Vettel auf Poleposition

3. Oktober 2009, 08:38
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Red Bull-Pilot Schnellster in ereignisreichem Suzuka-Qualifying - Schwere Unfälle von Glock, Kovalainen und Alguersuari - Button und vier weitere Piloten strafversetzt

Suzuka - Der auf dem Papier immer noch um den Titel kämpfende Sebastian Vettel hat seine Kampfansage wahr gemacht und geht am Sonntag aus der Pole-Position in den drittletzten Lauf zur Formel-1-WM 2009. Der deutsche Red-Bull-Racing-Pilot war am Samstag in der von Unfällen und einer Strafenflut gekennzeichneten Qualifikation für den Grand Prix von Japan (7.00 MESZ) sechs Hundertstel schneller als der italienische Toyota-Fahrer Jarno Trulli. WM-Leader Jenson Button geht nach einer Rückversetzung um fünf Plätze voraussichtlich nur vom zwölften Platz aus ins Rennen.

Vollgas unter gelber Flagge

Die Chancen, schon am Sonntag in Japan erstmals Formel-1-Weltmeister zu sein, sind für den Briten aber nach der Rückversetzung doch gesunken. Button war einer von fünf Piloten, die während einer Unfallphase trotz Gelblichts nicht vom Gas gegangen waren und deshalb vier Stunden nach Qualifikationsende um jeweils fünf Plätze zurückversetzt wurden. Dazu zählten auch Buttons ursprünglich fünftplatzierter Brawn-Teamkollege Rubens Barrichello sowie Adrian Sutil (Force India), Fernando Alonso (Renault) sowie der Schweizer Toro-Rosso-Fahrer Sebastien Buemi, dessen zweiter Crash an diesem Tag auslösend für die Gelbphase gewesen war. Buemi wurde zudem verwarnt.

Auf der Rennstrecke in Suzuka, die weltweit als eine der schwierigsten Pisten gilt und auf der sich Button bereits den Titel sichern kann, wird erstmals seit drei Jahren wieder Formel 1 gefahren. So kamen die zahlreichen Unfälle und Ausrutscher nicht ganz überraschend, die für eine Stunde geplante Qualifikations-Session wurde aber wegen mehrerer Unterbrechungen zu einer Endlos-Story.

Glock im Glück

Im zweiten Abschnitt verunfallte zunächst Jaime Alguersari (Toro Rosso), dann kam der von einer Grippe geschwächte Toyota-Fahrer Timo Glock vor Start und Ziel von der Strecke ab und krachte praktisch ungebremst frontal in die Reifenstapel. Wurde zunächst Schlimmeres vermutet, weil der Deutsche lange an der Strecke behandelt und dann sogar ins Krankenhaus geflogen wurde, kam schnell Entwarnung. Glock kam mit einer Schnittverletzung am linken Bein davon und könnte am Sonntag am Start sein. Es gehe ihm generell gut, hieß es.

In der dritten Quali-Session gab es nach einem weiteren Crash von Heikki Kovalainen (McLaren) erneut eine Zwangspause. Auch der sechstplatzierte Finne wird wegen eines absehbaren Getriebewechsels vermutlich um fünf Plätze nach hinten versetzt. Ein Schicksal, das er mit Vitantonio Liuzzi (Force India) teilt. Die offizielle Startaufstellung wird laut FIA wegen der Unsicherheit um Glocks Antreten erst vier Stunden vor dem Rennen bekanntgegeben. Sollte er fahren, muss er wegen eines Chassis-Wechsels auch vermutlich fünf Plätze nach hinten.

Webber startet aus der Box

Schon am Vormittag im Freien Training hatte Vettels RBR-Teamkollege Mark Webber sein Auto so schwer beschädigt, dass der Australier nicht am Qualifikationstraining teilnehmen konnte und daher ungeachtet aller Strafen für die anderen Piloten am Sonntag als Letzter aus der Boxengasse starten muss. Damit kann Red Bull Racing den Konstrukteurstitel wohl endgültig abschreiben. Die Österreicher, die das Starterfeld als Erster und Letzter quasi in die Zange genommen haben, müssten am Sonntag sieben Punkte mehr machen als Brawn, um den vorzeitigen Titel für die Briten zu verhindern.

Im Kampf um den Fahrertitel ließ Vettel die - bei 25 Punkten Rückstand auf Button allerdings sehr kleinen - Hoffnungen noch leben. Selbst bei einem Sieg des bei 59 Zählern haltenden Vettel kann Button (84) Champion werden, wenn er fünf Punkte mehr holt als sein Teamkollege Barrichello (69). "Wenn ich meine Chancen aufrechterhalten will, muss ich gewinnen", sagte Jungspund Vettel.

Fünfte Poleposition für Vettel

Dessen ungeachtet zeigte der Deutsche am Samstag eine nervenstarke Vorstellung und sicherte sich seine fünfte Pole, die vierte in dieser Saison. "Das Auto lief fantastisch", sagte der 22-Jährige, gestand aber ein, dass die vielen Unfälle nicht spurlos an ihm vorübergegangen seien. "Ich tat mein Bestes, um nicht abgelenkt zu sein. Es war eine verrückte Session mit vielen Unfällen. Aber das Wichtigste ist, dass alle Piloten okay sind", meinte der Deutsche und erklärte: "Im Qualifying geht man immer ans Limit. Aber speziell die Kurve neun ist hier extrem anspruchsvoll. Wenn du zu weit raus auf die Kerbs kommst, bist du nur noch Passagier." (APA)

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    Schnellster im Qualifying von Suzuka: Sebastian Vettel (re)

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    Glück im Unglück für Timo Glock.

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