Ackerl will mehr Konturen bei Faymann und Partei

04. Oktober 2009 09:21

Neuer OÖ-SPÖ-Chef mit Parteizentrale unzufrieden - Schwenk der SPÖ nach rechts wäre "Schwenk nach nirgendwo"

Linz - Josef Ackerl, der am Montag vom Landesparteivorstand der SPÖ Oberösterreich als Nachfolger von Erich Haider nach dem Wahldebakel zum geschäftsführenden Parteivorsitzenden bestellt werden soll, will auf Bundesebene die Konturen seiner Partei geschärft sehen. Von einem Schwenk nach rechts der SPÖ hält er nichts, wohl aber fordert er eine klare Integrationspolitik von der Bundesregierung mit einem Zuständigen im Bundeskanzleramt ein. Mit SP-Chef Werner Faymann ist er zufrieden - mit der Parteizentrale in Wien nicht, wie er feststellt: Er spricht wörtlich von einem "Eindruck der Inkompetenz".

Zum Parteisekretariat mit den Bundesgeschäftsführern Laura Rudas und Günther Kräuter hält Ackerl fest: Es sei Angelegenheit des Vorsitzenden Faymann, wie zufrieden dieser mit seinen dortigen Leuten sei. "Aber er muss sich bewusst sein, dass, wenn innerhalb der Partei große Unzufriedenheit herrscht und nach außen hin der Eindruck von Inkompetenz erweckt wird, das auf seine Person zurückfällt." Im Wahlkampf habe er mit der Zentrale nicht die besten Erfahrungen gemacht. Er fordere aber jetzt nicht die Ablöse von Rudas und Kräuter, betont er, das sei eine Angelegenheit von Faymann. Dieser sei persönlich ein loyaler Mensch, doch Ackerl würde sich wünschen, dass der Parteichef Qualität und Ziele vermittle.

Generell findet der neue SPÖ-Chef in Oberösterreich: Faymann mache in letzter Zeit etliches besser, die Kritik zeige Wirkung. "Er ist ein auf Freundlichkeit und Umgänglichkeit getrimmter Typ. Er will kein böser Mensch sein. Da tut man sich schon schwer, anders zu sein, weil es die Situation erfordert." Der Bundesparteivorsitzende sollte die Dinge mehr zuspitzen, mehr Konturen zeigen, meint Ackerl. Es müsse erkennbar werden, was die SPÖ bewegen will. Kritik an Faymann will Ackerl nicht üben. Vielmehr meint er in Richtung Koalitionspartner, Faymann habe das Problem, dass er neben sich einen "Ellbogen-Vizekanzler" habe, der nicht genug kriege. Die Kritik des steirischen Landtagspräsidenten Kurt Flecker (S) bezeichnet er als in der Form völlig falsch. Das werde er Flecker einmal bei einer netten Begegnung an der steirischen Weinstraße sagen: "Kurt und mich haben immer Sachfragen geeint, seltener Personalfragen."

"Schwenk nach nirgendwo"

Ein Schwenk der SPÖ nach rechts wäre eher ein "Schwenk nach nirgendwo", der keine befriedigende Lösung brächte, ist sich Ackerl sicher. In Sachen Migration vermisst er aber klare Zuständigkeiten in der Bundesregierung. Diese Querschnittsmaterie könne nicht ausschließlich Frage der "Polizeiministerin" sein. Ein Regierungsmitglied solle mit der Gesamtkoordination beauftragt werden, seiner Ansicht nach der Bundeskanzler, dieser habe auch einen Staatssekretär. Weiters brauche es ein Integrationskonzept und in der Folge genügend Budget. "Es kann nicht sein, dass man brisante Entwicklungen in der Bevölkerung registriert, Unverständnis für Untätigkeit präsentiert bekommt und die einzige Antwort ist Verschärfung des Fremdenrechts. Das bringt uns nicht weiter". Das Zusammenleben von Einheimischen und Zuwanderern sollte besser organisiert werden, mit klaren Vorgaben statt Hetze.

