Referendum in Irland

Zweidrittel-Mehrheit für Lissabon-Vertrag

3. Oktober 2009, 21:18

67,1 Prozent der Iren stimmten mit Ja - Krise der EU abgewendet - Premier Cowen: "Guter Tag für Irland" - Gegner räumten Niederlage ein

Dublin/Brüssel - Im zweiten Anlauf haben die Iren mit deutlicher Mehrheit für den EU-Reformvertrag gestimmt. Nach dem amtlichen Endergebnis votierten rund 67 Prozent für das Vertragswerk, das bei einem ersten Referendum im Juni 2008 durchgefallen war. Die Gegner des Lissabon-Vertrags räumten ihre Niederlage ein, zahlreiche Politiker aus anderen EU-Staaten begrüßten den Ausgang der Volksabstimmung. Alle Blicke richten sich nun auf Tschechien und Polen: Damit das Vertragswerk endgültig in Kraft treten kann, müssen noch die Präsidenten der beiden Länder zustimmen.

Beim zweiten Referendum segneten die Iren den Vertrag mit einer überraschend großen Mehrheit ab: 67,1 Prozent stimmten am Freitag für den Vertrag, das Nein-Lager kam auf nur mehr auf 32,9 Prozent. Bei der ersten Volksabstimmung im Juni vergangenen Jahres kamen die Nein- Sager noch auf 53,4 Prozent. "Die Iren haben mit klarer Stimme gesprochen. Es ist ein guter Tag für Irland und ein guter Tag für Europa", sagte der irische Ministerpräsident Brian Cowen am Samstag in Dublin. Mit dem Votum zeigten die Iren, dass sie "im Herzen Europas bleiben wollen".

Einmischung von Unternehmen

Der Parteichef der Sozialisten, Joe Higgins, der den Reformvertrag ablehnt, räumte bereits nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse die Niederlage der Eurokritiker ein. Er bezeichnete das Referendum als eine der unausgewogensten Kampagnen in der Geschichte Irlands. Higgins beklagte eine Einmischung von großen Unternehmen wie Ryanair und Intel zugunsten des EU-Reformvertrages.

Europa müht sich seit acht Jahren um eine Reform. Der Lissabon-Vertrag, Nachfolger der gescheiterten EU-Verfassung, soll die EU effektiver machen. Doch mit dem Ja der Iren allein kann das komplexe Vertragswerk noch nicht in Kraft treten - dazu ist die Zustimmung aller 27 EU-Länder notwendig. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso rief deshalb die Staatschefs in Tschechien und Polen zum schnellen Handeln auf. "Jetzt, da alle Mitgliedstaaten dem Vertrag von Lissabon demokratisch zugestimmt haben, muss der Vertrag so schnell wie möglich auch in Polen und Tschechien ratifiziert werden", sagte er in Brüssel.

Klaus wartet ab

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk sah nun endgültig den Weg zur Annahme des Vertrages geebnet. Er hoffe, dass Präsident Lech Kaczynski seine Ankündigung umsetze und das Dokument sehr schnell unterzeichne, sagte Tusk. Niemand wolle, dass Polen als ein Bremser des Ratifikationsprozesses gelte.

Sorgenkind bleibt noch Tschechien. Zwar plädierte auch die tschechische Regierung für eine schnelle Ratifizierung. Allerdings ist noch eine Klage gegen den Vertrag vor dem Verfassungsgericht in Brünn anhängig. "Es ist schwer zu prognostizieren, wann das abgeschlossen ist", sagte Europaminister Stefan Füle, "die Regierung und ich persönlich glauben, dass wir bis zum Ende des Jahres ratifiziert haben". Jedoch hielt der tschechische Präsident und EU- Kritiker Vaclav Klaus eisern dagegen: Er warte eine Entscheidung des Verfassungsgerichts ab, bevor er über seine Unterschrift nachdenke.

 Dennoch machte sich nach dem irischen Votum Hoffnung breit. Bundespräsident Heinz Fischer sagte, das europäische Projekt habe durch das irische "Ja" eine "wichtige und wertvolle Unterstützung" erhalten. Aus dem Büro von Bundeskanzler Werner Faymann (S) hieß es, das Ja sei "erfreulich für die europäische Integration". Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll (V) sprach von einem "klaren Bekenntnis zu einem gestärkten Europa". Auch Außenminister Michael Spindelegger (V) begrüßte das irische Ja und sieht darin einen "deutlichen Vertrauensbeweis für die EU".

Der amtierende EU-Ratspräsident Fredrik Reinfeldt sprach wie der britische Premierminister Gordon Brown von einem "guten Tag für Europa". Europa habe nach dem ersten Nein "zugehört und ist auf die Besorgnisse der Menschen in Irland eingegangen", sagte der schwedische Regierungschef. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy gratulierte den Iren zu ihrer "Wahl Europas". Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich erfreut über das irische Ergebnis.

Bei der Abstimmung der Iren spielten allerdings wohl weniger die europäische Reform als wirtschaftliche Faktoren die entscheidende Rolle: Da Irland so tief wie kaum ein anderes Land in der EU in der Krise steckt, erhofften sich viele Menschen Hilfe aus Brüssel. Zudem hatte die irische Regierung von der EU Zusagen verlangt, damit die Iren den Vertrag dieses Mal abnickten - so zum Beispiel, dass in dem katholischen Land das Abtreibungsverbot durch den Vertrag nicht abgeschafft wird.

