"Unsere Ungeduld steigt"

2. Oktober 2009, 17:40
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Immofinanz-Chef Eduard Zehtner pocht auf raschen Vergleich mit Constantia B.V.

Wien - Der Vergleich zwischen Immoeast und Constantia Packaging B.V. (ehemalige Mutter der Constantia Privatbank) dürfte noch lange nicht unterschriftsreif sein. Eduard Zehetner, seit November Chef von Immofinanz und Immoeast, sagte bei der Immofinanz-Hauptversammlung am Freitag: "Wir sind bei der achten Antwort auf den siebenten Vorschlag." Der Vergleich sei ein "Geben und Nehmen", und eine baldige Einigung "wäre mir recht". Notfalls, so führte Zehetner aus, wolle er das Geld (es geht um den sogenannten Ibag-Bond von 512 Mio. Euro, für den mittlerweile 50 Mio. Euro Zinsen angefallen sind) auch einklagen. Zehetner: "Ich habe große Lust, einen Prozess zu führen. Solange man aber am Verhandlungstisch sitzt, tut man so etwas nicht." Es sei immer die andere Seite, die versuche, den Vergleich zu verzögern. "Unsere Ungeduld steigt", ließ der Immo-Chef wissen.

Die Immofinanz führe derzeit drei Anleger-Prozesse, bei denen es um Fragen der Prospekthaftung geht. Bei der Immoeast seien bisher acht Klagen eingelangt. In Summe geht es um einen Streitwert von 7,4 Mio. Euro. Der größte Einzelwert (vier Mio. Euro) kommt von der Stiftung des ehemaligen Fotohändlers Christian Niedermeyer. Seine Klage wurde vom Gericht jedoch abgelehnt. Das macht Zehetner auch für die anderen Klagen optimistisch: "Wir haben daher keine Rückstellung für diese Prozesse gebildet."

Aufgetaucht ist in der Causa Buwog nun der Vertrag zwischen der Immofinanz als Syndikatsführer mit der Valora Solutions über Lobbying-Aktivitäten. Laut Zehetner habe der Staatsanwalt den Vertrag nun gefunden. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Printausgabe, 3./4.10.2009)

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