Ackerl sieht im Asylbereich vor allem Versäumnisse der früheren Schwarz-Blauen bzw. Schwarz-Orangen Regierung: Dass diese beim Personal gespart habe, sei überhaupt erst Schuld am Anträge-Stau und an "vielen persönlichen Tragödien". "Jahrelang kein Personal zur Verfügung zu stellen, die Leute da zu lassen, Verfestigung am Arbeitsmarkt und im Bildungsbereich für die Kinder zu ermöglichen und sie dann zu verjagen, das halte ich für unmenschlich und das akzeptiere ich nicht. Ich habe dafür keine Mehrheit, aber das akzeptiere ich nicht", sagte Ackerl. Zugleich habe es unter Schwarz-Blau ja auch massive Zuwanderung im Bereich Arbeitsplätze von 270.000 auf 410.000 gegeben, aber keine Integrationspolitik. Es seien Deutschkurse verordnet worden, sonst nichts.

Die Sozialpolitik der SPÖ sollte näher am Menschen sein, akzentuierter und durchaus auch stärker zuzuspitzen, so Ackerl. Ein Beispiel sei das Pensionsvolksbegehrens seines Vorgängers Erich Haider. Bei der Mindestsicherung hält Ackerl an der ursprünglich paktierten 14-maligen Auszahlung fest. Zur Finanzierung von sozialen Leistungen über Steuern will Ackerl nichts sagen, nachdem von der ÖVP zu allen Vorschlägen der SPÖ immer Nein gesagt worden sei. Finanzminister Josef Pröll (V) solle mitteilen, wie er gedenke, den notwendigen Ausbau des Sozialstaates zu finanzieren, ohne Kürzungen vorzunehmen. Beispielsweise seien mehr Mittel für die Pflege notwendig. "Die Bequemlichkeit, in der sich der Finanzminister bewegt, muss beendet werden".

Breite Zustimmung erwartet

Ackerl geht nach den bisherigen Gesprächen davon aus, dass er im Landesparteivorstand auf breite Zustimmung stoßen wird. Jene, mit denen er geredet habe, hätten ihm Ratschläge gegeben, Wünsche geäußert beziehungsweise erklärt: "das haben wir eh immer schon gewollt". Mit ihm als neuen Vorsitzenden der SPÖ Oberösterreich seien bei sehr vielen "beinahe euphorische Zustände" eingetreten.

Diesen Schwung wolle er für eine positive Entwicklung nützen. "Ich bin eh kein Garantieschein für einen Erfolg bei der nächsten Landtagswahl 2015, aber ich bin eine Garantie dafür, dass einiges bewegt werden kann." (APA)

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Friedrich Gruber
06.10.2009 13:01
Der Hauptschüler und Kinderfreunde-Ideologe Ackerl

ist ein Musterbeispiel für die sozialistische Holzhammerdialektik und wendet sie nun auch innerparteilich an: Aber nicht die Rudas hat die Wahl in Oberösterreich verloren, auch nicht der Erich Haider alleine, da war schon auch der Herr Soziallandesrat Ackerl vorne mit dabei. Und wenn jetzt seine Parteireform darin besteht, alle Probleme, für die die SPÖ abgestraft wurde längst vergangenen Regierungen zuzuschieben, dann hatte man sich lieber den Haider behalten sollen. Nach immer mehr Geld zu schreien ist auch so eine Methode eigentlich unfähriger Verwalter und steht vor allem jenen nicht gut an, die Steuergeld in verschiedene, vor allem befreundete Sozialbereiche stecken, ohne dafür einen Verwendungsnachweis zu fordern.

Wilbert Sandor
04.10.2009 18:00
Immer wieder das übliche Gesudere.

Wirklich nix Gscheites.

John Rambo
04.10.2009 17:39
"Ackerl sieht im Asylbereich vor allem Versäumnisse der früheren Schwarz-Blauen bzw. Schwarz-Orangen Regierung"

Und was hat die SPÖ in diesem bereich (nur ein Beispiel) nach 1 Jahr in der Regierung gemacht bzw. erreicht ?

Ich finds schön das uns die SPÖ immer Probleme aufzählt und sagt wer schuld daran ist.
Aber endlich die Chance zu ergreifen und z.B. das Asylthema anbacken und sich darum kümmern haben sie bis heute nicht geschaft !

Es ist gut wenn man Fehler vergangener Regierungen aufdeckt aber man sollte diese Fehler dann auch beheben.

