"Zeitungszeugen" setzen sich auch in zweiter Instanz durch

2. Oktober 2009, 11:30
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Der Freistaat hatte bundesweit Ausgaben der "Zeitungszeugen" beschlagnahmen lassen

Im Streit um die Verbreitung von nachgedruckten Nazi-Hetzblättern hat sich der Herausgeber der Wochenzeitung "Zeitungszeugen" auch in der zweiten Instanz durchgesetzt. Das Oberlandesgericht in München wies am Donnerstag eine Berufung des Freistaats Bayern zurück, wie das Gericht am Freitag mitteilte.

Bayern hatte wie berichtet im Januar bundesweit Ausgaben der "Zeitungszeugen" beschlagnahmen lassen, weil lose unter anderem Nachdrucke des "Völkischen Beobachters" sowie eines Nazi-Propaganda- Plakats zum Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 beigelegt waren. Bereits im März hatte das Landgericht München I in erster Instanz die Beschlagnahme aufgehoben.

Der Inhaber des Londoner Verlags Albertas, Peter McGee, hatte sein Projekt stets als wissenschaftlichen Beitrag zu Aufarbeitung der Nazi-Zeit verteidigt. Er wollte mit den Nachdrucken historischer Zeitungen der Jahre 1933 bis 1945 den damaligen Alltag direkter vermitteln als in Lehrbüchern möglich. Der zweiten Ausgabe von "Zeitungszeugen" lagen auch nicht nur Nazi-Blätter, sondern auch das sozialdemokratische Blatt "Vorwärts" sowie ein Nachdruck der unabhängigen "Vossischen Zeitung" bei. (APA)

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