Doch mehr Geld für Wüstenbekämpfung

3. Oktober 2009, 23:55
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UN-Wüstenkonferenz beschließt Erhöhung der Ausgaben um 4,29 Prozent auf 16,3 Millionen Dollar

Buenos Aires - Angesichts der immer bedrohlicheren Ausbreitung von Trockengebieten hat sich die 9. UN-Wüstenkonferenz am Samstag im letzten Augenblick doch noch auf eine Erhöhung des Budgets geeinigt. Nach einer Nachtsitzung stimmten die Vertreter aus 190 Mitgliedsländern der UN-Wüstenkonvention (UNCCD) am Samstag für eine Erhöhung der Ausgaben um 4,29 Prozent auf 16,3 Millionen Dollar (11,3 Millionen Euro).

   Zugleich gab es erstmals eine Einigung auf Indikatoren für die Ausbreitung von Trockengebieten. Diese waren von einer zum ersten Mal parallel zu einer Wüstenkonferenz organisierten Wissenschaftlerkonferenz erarbeitet worden. Auch solle die Zusammenarbeit aller beteiligten Länder und Organisationen verbessert werden. "Dies alles stellt einen grundlegenden Fortschritt dar", sagte der Exekutivsekretär des in Bonn angesiedelten UNCCD- Sekretariats, Luc Gnacadja.

Widerstand der USA, Kanadas und Japans

   Die Erhöhung des Budgets fiel allerdings wesentlich geringer aus, als von Gnacadja gefordert. Er hatte sich für eine Anhebung um fast 16 Prozent stark gemacht. Damit scheiterte er jedoch vor allem am Widerstand der USA, Kanadas und Japans, die eigentlich überhaupt keine Ausweitung der Ausgaben gewollt hätten, verlautete aus Delegationskreisen. Die Länder der Europäischen Union seien durchaus zu einer stärkeren Anhebung bereit gewesen, hieß es weiter.

   Gnacadja hatte zuvor eindringlich vor weiterer Untätigkeit beim Umweltschutz gewarnt: "Anders als bei der Wirtschaftskrise wird uns kein auch noch so großes staatliches Programm retten, wenn die Umwelt erst einmal bankrott erklärt hat." Um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, müsse die weltweite Nahrungsmittelproduktion bis 2050 verdoppelt werden. "Wenn wir die Böden nicht schonender und besser nutzen, werden wir scheitern", sagte der UNCCD-Chef. Dann würden immer größere Gebiete der Erde von Dürren heimgesucht.

   Fortschritte habe es auf der Konferenz in Buenos Aires jedoch bei der Frage gegeben, wie die Verschlechterung der Bodenqualität verbindlich gemessen, überwacht und definiert werden soll. Aber auch hier bleibe noch viel Arbeit. "Wir sehen den Elefanten, aber wir müssen uns noch darauf einigen, wie genau ein Elefant aussieht", sagte der aus Benin stammende Gnacadja.

   Etwa 40 Prozent der Landfläche der Erde gelten schon heute als Trockengebiete, und in ihnen lebt ein Drittel der Weltbevölkerung. Die Hälfte von ihnen ist arm. Seit 1990 haben die Trockengebiete um 15 bis 25 Prozent zugenommen. Dies führt in armen Regionen zu einer Verminderung der Lebensmittelproduktion und löst damit Hungersnöte, Flüchtlingsströme und Kriege aus. Die nächste UN-Wüstenkonferenz soll in zwei Jahren in Südkorea stattfinden. (APA)

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