Sich Politisch mal vom Fleck bewegen hat nicht automatisch was mit rechts zu tun ! wobei rechts fälschlicher weise bei uns oft automatisch mit Nazionalsozialistisch gleich gesetzt wird ! Israel hat auch eine Mitterechts Regierung, aber auch die US-Republikaner sind mitterechts orientiert.

-Nathan-
 
05.10.2009 13:14
die A-Gesetze haben haben die Sozis damls mitbeschlossen.

meine Wenigkeit
04.10.2009 17:15
jetzt auch Ackerl - ein Opfer der SPÖ - Gehirnwäsche: "Profil Schärfen" "kantiger werden" "mehr Konturen"

egal ob Junge oder Alte, alle nur mehr NLP Neusprech ohne Inhalt.
Arbeitet endlich für uns, schafft Rahmenbindungen, dass Unternhemen investieren und saugt den Mittelstand nicht aus. Schaut, dass die Schulden getilgt werden, die Jungend hat sonst keine Chance mehr.
Aber euch Führungsfunktionären ist das alles egal. Wenn das Pulverfass endgültig hochgehen wird, seid ihr ja nicht mehr da bzw habt ausgesorgt.

Annemarie Veit
04.10.2009 16:42

also ich find die rudas sehr nett und lieb!
lasst sie doch weitermachen!
ich versteh die kritik vom ackerl nicht!

sansquartier
04.10.2009 20:30

wahrscheinlich posten sie aus der vp parteizentrale

Peter Hammer 06
05.10.2009 10:37
Ich vermute....

...die sprücherlklopfende und dabei nichtsagende Annamirl schreibt von ganz woanders. ;-)

anton-notan
04.10.2009 16:42
sie werden das auch wissen,

dass sie jetzt da sind ,um eine neue sozial offene generation aufzubauen.

W. Müller
 
04.10.2009 16:24
Konturen werden nicht reichen !

Es wird ein generelles Umdenken unumgänglich sein.

Student der Magie
04.10.2009 16:12
ein Bild

beschreibt die Situation um die österreichischen "Führungspolitiker" besser als alle Worte es wahrscheinlich könnten, und zeigt wohl damit gleichzeitig auch eines der Hauptprobleme auf:

http://u.kurios.at/603/Reinkarnation

;)

Popper
04.10.2009 15:16
Die Taktik des Scheinheils ist es, die Zeit mit kommerziellen Begründungen zurückzudrehen - und die Sozen helfen dabei mit!

Kaum hatte man eine gerechtere Verteilung des Erwirtschafteten erreicht, begann Hr. Betriebsrat mit der Firma zu fraternisieren - Scheinkämpfe folgten.

War genug für den Hr. Betriebsrat oder dessen Paddei eingehandelt, wurde der "kleine Mann" verkauft.

Die Folge: Reichtum und Armut klafften trotz steigender Produktivität stets weiter auseinander.

Das war auf Dauer nicht zu verschleiern und wird jetzt in höchst demokratischer Weise vom Volk behandelt.

Früher wäre die Bastille gestürmt und die Selbstbereicherer in Schauprozessen verurteilt worden.

Der Prolet verhält sich zivilisiert - der Arbeiteradel ist gleich Raffgierig wie seinerzeit der Landadel.

Fon
04.10.2009 14:37
Der rote Großvater erzählt..

..und offenbar versteht er die Welt nicht mehr so richtig. Der Nachfolger ist älter als der Vorgänger. Und was ist eigentlich das Neue was uns hier vorgestellt wird? Was über Sozialpolitik und Zuwanderung gesagt wird, hört man schon seit Jahren. Ja dann macht es doch endlich einmal. Die Ausrede, dass man nichts bewegen kann, so lange es die ÖVP gibt, kann man ja auch langsam nicht mehr hören. Übrigens ist die ÖVP in OÖ gerade eindrucksvoll vom Wähler bestätigt worden. Offenbar wollen die Wähler gerade das nicht, was eine ohne ÖVP regierende SPÖ machen würde.

Peter Hammer 06
04.10.2009 14:17
Bravo Genosse Ackerl....

...wieder einer, der die Wurzeln kennt und der nach ihnen politisch leben möchte.
Meine Unterstützung hast du.

