Bausparen profitiert von der Krise

2. Oktober 2009, 11:18
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Der Chef der Raiffeisen Bauspar­kasse rechnet damit, dass heuer die Schallmauer von einer Million Neuverträgen durchbrochen wird

Salzburg - Die Zahl der Neuabschlüsse bei den heimischen Bausparkassen ist in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um sieben Prozent auf knapp 668.900 Verträge gestiegen. Diese Zahlen wurden am Donnerstagabend bei einem Pressegespräch anlässlich der Tagung der Europäischen Bausparkassenvereinigung in Salzburg präsentiert.

"Ich bin zuversichtlich, dass heuer die Schallmauer von einer Million Neuverträgen durchbrochen wird", sagte Erich Rainbacher, Generaldirektor der Raiffeisen Bausparkasse, für das Arbeitsform österreichischer Bausparkassen. Im Vorjahr gab es mit 974.240 Neuverträgen ein Rekordergebnis. Die Ausleihungen bei den Bausparkassen sind in den ersten neun Monaten um zehn Prozent auf 16,7 Mrd. Euro gestiegen, berichtete Rainbacher.

"Die Krise hat dem Bausparen genutzt, weil die Kunden wieder verstärkt zu konservativeren und bewährten Sparformen greifen", sagte Wüstenrot-Generaldirektorin Susanne Riess-Passer. Der Staat habe 2008 rund 134 Mio. Euro an Bausparprämien aus dem Budget bezahlt. Dem stehe mit 3,6 Mrd. Euro ein Vielfaches an Finanzierungsleistung der Bausparkassen gegenüber.

"Rasenmähermethode"

Eine Anhebung der Höchstgrenzen bei Bauspardarlehen sei angesichts der gestiegenen Baukosten dringend notwendig, forderte Manfred Ulreich, Vorstandsdirektor der Allgemeinen Bausparkasse. Er verlangte eine Anhebung der Höchstsumme von 150.000 auf 180.000 Euro pro Person bei grundbücherlich besicherten Darlehen. Bei unbesicherten Darlehen sollte die Grenze von 22.000 auf 25.000 Euro steigen.

Gegen eine "Rasenmähermethode" der EU-Kommission bei der Eigenkapitalunterlegung von Hypothekarkrediten wandte sich der Präsident der Europäischen Bausparkassenvereinigung, Herbert Pfeiffer. Es brauche differenzierte Antworten auf unseriöse Finanzierungspraktiken. In Österreich, Deutschland, Frankreich oder Tschechien gebe es für die Baufinanzierung sehr sicherheitsorientierte und bewährte Systeme.

Im deutschsprachigen Raum brauche es keine neuen Regeln, sagte der Direktor der Europäischen Bausparkassenvereinigung, Andreas J. Zehnder. Vielmehr solle die EU die Regierungen von Großbritannien oder Irland auffordern, jene Sicherheitsstandards einzuführen, die sich in anderen Ländern bewährt haben. Für eine Bausparfinanzierung braucht es immer auch einen bestimmten Anteil an Eigenmitteln. (APA)

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