OAS organisiert Gespräche

4. Oktober 2009, 21:12

Treffen zwischen Putschisten und rechtmäßiger Regierung geplant - Verhaftete Anhänger Zelayas treten in Hungerstreik

Tegucigalpa - Die Putschregierung in Honduras will sich noch in dieser Woche zu Gesprächen mit Vertretern des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya treffen. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) arbeitete am Wochenende daran, das Treffen noch vor Beginn einer internationalen Vermittlungsmission am Mittwoch zu ermöglichen. Unterdessen traten Dutzende Anhänger Zelayas aus Protest gegen ihre Inhaftierung in einen Hungerstreik.

Nach Angaben des OAS-Gesandten John Biehl werden sich Zelaya und Putschpräsident Roberto Micheletti bei dem geplanten Treffen nicht direkt begegnen. Micheletti hatte am späten Freitagabend bestätigt, dass sein Lager offiziell den Kontakt zu Zelayas Vertretern aufgenommen habe.

"Förderung des Dialogs"

Micheletti berichtete weiterhin von einem Geheimtreffen mit OAS-Präsident Jose Miguel Insulza am vergangenen Dienstag auf einer US-Militärbasis nördlich der Hauptstadt Tegucigalpa. Insulza teilte am Wochenende mit, Ziel des Treffens sei die "Förderung des Dialogs zwischen den Konfliktparteien" gewesen. Am Mittwoch wird Insulza zusammen mit mehreren Außenministern aus der Region in Honduras erwartet.

Nach Angaben der Agrar-Gewerkschaft begannen insgesamt 38 Bauern am Samstag einen Hungerstreik in der rund 25 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tegucigalpa liegenden größten Haftanstalt des Landes, der Penitencia Nacional. Neben ihrer Freilassung forderten die Bauern eine Rückkehr Zelayas an die Staatsspitze sowie eine Anerkennung ihrer Landrechte durch die Putschisten.

Lager geräumt

Die Bauern kommen aus allen Teilen des Landes. Tagsüber protestierten sie in Tegucigalpa gegen die Putschregierung, in den Nächten campierten sie im Staatlichen Institut für Agrarreformen. Am vergangenenen Mittwoch räumten Soldaten und Polizisten gewaltsam das improvisierte Lager der Bauern. 38 der Festgenommenen sollen am Dienstag dem Richter vorgeführt werden, nach ihren Angaben drohen ihnen langjährige Haftstrafen. "Wir werden wegen Aufruhrs belangt, weil wir uns für die Rückkehr unseres Präsidenten einsetzen", sagte Ramón Díaz, einer der Hungerstreikenden, der Nachrichtenagentur AFP.

Zelaya war Ende Juni gestürzt und außer Landes gebracht worden. Seine Gegner werfen ihm vor, dass er sich per Volksabstimmung die Option auf weitere Amtszeiten sichern wollte. Am 21. September war der linksgerichtete Präsident heimlich in seine Heimat zurückgekehrt und sitzt seither in der brasilianischen Botschaft fest. International wächst seitdem der Druck auf die Putschregierung, den Machtkampf friedlich beizulegen. (APA)

Student der Magie
02
5.10.2009, 14:02
Ich hoffe,

die Menschen in Honduras kommen noch zu ihrem Recht, können sich von der Militärdiktatur befreien und bekommen wieder einen gewählten Präsidenten, der in ihrem Interesse handelt.
Dass dies ein gefährlicher Job sein kann, haben Gerichte und Militär in Honduras bereits eindrucksvoll bewiesen.
Zelaya soll seine letzten Monate sein Amt ausüben dürfen, und seine mehr Demokratie schaffenden Referenden bekommen.

Die Putschisten müssen den Gesetzen entsprechend bestraft werden, wenn sie weiter an den selben Positionen sitzen bleiben kann sich derartiges genauso leicht wiederholen.

Ein bißchen mehr Gerechtigkeit würde der Welt ganz gut tun;)

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