Del Potro ist der große Star

2. Oktober 2009, 16:41
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US-Open-Champ und Metz-Sieger Monfils Zuschauermagneten für BA-Trophy - Jubiläum für Melzer, Debüt für Köllerer - Koubek erhält Wildcard

Wien - Fast alles neu bei der nun bereits zum 24. Mal ausgetragenen Bank-Austria-Trophy in der Wiener Stadthalle: Neuer Termin, neue Turnierleitung und auch ein frisch gebackener neuer Grand-Slam-Champion. Das nun bereits zum 35. Mal zur Austragung gelangende Traditions-Tennisturnier wird erstmals in der letzten Oktoberwoche ausgetragen und hat mit Herwig Straka einen neuen Turnierdirektor. Der große Star der Trophy ist US-Open-Sieger Juan Martin del Potro, gefolgt vom charismatischen Franzosen Gael Monfils, der soeben den Titel in Metz geholt hat.

Peter Feigl, der nach einem Schlaganfall in der Organisation weiter arbeitet, und der langjährige Turnierboss Leo-Günther Huemer bleiben dem Turnier erhalten. Die Fäden zieht jedoch ab sofort Straka mit seiner Firma e/motion. Straka soll nach Wunsch Huemers auch seinen Platz im ATP-Board erben, wofür sich freilich auch viele weitere Kandidaten beworben haben. Die diesbezügliche Entscheidung fällt Mitte November.

Die Verpflichtung von Juan Martin del Potro bereits vor sechs Monaten (mit einer Bonuszusicherung im Falle Top-5-Platzierung) hat sich für die Veranstalter bezahlt gemacht. Der 21-jährige Argentinier, aktuell Nummer 5 der Welt, hat mit dem sehenswerten Finalsieg über Roger Federer in Flushing Meadows den endgültigen Durchbruch geschafft. Im Vorjahr hatte er am Vogelweidplatz noch wegen einer Zehenverletzung für die zweite Runde w.o. geben müssen.

Straka: "Wir heben uns eine Wildcard bis zum Schluss auf"

Mit den Tschechen Tomas Berdych (ATP-Nr. 16) und Radek Stepanek (17) kommen zwei weitere Top-20-Spieler nach Wien, seit kurzem liegt auch eine Wildcard-Anfrage des Spaniers David Ferrer (19) vor. "Wir heben uns sicher eine Wildcard bis zum Schluss auf", versicherte Straka. Auch andere Spieler aus den Top Ten (ab Nummer 6) zählen noch zu Kandidaten für einen Wien-Trip. Interessant ist auch das Antreten vom US-Aufschlag-Riesen John Isner, am Start ist auch der Sensationssieger des Vorjahres, der Deutsche Philipp Petzschner.

Neben der internationalen Besetzung ist auch die heimische für das mit 500.000 Euro dotierte Turnier (24.10. bis 1.11.) sehr wichtig. Neben Jürgen Melzer, der heuer mit seinem zehnten Antreten ein Jubiläum feiert, freut sich "Crazy Dani", Daniel Köllerer, auf sein Hauptbewerbsdebüt in der Stadthalle. "Die Auslosung muss passen. Vom Tennis her kann ich sicher mit dem Teilnehmerfeld ganz gut mithalten. Meine Erwartungen sind gutes Tennis und viele Leute in der Stadthalle", meinte der 26-jährige Oberösterreicher bei einer Pressekonferenz in Wien.

Den zuletzt auch medialen Aufschwung nach seiner US-Open-Darbietung gegen del Potro will der im Ranking zuletzt auf Platz 59 gekletterte Köllerer auch in Wien bieten. "Ich will schauen, dass die Show nicht zu kurz kommt." Köllerer glaubt, dass die Leute in Wien gut auf ihn reagieren werden. "Ich bekomme sehr viele positive Zuschriften über meinen Manager und im Internet." Der Imagewechsel vom "bösen Buben" zum "Showman" im positiven Sinn soll erreicht werden.

Ebenfalls mit von der Partie, bereits zum 11. Mal, ist Stefan Koubek, der eine der Wildcards erhält. Es ist möglich, dass auch ein vierter ÖTV-Spieler noch eine Freikarte für den Hauptbewerb erhält, so Straka.

Um die nähere Zukunft des Events muss man sich offenbar keine Sorgen machen, auch nicht unter dem ebenfalls neuen Vorstandsdirektor der Bank Austria, Willibald Cernko. "Wir haben das Turnier jetzt 24 Jahre unterstützt und haben eine Absichtserklärung für das nächste Jahr abgegeben. Aber natürlich werden wir es nach wie vor auch kritisch prüfen", sagte Cernko. Auch von Seiten der "Mutter" Unicredit gäbe es keine anderslautenden Signale - im Gegenteil. Mit dem Einstieg der Unicredit als Sponsor in die Fußball-Champions-League ist das Sportinteresse auch europaweit dokumentiert. (APA)

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    Von den Boca Juniors-Fans im La Bombonera-Stadion von Buenos Aires gefeiert: US-Open-Sieger Juan Martin del Potro.

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