 3
05.10.2009 19:20
Das Referendum war schlichtwegs ein Witz, jeder Demokratie unwürdig und offen für jegliche Manipulation…

…Irische Wahl-Gesetze und EU-Regulative wurden gebrochen, gebeugt - um ja nur das gewünschte Ergebnis zu produzieren.

Bezeichnend, daß der Capo bereits vor der Endauszählung zur Siegesverlautbarung schritt. - Und wenn im Detail bekannt würde, WAS da alles wirklich abgelaufen ist, würden die Bürger mit Bratpfannen auf die Straße gehen.

Die Blogs füllen sich langsam. Das waren geradezu georgische Zustände. Das FS3 wird genauer berichten.

Falls es überhaupt noch freigeschaltet wird.

Weh Ess Deh
06.10.2009 18:06
Ich warte mittlerweile noch immer, seit fast 24 Stunden auf aufklärende Worte von FS3

Wo wurde gebeugt und gebrochen?
Bevor Sie noch die Bratpfanne auspacken.

net-diver
 
06.10.2009 14:01
Hmm...

..."Bezeichnend, daß der Capo bereits vor der Endauszählung zur Siegesverlautbarung schritt" und die Gegner Ihre Niederlage eingestanden haben!

Das nennt man dann Analyse der Hochrechnungen und passiert laufend.

Weh Ess Deh
06.10.2009 11:54
Was war da bitte? Klären Sie mich auf...

...wo da Wahlgesetze gebeugt wurden?
Wurde Elektroplasma auf die Wähler losgelassen?

Weh Ess Deh
06.10.2009 14:34
Naja, dann lass ma einmal das Elekroplasma weg...

...welches es in dieser Form eh nicht gibt.

Also, was sind die Beugungen des Wahlrechts, die Bestimmugen des irischen Wahlrechts und die EU-Direktiven, die da gebrochen worden sind?

Vor allem, welche sind das, die nicht schon bei der ersten Abstimmung so (wie auch immer) gehandhabt wurden?

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