Es ist nichts vom Tisch

2. Oktober 2009, 17:01
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Mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zwar, aber: Die Weltwirtschaft steuere auf Wachstumskurs zurück, die Rezession laufe aus....

Mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zwar, aber: Die Weltwirtschaft steuere auf Wachstumskurs zurück, die Rezession laufe aus. Mit dieser positiven Prognose überraschte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Donnerstag. Ist das Wirtschaftssystem der weißen Männer in grauen Anzügen also bestätigt? Ist der Business-Case für Change vom Tisch?

Sicher nicht. Klimawandel, Arbeitslosigkeit, Strukturkrisen, Überkapazitäten, Armut, Nachfrageschwäche, Staatsverschuldung, Bildungsdefizite - die Liste ist lang genug und brennend genug, um Gestaltungswillen und die so oft zitierte Leadership in den global männlich dominierten Chefsesseln einzufordern. Unangenehme Fragen gibt es wohl genug - ein prognostiziertes BIP-Plus räumt sie nicht vom Tisch. Sondern gibt vielleicht etwas mehr Luft, um den notwendigen Diskurs zu führen.

"Wie weit kann man auf einem Boot gegen die Fahrtrichtung laufen?", fragt Wirtschaftsprofessor André Martinuzzi in seinem Beitrag zur umfassenden gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Es gehe nicht um ein paar vereinzelte Incentives, es gehe darum, das Boot in die richtige Richtung zu steuern. Die Antworten auf die Krise sind aber noch ausständig. In Governance-Fragen und im Diskurs über wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 3./4.10.2009)

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