Großes Zittern bei Spitzenfahrern

3. Oktober 2009, 11:41
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Die Proben der besten 20 Fahrer der Tour de France von 2008 werden noch einmal geprüft

Paris - Frankreichs Anti-Doping-Agentur (AFLD) hat laut Zeitungsberichten Anfang Oktober damit begonnen, Dopingproben der Tour de France 2008 nachzutesten. Ein neues Testverfahren auf das EPO-Derivat CERA hatte während der Frankreich-Radrundfahrt die Italiener Riccardo Ricco und Leonardo Piepoli, sowie danach den Österreicher Bernhard Kohl und den Deutschen Stefan Schumacher überführt. AFLD-Chef Pierre Bordry hatte Ende Juli diesen Jahres angekündigt, Proben der besten 20 Fahrer der Tour 2008 nachtesten zu wollen.

Heuer waren positive Tests bei der oftmals mit Dopingskandalen kämpfenden Tour einigermaßen überraschend ausgeblieben, die Oberhoheit über die Dopingtests hatte dabei nicht mehr die AFLD, sondern der Radsport-Weltverband (UCI). Doch die Nachuntersuchung der Tour-Proben 2008 durch die französischen Dopingfahnder lassen nun neue prominente Dopingfälle befürchten. Michael Lehner, Anwalt von Schumacher, meinte diesbezüglich kürzlich in der Süddeutschen Zeitung: "Da wird ein Sturm kommen."

Die belgische Tageszeitung "Le Soir" hatte bereits im Herbst des Vorjahres unter Berufung auf "seriöse Quellen" gemeldet, es habe bei mehreren Spitzenfahrern verdächtige Werte gegeben. Darunter sollen sich Spitzenfahrer wie Sieger Carlos Sastre (ESP), Fränk Schleck (LUX) und Fabian Cancellara (SUI) befunden haben.

Der mittlerweile gesperrte und zurückgetretene Dopingsünder Kohl sorgte im heurigen Sommer mit Aussagen, wonach Topleistungen im Spitzensport, wie bei der Tour de France, ohne Doping schwer vorstellbar sind, für Aufregung. Kohl zugeschriebene Zitate in der "L'Equipe", wonach die ersten Zehn der Tour de France hätten positiv getestet werden können und seltsamerweise nur drei erwischt worden seien, wies Kohl später nach heftiger Kritik aus dem Radfahrerlager als niemals in dieser Form getätigt zurück. (APA)

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