Gamer sind Fremden gegenüber aggressiver

04. Oktober 2009 13:24
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    Gamer reagieren auf fremde Gegner aggressiver als auf Freunde

US-Forscher testeten Testosteronspiegel von erfolgreichen Spielern

Gamer sind fremden Mitspielern gegenüber aggressiver eingestellt als Mitspielern aus ihrem Freundeskreis. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die unter der Leitung von David Geary an der University of Missouri durchgeführt und kürzlich veröffentlicht wurde. Im Konkreten wurde festgestellt, dass männliche Spieler im Falle eines Siegs über Fremde einen höheren Testosteronspiegel aufweisen als bei einem Sieg über Freunde. Das Sexualhormon Testosteron ist im menschlichen Körper unter anderem für die Körperbehaarung, für den Muskelaufbau sowie für gesteigerten Sexualtrieb verantwortlich - und eben auch für Aggressionen. Der Körper schüttet das Hormon vornehmlich nach anstrengenden Betätigungen aus.

Im Netz

Die Studie des Forscherteams aus Missouri wurde im netzwerkbasierten Mehrspielermodus Onslaught des Shoot-em-Up-Spiels "Unreal Tournament 2004" durchgeführt - einem Videospiel, in dem man sich seinen Weg durch eine postapokalyptische Welt mit Maschinengewehren, Raketenwerfern und anderen schweren Geschützen freischießen muss. Die 42 Teilnehmer der Untersuchung, die sich alle vorher nicht kannten, wurden dabei in 14 Dreiergruppen eingeteilt und mussten sich in einer "Kampf um die Flagge"-Mission mit den anderen Teams duellieren. In einem weiteren Untersuchungsmodus, dem "Death Match", wurde den Teilnehmern die schlichte Devise "Jeder gegen jeden" ausgegeben. Um bereits im Vorfeld eine Beziehung zwischen den einzelnen Teammitgliedern aufzubauen, mussten die Teams im Zeitraum von einer Woche sechs Stunden trainieren. Als zusätzlichen Anreiz haben die Forscher den Gewinnerteams im Modus "Kampf um die Flagge" 45 Dollar, den Verlierern hingegen nur 15 Dollar an Preisgeld ausgezahlt. Auch der Gewinner eines Death-Match-Wettkampfs durfte sich über 45 Dollar freuen, seine zwei Teamkollegen wurden nur mit 15 Dollar abgespeist.

Nur Fremde niedermetzeln

Wie die Wissenschafter herausfanden, sind die Testosteronspiegel der Mitglieder eines Gewinnerteams unmittelbar nach dem Wettkampf in die Höhe geschnellt - speziell bei jenen Spielern, die maßgeblichen Anteil am Sieg hatten. Wenn sich ein Team im Death Match allerdings untereinander bekriegen musste, haben die jeweiligen Gewinner sogar weniger Testosteron als ihre unterlegenen Teamkollegen produziert. "In einem ernsthaften Duell mit einer fremden Gruppe kann man alle Rivalen einfach umbringen und sich dadurch einen Vorteil verschaffen", sagt Geary. Im Gegensatz dazu mache das "Niedermetzeln" von Freunden oder Verwandten wenig Sinn, "da man sich sie nicht einfach zum Feind machen kann, weil man sie ja schließlich braucht", so der Evolutionspsychologe. Wenn es gegen eine Gruppe von Fremden geht, gibt es für Gamer anscheinend wenig Gründe, sich zurückzuhalten.

Vorteilhaft

Aus den Ergebnissen der Studie ließe sich schließen, dass Mehrspieler-Games ähnlichen Mechanismen wie die Kriegsführung unterliegen, bei der ein hoher Testosteronspiegel gepaart mit gesteigertem Aggressionslevel für die Beteiligten ebenfalls als vorteilhaft erachtet wird. Thomas Inmann, Sprecher des eSport Verband Österreich (esvö), lehnt derlei Vergleiche jedoch kategorisch ab. Bei Wettkämpfen im Mehrspielermodus eines Computerspiels gehe es viel mehr um das sportlichen Wettstreit, Aggressionen hätten dabei keinen Platz. Allerdings komme es natürlich vor, dass es bei Duellen zwischen zwei starken "Clans" vorm Bildschirm und auf den Zuschauerrängen mitunter brisanter zugeht, so Inmann. "Beim Spielen durchläuft eine Gamer alle möglichen Gefühle, das reicht von grenzenloser Freiheit bis hin zu Ärger. Feindseligkeiten oder Handgreiflichkeiten sind mir auf Turnieren aber überhaupt noch nie untergekommen", widerspricht Inmann den möglichen Befürchtungen, wonach Videogames aggressiv machen würden, vehement. (pte)

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Posting 1 bis 25 von 123
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bazzinga
22.10.2009 12:17

Die Headline ist wirklich ein Witz...

