Glawischnig will einen Staatssekretär Küberl

2. Oktober 2009, 12:04
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Mehr Pädagogen mit Migrationshintergrund in Kindergärten und Schulen

Wien - Die Grünen drängen auf eine Integrationsoffensive. Da die SPÖ auf ihre Wahlschlappen mit rechter Rhetorik reagiere, das ÖVP-geführte Innenministerium seit Jahren Integrationsmaßnahmen verweigere und die FPÖ mit sehr scharfen Ausländerwahlkämpfen hohe Stimmengewinne lukrieren könne, sei es dafür höchste Zeit, befanden Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig und Menschenrechtssprecherin Alev Korun bei einer Pressekonferenz Freitagvormittag. Unter anderem forderten die beiden ein Integrationsstaatssekretariat, das im Bundeskanzleramt angesiedelt und von Caritas-Chef Franz Küberl geleitet werden sollte.

Korun verwies darauf, dass dass Innenministerium zwar Roadshows und ähnliches zum Thema Integration abgehalten habe, jedoch keine einzige konkrete Maßnahme gesetzt worden sei. Damit sei das Innenressort fast der Garant dafür, dass keine Integration stattfinde. Stattdessen sollte es ein eigenes Staatssekretariat geben, das angesichts der Querschnittsmaterie im Bundeskanzleramt stationiert sein müsste und auch über entsprechende budgetäre Ressourcen verfügen sollte.

Spekulationen, wonach man SP-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas in solch ein Staatssekretariat wegloben könnte, finden bei Glawischnig keinen Anklang. Dies wäre ein Beispiel für symbolische Politik.

Schwerpunkt bei Kindern und Jugendlichen

Einen Schwerpunkt in Sachen Integration wollen die Grünen bei Kindern und Jugendlichen setzen und dabei auf Lehrpersonal mit Migrationshintergrund vertrauen. Sowohl in Kindergärten als auch in Volksschulen sollten wenigstens zehn Prozent der Pädagogen über entsprechende Wurzeln verfügen. Zusätzlich sollte eine Woche pro Schuljahr für Integrationsprojekte reserviert sein.

Mehr Geld braucht es aus Grüner Sicht auch für die Förderung von Sprachkursen. In Dänemark werde dafür das 100fache ausgegeben, berichtete Glawischnig.

Besser anerkannt werden müssten zudem nach Österreich mitgebrachte Qualifikationen. Während nur 19 Prozent der Inländer unter ihrem Ausbildungsniveau arbeiteten, seien das bei ausländischen Arbeitskräften mehr als doppelt so viele. Korun sprach sich auch für die Möglichkeit eines Türkisch-Lehramtstudiums aus. Derzeit sei es so, dass durch das Fehlen eines entsprechenden Faches nicht einmal die Möglichkeit bestehe, Türkisch als zweite Fremdsprache in Schulen zu unterrichten - und das sei allein schon wegen der sich ausweitenden wirtschaftlichen Beziehungen nicht nachvollziehbar. (APA)

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