Israel darf weiter zu Atomprogramm schweigen

2. Oktober 2009, 15:01
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Bericht: Obama versicherte Netanyahu bei Treffen, keinen Druck für Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrages und für Zulassung von Inspektionen auszuüben

Washington - US-Präsident Barack Obama hält angeblich an einer stillschweigenden Vereinbarung mit Israel fest, nach der das Land sein Atomwaffenarsenal nicht vor der internationalen Gemeinschaft offenlegen muss. Nach einem Bericht der "Washington Times" vom Freitag gab Obama dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu bei einem Treffen im Mai im Weißen Haus zu verstehen, dass er an der nunmehr 40-jährigen Praxis festhält, die Israel internationale Inspektionen erspart.

Demnach werden die USA auch weiterhin kein Druck auf Israel ausüben, den internationalen Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen zu unterzeichnen. Die Zeitung bezog sich dabei auf drei namentlich nicht genannte Regierungsbeamte.

Wie es weiter hieß, hatte in Israel Ungewissheit über Obamas Haltung geherrscht, da die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen zu den politischen Prioritäten des Präsidenten gehört. Dass es bei der stillschweigenden Übereinkunft bleibt, habe Netanyahu selbst in der vergangenen Woche - weitgehend unbemerkt - in einem Interview offenbart. Auf die Frage, ob er über Obamas Aufruf zu einer atomwaffenfreien Welt vor der UN-Generalversammlung besorgt sei, antwortete Netanyahu demnach, dies habe sich klar auf den Iran und Nordkorea bezogen. (APA)

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    Israel muss seine Atomanlagen weiterhin nicht internationalen Inspektoren zugänglich machen.

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