Resistente Mücken könnten Malaria bekämpfen

2. Oktober 2009, 19:05
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Neue Hoffnung im Kampf gegen die Tropenkrankheit: Forscherteam entdeckt für Resistenz verantwortliches Gen

Straßburg/Heidelberg - Wieder eine neue Hoffnung im Kampf gegen die gefürchtete Tropenkrankheit: Ein deutsch-französisches Forscherteam hat herausgefunden, welches Gen dafür verantwortlich ist, dass einige Anopheles-Mücken resistent gegen den Malaria-Erreger Plasmodium sind und ihn in ihrem Darm abtöten. Die Wissenschafter des Straßburger Forschungsinstituts Inserm und des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg haben ihre Erkenntnisse am Freitag im Wissenschaftsmagazin "Science" veröffentlicht.

Nun könne erkundet werden, in welchen Regionen die resistenten Mücken leben, erläuterte Elena Levashina vom Institut Inserm. Anschließend könnten die Malaria übertragenden Mücken gezielt bekämpft und die resistenten verschont werden. Letztere könnten sich so ausbreiten und die Malaria-Überträger verdrängen. Selbst das Züchten von resistenten Moskitos sei denkbar.

Stärkung des Immunsystems

Die Forscher schließen auch nicht aus, dass das Immunsystem aller Mücken dieser Gattung gestärkt werden kann, so dass sie nicht mehr vom Malaria-Erreger infiziert werden. Diese können sich nur vermehren, wenn sie einen Teil ihres Lebens in der Mücke verbringen und einen Teil im menschlichen Körper. Werden immer mehr Mücken resistent, gibt es auch immer weniger Übertragungen der Krankheit auf den Menschen.

Jährlich erkranken weltweit rund 250 Millionen Menschen an Malaria, fast 100 Millionen von ihnen sterben an dem Sumpffieber. Die Hälfte der Opfer sind Kinder unter fünf Jahren und schwangere Frauen. Besonders verbreitet ist die Krankheit in Afrika. (APA/red)

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    Einige Anopheles-Mücken sind gegen den Malaria-Erreger Plasmodium resistent.

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