Blaubeer
04.10.2009 12:45
Was ich mir wünsche ist

eine SPÖ die sich wieder traut die bezeichnung links auf sich anzuwenden. Seit sie vor 30 jahren ihre Ziele erreicht hat passiert gar nichts mehr außer Postenschacher und der stetig steigende Hang zum opportunissmus.

Achmo Ledbid
04.10.2009 16:13
was ich mir wünsche..

...ist dass sich die SPÖ nicht mehr von medien mit kampfbegriffen wie "links" oder "rechts" in ein eck drängen lassen. man nehme sich ein vorbild an deutschland und zb der SPD-integrationspolitik wo niemand das wort rechts in zusammenhang mit der SPD bentuzt. weiters wünsch ich mir eine partei, die sich frei von polarisierenden kräften (arbeiter vs. unternehmer, linke vs. rechte, arme vs. reiche) in ihrer wählerschaft fühlen und wundere mich daher nicht warum die FDP ein großer wahlgewinner in D war.

amber103
04.10.2009 10:33
Genial Lernresitent

Toll. Da hat die OÖ SP die Wahl mit einem noch nie dagewesenen Linkskurs sensationell verloren, aber der Partei fällt nichts anderes ein, als dass die Richtung stimme.

Obwohl die meisten Arbeitnehmer das Gefühl haben, dass der Staat nicht sorgsam mit den eingezahlten Steuern umgeht, sollen diese noch weiter erhöht werden, damit jene die vom Staat profitieren besser leben können. So wird die SP zu einer Spartenpartei der Sozialleistungsempfänger und Staatsbegünstigen, währende die Systemerhalter, also Arbeitnehmer und Selbstständige die hier Einkommen in der ach so bösen neoliberalen Wirtschaft verdienen müssen, beliebig mit Steuererhöhungen gequält werden dürfen.

Annemarie Veit
04.10.2009 18:45

die spö ist mittlerweile die partei der pensionistInnen und owezahrerInnen...!

aber wer will das schon unterstützen???

Peter Hammer 06
04.10.2009 21:49
Der SENIORENBUND ( ÖVP) hat.....

...über 300.000 Mitglieder.
Das zum Thema "SPÖ-Partei der Pensionisten".

Annemarie Veit
05.10.2009 05:28

und was ist ist mit der differenz zu den restlichen ca. 2 mio. pensionistInnen oder mehr???

man kanns auch auf die kRampfhafte versuchen, die pensionistInnenpartei spö schön zu reden....

Peter Hammer 06
05.10.2009 17:21
SPÖ-Stimmen NR -Wahl 2008....

...gesamt 1,430.206,davon Pensionisten 1,700.000.
Höhere Veit'sche Mathematik, Adam Riese erblast im Grab.

Peter Hammer 06
05.10.2009 14:02
Und von diesen 2 Mio. ,die Seniorenbundmitglieder....

...schon abgezogen, wählt natürlich KEIN(E) EINIGE(R) die ÖVP,gelln'S Frau Annamirl.

DocSnyder
 
04.10.2009 17:21
sie glauben ja nicht ernsthaft....

...das das irgendwas mit dem pseudo "linkskurs" zu tun hat ?
denk wohl eher das hat mit dem Spitzenkandidaten zu tun und dass man ihm wenig abnimmt einfach unauthentisch, verschlagen null sympathieträger

amber103
04.10.2009 18:51

Dann zählen Sie mal die Positionen E.Haiders auf, die auch nur annähernd als bürgerlich zu werten sind.

Linke Positionen E.Haiders (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Vermögenssteuern, Wertschöpfungssteuer (aka Maschinensteuer), Steuern auf Stiftungen, Steuern auf Vermögenszuwachs, Privatisierungsstopp, Forderung nach Reverstaatlichung ehemaliger Staatsbetriebe, Hacklerregelung, 300 Aufsichtpersonen (Hausmeister) in Gebieten mit hohen Ausländeranteil,....

Ich bin gespannt welche bürgerliche Positionen Haiders gefunden werden.

DocSnyder
 
04.10.2009 22:37
ich sag ncht dass...

....der e haider nürgerlliche themen kommuniziert, ich sag nur dass es egal wär welche theman er kommuniziert hätte ;)

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