Mailänder Mode schlägt wilde Haken

3. Oktober 2009, 11:09
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Die Mailänder DesignerInnen setzen für kommendes Frühjahr auf erprobte Konzepte

Sie geben sich ein bisschen verrucht und durch die Bank ziemlich nostalgisch. Damit konnten sie nicht durchgehend überzeugen. 

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"Sex sells" ist eine alte Weisheit, und Verkaufen ist in Krisenzeiten wichtiger denn je. Also rückten gleich einige Designer bei den Mailänder Designerschauen für Frühjahr/Sommer 2010 weibliche Kurven ins rechte Licht.

Warum auch nicht? Im heurigen Winter werden Schulterpolster allgegenwärtig sein. Im kommenden Sommer werden sich die Damen dagegen auf die eigenen Pölsterchen an den strategisch wichtigen Stellen verlassen können. Damit gelang Berlusconis TV-Moderatorinnen immerhin der Sprung auf Ministersessel. Also schneidet Donatella Versace ihre Jerseykleidchen in fröhlichen Zuckerparstells knapp unterhalb vom Schritt ab und legt den Rücken frei. Dazu gibt's monströse Heels (im Bild). Nach Sizilien und Sophia Lorens wogendem Busen, der heuer 75 Jahre alt wird, kehren hingegen Dolce&Gabbana zurück.

Ganz anders sieht das nostalgische Gegenprogramm von Alberta Ferretti und Miuccia Prada aus: Sie beschwören das Flair der 30er-Jahre, als man sich in "tea-gowns" zur Gartenparty traf. "Wenn das Leben schwierig ist", meint Ferretti, "wünsche ich mir schöne Kleider zwischen Realität und Magie." Prada ließ in steif abstehenden Stoffen die Schnitte der 50er-Jahre aufleben. Dazu blühen nostalgische Rosen auf geraden Mänteln, und Strandszenen mit Palmen gibt's auf kurzen Jacken. "Für all jene", meint sie, "die nicht die Schönheit der Vergangenheit verstehen." (Peter Bäldle/Der Standard, Printausgabe 03.10.2009)

  • Donatella Versace schwört auf High Heels.

    Donatella Versace schwört auf High Heels.

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