Akzeptanz für Schwarz-Gelbe steigt auch Tage nach Wahl

2. Oktober 2009, 13:10
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Mehrheit gegen engere Zusammenarbeit von SPD und Linken

Mainz - Anders als noch vor vier Jahren sieht diesmal eine Mehrheit der Bürger das Ergebnis der Bundestagswahl positiv. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer zeigten sich 53 Prozent der Befragten mit dem Wahlausgang "eher zufrieden", 40 Prozent waren "eher unzufrieden". Eine Regierung aus CDU/CSU und FDP fanden 46 Prozent gut und 33 Prozent schlecht, 17 Prozent war es egal. Gut eine Woche vor der Wahl war Schwarz-Gelb noch umstritten: Da fanden eine solche Koalition 39 Prozent gut, 37 Prozent schlecht und 20 Prozent war es egal.

Nach der Bundestagswahl ergab sich eine im Vergleich zum Wahlergebnis wenig veränderte politische Stimmungslage: Die CDU/CSU kam auf 36 Prozent, die SPD auf 22 Prozent. Die FDP erreichte 14 Prozent, die Linke 13 Prozent und die Grünen lagen bei elf Prozent.

Nur 34 Prozent erwarten Lösung von Problemen

Allerdings erwarteten nur 34 Prozent, dass eine schwarz-gelbe Regierung die anstehenden Probleme ganz allgemein besser löst als die bisherige Bundesregierung. Eine Mehrheit von 54 Prozent erwartete keine wesentliche Veränderung und zehn Prozent glaubten, dass eine Regierung aus Union und FDP die Probleme eher schlechter bewältigen wird. Die größten Hoffnungen lagen dabei im Themenfeld "Wirtschaftskrise lösen", wo sich 39 Prozent eine größere Kompetenz von Schwarz-Gelb erhofften. 47 Prozent erwarteten hier keine Änderungen im Vergleich zur Politik der Großen Koalition.

Beim Thema "soziale Absicherung" gingen 51 Prozent davon aus, dass sich hier unter Schwarz-Gelb nichts ändern werde. Allerdings rechneten 36 Prozent mit Abstrichen bei der sozialen Absicherung. Dass es nach dem Regierungswechsel zu Steuererleichterungen für Arbeitnehmer kommt, glaubten nur 29 Prozent, eine deutliche Mehrheit von 69 Prozent ging allerdings nicht davon aus.

36 Prozent für SPD-Zusammenarbeit mit Linken

Nach dem Absturz der SPD bei der Bundestagswahl meinten 57 Prozent der Befragten, dass sich die Partei nach links entwickeln werde. 29 Prozent gingen davon aus, dass sich der Kurs nicht ändern werde. Insgesamt sprachen sich nur 36 Prozent dafür aus, dass die SPD künftig stärker mit der Linken zusammenarbeiten soll, 56 Prozent lehnten das ab. Bei den SPD-Anhängern waren 44 Prozent für eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Parteien, 51 Prozent waren dagegen.

Dass der bisherige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel neuer SPD-Vorsitzender werden soll, fanden 29 Prozent gut und 23 Prozent nicht gut. 39 Prozent war das egal. Bei den SPD-Anhängern sprachen sich 40 Prozent für Gabriel aus, 26 Prozent dagegen und 26 Prozent war das egal.

Die Politiker-Rangliste führte weiter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an. Sie erreichte mit 2,6 den besten Wert, der bisher für sie gemessen wurde (zuvor 2,1). Auf Platz zwei kam Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit 2,3 (zuvor 2,1). Mit deutlichem Abstand folgte scheidende Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit 1,5 (zuvor 1,4). Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier erreichte nur noch 1,1 (zuvor 1,5), Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) lag ebenfalls bei 1,1 (zuvor 0,9).

FDP-Chef Guido Westerwelle kam mit 0,9 (zuvor 0,5) auf Platz sechs. CSU-Chef Horst Seehofer erreichte nur noch einen Wert von 0,0 (zuvor 0,5). Knapp im Negativbereich lag SPD-Chef Franz Müntefering mit minus 0,2 (zuvor 0,7) vor den Linken-Politikern Gregor Gysi mit minus 0,7 (minus 0,9) und Oskar Lafontaine mit minus 1,0 (zuvor minus 1,3).

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für das Politbarometer von Dienstag bis Donnerstag 1.326 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. (APA)

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