Immaterielles Kulturerbe in Österreich gesucht

2. Oktober 2009, 14:07
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Bewerbungen bis 31. Dezember

Wien - Der argentinische und uruguayanische Tango zählen seit kurzem ebenso zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO wie die malische Manden Charta, die älteste Verfassung der Welt. Nun startet die österreichische UNESCO-Kommission die Erstellung eines nationalen Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes, aus der wiederum einzelne Einträge für die internationale "Repräsentative Liste" nominiert werden.

Bis 31. Dezember können sich ab sofort "Gruppen oder Einzelpersonen, die sich als TrägerInnen von speziellen Praktiken, Darbietungen oder von besonderem Wissen verstehen", für die nationale Liste bewerben. Ein Fachbeirat mit Vertretern aus Bund, allen Bundesländern sowie Experten entscheidet dann über die Aufnahme ins österreichische Verzeichnis.

Die "Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes" umfasst derzeit 76 kulturelle Ausdrucksformen aus 27 Ländern. Österreich ist noch nicht vertreten, da es erst seit 9. Juli Vertragsstaat des entsprechenden Übereinkommens zur Bewahrung des Immateriellen Kulturerbes ist. Der Vertrag schützt "die lebendigen kulturellen Ausdrucksformen wie Tanz, Theater, Musik, Erzählungen, Märchen, Bräuche, Regionalsprachen, Paraden, Kosmologien, Feste oder Handwerkstechniken und -wissen". 115 Staaten haben das Übereinkommen bisher ratifiziert, darunter 16 EU-Mitgliedstaaten. Die Vertragsstaaten verpflichten sich, Maßnahmen zu ergreifen, damit das immaterielle Kulturerbe erhalten bleibt. (APA)

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