Than gorodrim
09.10.2009 12:23
der Standard wird zum Schelm

"Gamer sind Fremden gegenüber aggressiver"

Die Headline verkauft sich sicher gut; direkt Wasser auf die Mühlen aller PC-Spiel-Gegner. Die machen sich ohnehin kaum die Mühe, zu einem differenzierten Bild zu kommen.

Wenn der Standard zur Hatz auf Gamer beitragen wollte, bravo Jungs, war n guter Ansatz!

Im Ernst, jmd von der Straße setzt Eure Schlagzeile so fort: "Gamer Fremden gegenüber aggressiver" ... "... Fremden gegenüber aggressiver als Otto Normalverbraucher". Kaum jemand wird auf die Idee kommen, Euren Satz mit nem Verb fortzusetzen. Komparativa leiten sich von "comparare" (vergleichen) ab. Das zieht im Regelfall ein "als" nach. Semantisch war das n Kniefall ersten Ranges vor Gaming-Gegnern, grz Jungs !!!

Joe Bazooka
 
06.10.2009 16:01

Hat sich schon mal jemand überlegt, was es bedeutet, wenn Testosteron NACH erfolgtem Sieg (oder erlittener Niederlage) ausgeschüttet wird? - Seine Hauptwirkung ist dann eben nicht die Stegierung der Aggressivität - wozu auch? - sondern meines Wissens die Stärkung der Immunabwehr.

Und das 'Fremde' in der Artikelüberschrift ist überhaupt völlig irreführend: es geht ja um fremde Mitspieler, nicht um Fremde überhaupt. Insgesamt ein schlechter Artikel, die hohe Anzahl der Postings scheint das eher zu bestätigen denn zu widerlegen...

obi_wan
06.10.2009 11:46
fazit: gamer sind bessere liebhaber.

wusst ichs doch.

Kugelmugel
06.10.2009 11:37
hmmmm

mir machen teamkills bei battlefield bad company um welten mehr spass als die "normalen"... wenn ich hinter einem freund stehe weiss der oft nicht aus was er mehr aufpassen muss... den "roten" punkt (=gegner) vor sich oder den "blauen" (=ich = "freund") punkt hinter sicher...

Mustek
06.10.2009 11:32

Ich hab auch gehört das

1) Golffahrer aggressiver gegenüber Fremden sind

2) Leute die Nachrichten schaun aggressiver gegenüber Fremden sind

3) Leute die 2008 Urlaub hatten aggressiver gegenüber Fremden sind

4) Leute die den Standard lesen aggressiver gegenüber Fremden sind

usw. usw....

ist sicher alles statistisch nachweisbar......finde etwas was ein großteil der Leute macht und schreibe diesem Themengebiet die Schuld für etwas zu.....schon gibt dir die Statistik recht....

Kyuss88
06.10.2009 10:56

Studien allgemein gehen mir schon ziemlich auf die Nerven, weil wahrscheinlich 90% für die Tonne sind, und man sich das auch selber hätte denken können.
Studien über Computerspiele gehen aber noch ein Stück weiter und sind allesamt so unnötig wie so mancher Politiker!

habitus
06.10.2009 10:14
aggressiv...

was heisst hier AGGRESSIV? DAS IST DOCH TOTALER QUATSCH!!! SIEHT DENN KEINER VON EUCH DASS WIR TOTAL HARMLOS SIND?!!??!?
;)

cHL
05.10.2009 21:54
sehr tendenziös...

so ist das nunmal im mannschaftssport, wenn rapid gegen die amas spielt sind sie auch nicht so motiviert wie wenns den hsv im happelstadion am tablett serviert bekommen.

und die schlagzeile hat mal wieder krone niveau....

so go
05.10.2009 20:14

"Gamer reagieren auf fremde Gegner aggressiver als auf Freunde"

Wie soll man "fremden Gegnern" denn sonst begegnen?

