Mark Zuckerberg: Der Kronprinz des Silicon Valley

4. Oktober 2009, 17:00
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Programmier-Genie, jüngster US-Milliardär, cool wie Steve Jobs – der Facebook-Gründer im Portrait

Mit erst 25 Jahren reiht er sich schon in die Liste der reichsten Menschen ein und bald ist seine Erfolgsgeschichte auch auf der großen Leinwand zu sehen - Mark Zuckerberg, Mitgründer und CEO des Social Networks Facebook.

Harvard statt Microsoft

Zuckerbergs Talente erweckten schon vor seiner College-Zeit das Interesse der Industrie. Während seiner Schulzeit entwickelte der Sohn eines Ärztepaares zusammen mit einem Schulkollegen die Software Synapse, die den Musikgeschmack des Nutzers erlernte und eigene Playlists erstellen konnte. Die beiden Schüler veröffentlichten ihre Entwicklung als Plug-In für den Music-Player Winamp. Sowohl Microsoft als auch AOL zeigten sich an Synapse interessiert und wollten Zuckerberg als Programmierer gewinnen. Doch dieser entschied sich für ein Harvard Studium.

Jüngster Milliardär

2004 gründete der gebürtige New Yorker zusammen mit Harvard-Kommilitonen das soziale Netzwerk Facebook als Online-Pendant zu Jahrbüchern. Der Web-Treffpunkt für Freunde und Kollegen entwickelte sich rasant und wuchs schnell über die Grenzen des Studentenlebens und der Uni hinaus. Und auch Zuckerberg fühlte sich Harvard rasch entwachsen und zog mit seinen Freunden ins Silicon Valley nach Palo Alto, um von dort sein neues Unternehmen zu leiten. Mit den Monaten und Jahren kamen Investoren, neue Features und immer mehr User. Heute zählt Facebook etwa 300 Millionen Nutzer und soll 2008 eine halbe Milliarde Umsatz einbringen. Zuckerberg ist derzeit mit einem geschätzten Vermögen von zwei Milliarden US-Dollar der jüngste Milliardär der USA und belegt Platz 158 in der Forbes-Rangliste der reichsten US-Amerikaner.

65 Millionen Dollar für ConnectU

Das Time Magazin wählte das „Milchbubi mit Glücksträhne", wie ihn die Financial Times nannte, 2008 zu den weltweit einflussreichsten Personen. Man könnte Zuckerberg tatsächlich ein Glückskind nennen, doch seinem Glück hat der Jungunternehmer offenbar ordentlich nachgeholfen. Der 25-Jährige war vor seinem kometenhaften Aufstieg Programmierer der Netzwerk-Seite ConnectU, die ebenfalls von Harvard-Studenten betrieben wurde. Von dort soll nicht nur seinen letzten Gehaltsscheck, sondern auch die Idee für den Aufbau eines Netzwerks mitgenommen haben. Dass seine ehemaligen Kollegen über die Gründung von Facebook nicht gerade erfreut waren, ist wohl untertrieben. 2004 reichte ConnectU Klage gegen Facebook ein. 2008 konnte man sich schließlich außergerichtlich einigen: Facebook soll laut der Anwaltskanzlei von ConnectU 65 Millionen Dollar gezahlt haben. Die Summe wurde weder bestätigt noch dementiert.

Cool und arrogant wie Steve Jobs

Medien vergleichen Zuckerberg auch mit Apple-CEO Steve Jobs - cool, selbstsicher, arrogant. Die beiden Firmenchefs verbindet aber noch mehr als Charaktereigenschaften: auch Jobs soll sich immer wieder von fremden Entwicklungen „Inspiration" geholt haben und sein Leben - zumindest der erste Teil seiner Karriere - wurde mit dem Film „Pirates of the Silicon Valley" verfilmt. Auch die Facebook-Story ist nun von Hollywood entdeckt worden. Zuckerberg wird darin von Jesse Eisenberg gemimt. In die Rolle des Napster- und Facebook-Mitgründers Sean Parker schlüpft Justin Timberlake.

Sex, Geld, Genie und Betrug

Die Unterhaltungsbranche hat erkannt, dass sich an Zuckerberg gut verdienen lässt. Der Film basiert auf Ben Mezrichs Buch „The Accidental Billionaires: The Founding of Facebook. A Tale of Sex, Money, Genius and Betrayal". Wie der Titel richtig vermuten lässt, wird darin nicht unbedingt die Schokoladenseite des jungen Amerikaners präsentiert. Zuckerberg wird als „hart-herziges Genie mit einem Fetisch für asiatische Frauen" beschrieben, der seine eigenen Freunde betrogen hat, so das Fortune-Magazin.

„Legitime Spekulation"

Dass Mezrichs „Enthüllungsroman" mit Vorsicht zu genießen ist, muss wohl nicht extra betont werden. Er selbst gab gegenüber dem Magazin zu, dass sein Buch teilweise auf „legitimer Spekulation" basiere. Fortune meint, dass das Buch mehr Fiktion als Fakten beinhalte. Die Story wird zweifellos die öffentliche Wahrnehmung von Zuckerberg und den Gründungsmythos von Facebook prägen. Aus Geschichten wie diesen sind jedenfalls die Legenden des Silicon Valley gestrickt und Zuckerberg kann wohl schon jetzt mit seinen 25 Jahren in einem Atemzug mit Bill Gates und Steve Jobs genannt werden. (Birgit Riegler/ derStandard.at 4. Oktober 2009)

 

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    Mark Zuckerberg

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