Zahlen für die Naturkulisse

2. Oktober 2009, 18:29
8 Postings

Filmen und Fotoshootings im Wald nur gegen Gebühr

Wien - Zwischen Kreativwirtschaft und den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf), herrscht derzeit Missstimmung. Der Grund ist ein relativ neuer Service, den die Bundesforste unter dem Namen "Wild.Media" durchaus erfolgreich vermarkten.

Bei diesem "Location Service in der Natur" werden für Filmdrehs und Fotoshootings auf bundesforstlichem Boden Nutzungsentgelte verrechnet. Und das nicht zu knapp, wie Vertreter der Filmindustrie kritisieren. Die Preise seien zu hoch und sollten im Interesse des Filmstandortes überarbeitet werden, wird gefordert. Die Fotografen haben ihren Nutzungssätzen laut ÖBf jedoch schon zugestimmt, wenn auch murrend.

Bei den Bundesforsten wird die Einnahmequelle, die zuletzt 90.000 Euro einbrachte, zu erklären versucht. Bei großen Drehs werde auf ökologisch sensible Zonen häufig keine Rücksicht genommen, so ÖBf-Sprecher Bernhard Schragl. Auch gingen die ÖBf-Förster den Filmtrupps bei der Suche nach der richtigen Location zur Hand und statteten sie mit Navigationshilfen aus. Für einen solchen Service seien 880 Euro für einen Tag (Foto) nicht zu viel. Auch eine Filmlizenz für einen Tag sei um 1200 Euro wohlfeil, meint Schragl. Pressefotografen, Hobbyfotografen und -filmer seien ausgenommen; ebenso wie Gemeinden und Tourismusverbände, die ihre schöne Landschaft zu Vermarktungszwecken festhalten wollen.

Arie Bohrer von der Location Austria, der Organisation, die internationale Drehs nach Österreich holt, verweist darauf, dass auch andere Länder schöne Wälder haben - ohne Nutzungsgebühren. Doch als Nicolas Cage kürzlich in der Steiermark Season of the Witch drehte und mit Trucks und Hubschraubern anreiste, wurde ohne mit der Wimper zu zucken bezahlt. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe, 3./4.10.2009)

Share if you care.