Pjöngjang offenbar zu neuen Sechs-Parteien-Gesprächen bereit

5. Oktober 2009, 13:01
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Zuerst aber bilaterale Verhandlungen über Ende des Atomprogramms

Pjöngjang/Peking - Nordkorea macht seine Rückkehr zu den internationalen Verhandlungen über ein Ende seines Atomprogramms vom Verlauf bilateraler Gespräche mit den USA abhängig. Bei einem Treffen mit Chinas Regierungschef Wen Jiabao in Pjöngjang am Montag sagte Nordkoreas Militärmachthaber Kim Jong Il nach amtlichen chinesischen Angaben vom Dienstag, "auf der Grundlage der Fortschritte der Gespräche mit den USA" sei sein Land zur Teilnahme an multilateralen Verhandlungen bereit, einschließlich der Sechs-Parteien-Gespräche.

Das feindliche Verhältnis zwischen beiden Seiten "sollte durch die bilateralen Gespräche unbedingt in friedliche Beziehungen umgewandelt werden", zitierte die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA den Militärführer. "Abhängig vom Ausgang der Diskussionen mit den USA" äußerte Kim Jong Il nach diesen noch etwas weitergehenden Angaben von KCNA, die Südkoreas Nachrichtenagentur Yonhap zitierte, seine Bereitschaft zur Rückkehr zu multilateralen Gesprächen.

Direkte Gespräche

Die USA waren Nordkorea vergangenen Monat entgegengekommen und hatten direkte Gespräche in Aussicht gestellt, wollen damit aber nicht den bisherigen Verhandlungsprozess verlassen. Nordkorea hatte die seit 2003 laufenden Sechser-Gespräche über eine Beseitigung seines Atomwaffenprogramms im April einseitig aufgekündigt.

In einer ersten Reaktion sagte der Sprecher des Washingtoner Außenministeriums, Ian Kelly, die USA seien weiterhin bereit, "im Rahmen des Prozesses der Sechs-Parteien-Gespräche" bilaterale Kontakte mit Nordkorea zu pflegen.

"Denuklearisierung erreichen"

"Der Sechs-Parteien-Prozess ist der beste Mechanismus, um eine Denuklearisierung zu erreichen", sagte Kelly in Washington. Darüber bestehe auch Einigkeit mit den anderen vier Teilnehmern China, Südkorea, Japan und Russland. Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao war am Sonntag aus Anlass des 60. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu einem dreitägigen Besuch nach Pjöngjang gereist und bemüht sich um eine Wiederaufnahme der Gespräche.

Die US-Regierung wollte den Ausgang des Besuches abwarten, bevor eine Entscheidung getroffen wird, ob der amerikanische Unterhändler Stephen Bosworth nach Pjöngjang reist, um Nordkorea zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch mit den anderen fünf Nationen zu bewegen. (APA/dpa/AFP)

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    Herzliche Begrüßung für Wen Jiabao

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