Speedle
05.10.2009 19:35

Also Fußballspieler am Feld zeigen natürlich immer ihre Friedfertigkeit gegenüber dem gegnerischen Spieler, deswegen wurde erst vor kurzem die gelbe und rote Karte abgeschafft.

Gregor R.
05.10.2009 17:03

wenn man jetzt nur die headline lesen würde, hätte man doch glatt ein vorurteil gegen gamer

Mucosaprolaps
05.10.2009 16:38

Vorschlag für Gegentests:

Macht Lesen der Kronen Zeitung aggressiver gegenüber Fremden, speziell Fremden mit anderer Hautfarbe?

Macht Lesen von Kriegsverherrlichung und Weltkriegspropaganda (beide WK) aggressiver gegenüber Fremden?

Klar ist ein Problem, dass Computerspiele so oft Schund sind, interaktive Landser-Heftln; und weil Designer die Spieler für dumm halten, implementieren viele Spielen primitiven Sozialdarwinismus: "Die X sind alle so, und die Y sind alle so, und es muss Krieg geben" - ob Siedler oder Civilization. Counterstrike? Spielwitz toll, Inhalt Schund. Clancy? Schund!

ich sehne eine Zeit herbei, in der Spieledesigner nicht mehr nur an spaßigem Schund-Gameplay feilen, sondern auch an intelligenten Inhalten.

max 1231
 
05.10.2009 15:24
ich betreibe ein paar webseiten

ich bin total aggressive gegenüber politiker die die leute permanent ver+++en.

werwolfi
05.10.2009 14:24

kein wunder - was tut man im spiel wenn einem ein fremder begegnet?
* rennen, falls man der schächere ist
* hinmetzeln und ausplündern, falls man der stärkere ist
;o)

Werner Q
05.10.2009 14:00
Shoot-em-Up-Spiel

Recherchieren ist keine Schande ! Ein Shoot 'em up ist ein Arcadespiel aus den Anfängen der Computerspiele (bes. Side- oder Vertikalscroller) bei dem der Spieler aus einer fixen oder eingschränkt beweglichen Position eine unzahl Gegner abschiessen muss (daher der Name, guckst Du). Gegeständliches Unreal Tournament ist ein Team-Shooter/ Multiplayer enabled Ego-Shooter und "relativ" neuzeitlich.
"Deathmatch" ist bereits die Bezeichnung für "Jeder gegen jeden". Letzeres muss bei einem Deathmatch nicht extra "als Devise ausgegeben" werden...

Raptor Jesus
05.10.2009 13:30
Hätte es 1933 Spiele gegeben, uns wäre ein großes Drama erspart gewesen

Eine Schlussfolgerung, nachdem ich diesen Bericht und meine Vorposter gelesen hab

Mucosaprolaps
05.10.2009 16:40

Wie das denn? Die HJ hätte dann vermutlich Programmierstunden bekommen und KZ-Manager oder SS-"Gegenschlag" gebastelt, oder die Seiten von Wolfenstein gehackt

Dein schönster Traum
11.10.2009 13:01
LOL...

...hab mir gerade vorgestellt, wie der dumme GröFaz am PC sitzt und flucht, weil er bei CS von hinten erschossen worden ist.

Raptor Jesus
05.10.2009 13:26
Hier wird bewusst auf das -Innen verzichtet

Es wundert mich, macht man gar vor "SingleplayerInnenmodus" nie halt.

Schnapphahn
05.10.2009 12:05
Spielt nicht, lest!

Mathias
 
09.10.2009 00:03
Spielt nicht, lest!

Sie würden sich wundern, wieviele uralte Computerspiele es gibt, welche ohne Lesen zu können nicht spielbar waren *g* Keine Sprachausgaben, sondern seitenweise Dialoge und Texte :-)

Ragna14
05.10.2009 10:42

man braucht eine studie damit das klar is?
an die herrInen "wissenschaftler" omfg wieviele unnötig studien gibts noch?

Laughing Magician
05.10.2009 12:47

wahrscheinlich gibts geld dafür.

bibliothekar
05.10.2009 10:51
Nötigkeit

Zwischen einer vermutung und einer bestätigung liegt ein weiter weg, der nie unnötig ist, da er zur erkenntnis führt.

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