Arbeitslosigkeit wirft lange Schatten

2. Oktober 2009, 11:59
5 Postings

Strauss-Kahn schätzt, dass die Arbeitslosigkeit in der Eurozone bis 2011 auf fast zwölf Prozent klettert

Istanbul - Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat sich besorgt über den erwarteten Anstieg der Arbeitslosigkeit vor allem in reichen Ländern geäußert. Dass trotz der Konjunkturwende während des kommenden Jahres immer mehr Menschen ohne Job sein werden, "wirft einen Schatten auf die Erholung", sagte der IWF-Direktor am Freitag in Istanbul.

Der Fonds schätzt, dass die Arbeitslosigkeit etwa in der Eurozone bis zum Jahr 2011 auf beinahe zwölf Prozent klettert. Für Deutschland erwartet der Weltwährungsfonds im kommenden Jahr knapp elf Prozent Arbeitslose.

Strauss-Kahn warnte zugleich vor einem zu schnellen Ausstieg aus den teuren Krisenbekämpfungsprogrammen gewarnt. "Es ist noch nicht die Zeit dafür", erklärte er bei der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank.

Finanztransaktionssteuer abgelehnt

Die Einführung einer neuen internationalen Steuer auf Finanztransaktionen, wie sie vor allem Deutschland zuletzt favorisiert hatte, lehnte Strauss-Kahn ab. "Ich denke nicht, dass ein solcher vereinfachter Ansatz funktioniert", sagte er. Es bleibe aber die berechtigte Frage, wie die Finanzbranche an den Kosten beteiligt werden könne, die sie mit der Krise selbst verursacht habe. Der IWF werde dazu Vorschläge machen, die in Richtung eines Fonds oder einer Art Versicherung gingen, kündigte er an.

"Wir sind am Wendepunkt", sagte er zum Status der globalen Wirtschaftsentwicklung nach Monaten der tiefen Krise. "Ich bin aber immer noch sehr besorgt über das Ansteigen der Arbeitslosigkeit", fügte er hinzu. Europa wird nach seinen Worten wohl langsamer aus der Krise herauskommen als andere Regionen. "Europa war in gewissem Sinne weniger hart getroffen als die USA, als das Wachstum einbrach, ... aber es wird wohl auch etwas langsamer reagieren, wenn es in die andere Richtung geht", sagte er. Grund seien die weniger flexiblen Marktbedingungen. (APA)

 

Share if you care.