Warnung vor "Superstaat"

Vertrags-Gegner beklagten am Samstag jedoch, dass die Iren zu ihrer Entscheidung durch Angstmacherei genötigt worden seien. Sie warnten auch vor einem europäischem "Superstaat", der die Macht der einzelnen Länder untergrabe. Der Vertrag von Lissabon folgt der EU- Verfassung, die 2005 in Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden gescheitert war. Bisher gilt in der EU immer noch der Vertrag von Nizza aus 2001. Der neue Vertrag soll Entscheidungen in der EU vereinfachen und der Union auch außenpolitisch ein größeres Gewicht geben. So ist zum Beispiel der Posten eines ständigen EU-Präsidenten geplant. Derzeit wird in Großbritannien heftig darüber spekuliert, dass dieses Amt der britische Ex-Premier Tony Blair übernehmen könnte. (APA/AP)

Link:

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1317
skip it
00
6.10.2009, 15:07
nur damit wir gewaertig sind, mit wes ungeistes kindern der zivilisertere teil der postergemeinde sich hier herumschlagen muss,...

... hier eine bislang nicht erschienene replik des posters "nestor-irgendwas" (der, der sich solche sorgen machte, wer mich fuer's posten bezahlt, jetzt kapier ich erst, warum).

zit. nestor "brownie" irgendwas:

--------------------------
"Von wo schreibt der Kerl? Er hat auf seiner Tastatur nicht einmal Umlaute.

Ich tippe auf New York.

Oder Jerusalem."
--------------------------

nun, man haette es sich ja denken koennen.

ach so, ja: ä, ö, ü.

Der Kreter
 
00
7.10.2009, 11:24
Was wollen Sie uns damit sagen?

1) Daß Sie sich selbst als Teil des letzten Bollwerks der Zivilisation gegen die anbrandenden Barbarenhorden sehen?

2) Daß alle Kritiker des Reformvertrags verkappte N*zis sind?

3) Daß Sie tatsächlich eine deutsche Tastatur haben.

Ein sogar für Ihre Verhältnisse infantiles Posting.

Darüberhinaus muß ich allerdings zugeben, daß die Idee, Sie säßen in New York, tatsächlich abwegig ist. Die USA dürften kein allzu großes Interesse an der Enstehung eines weiteren Konkurrenzimperiums haben.

Ach ja:
?? ?? ?? ??

skip it
00
7.10.2009, 13:23
interessante interpretation...

Mostbluzer
10
5.10.2009, 16:55
es wird zeit,

dass dieser unselige vertrag endlich in kraft tritt. dann wird sich in 2,3 jahren rausstellen, wer recht hatte. dann soll aber keiner jammern.
blöd wärs wirklich, wenn die eu schon vorher zerfällt. dann streiten wir nachher auch noch deswegen (lissabon), das ist "er" gar nicht wert.

wenn sich die eu das erste mal auf den vertrag beruft oder gravierende änderungen im nachhinein vornimmt (kann sich leicht aufgrund einer "freihaltungsklausel") könnten einige mit den augerln schlackern. aber alles wird sich weisen.

Der Kreter
 
13
5.10.2009, 14:50
Ein Link zu einem äußerst treffenden Kommentar von Roberto J. De Lapuente,

jenseits der anscheinend obligatorischen Jubelmeldungen, welcher den Sinn und die Möglichkeit von Basisdemokratie angesichts des massiven Meinungsdrucks durch eine vorgeblich vielfältige und freie, faktisch jedoch erschreckend einheitliche - um nicht zu sagen: gleichgeschaltete - Medienlandschaft hinterfragt.

http://tinyurl.com/ycb49ud

Der Autor spricht mir aus der Seele. Und, wie ich vermute, noch etlichen anderen, die sich nicht mehr mit vorgefertigten Gebrauchs-Wahrheiten aus der PR-Küche abspeisen lassen wollen.

P.S. Aufrechte Europäer, welche sich versucht sehen, mit der Nationalismus- bzw. Kronen-Zeitungs-Keule zu winken, möchte ich ersuchen, vor dem Verfassen allfälliger replies den verlinkten Artikel auch zu lesen. Vielen Dank!

Ggg14
00
6.10.2009, 22:55

Ok. Habs gelesen. Und es ist die gleiche, bekannte Leier, die nichts anderes ist, als dass sie das eigene mangelnde (linksextreme) Demokratieverständnis kaschiert.

Das Nein ist unter vielen Unwahrheiten und Lügen zustandegekommen. Die Uninformiertheit der Menschen wurde ausgenutzt, unter anderem von einem dubiosen Geschäftsmann. Warum sollte nun dieses Referendum geradezu heilige Gültigkeit besitzen? Weil das Ergebnis den Gegnern eben genehm war. Nachdem sie ein Ja beim zweiten Mal fürchteten, versuchen sie es nun mit der Anti-Demokratie-Hysterie.

Also mit einem Wort nix Neues und ich würde Ihnen empfehlen, Ihre Quellen genauer zu prüfen, bevor Sie ihnen uneingeschränkt Glauben schenken.

Der Kreter
 
00
7.10.2009, 10:44
"Ok. Habs gelesen."

Mit geschlossenen Augen?

Jegliche Kritik am Zustandekommen, Inhalt und der Ratifizierungspraxis des Vertrags als - je nach Bedarf - links- oder rechtsextrem zu bezeichnen, ist zwar effektiv, aber außerordentlich billig. Als Sahnehäubchen folgt dann noch der Vorwurf des mangelnden Demokratieverständnisses. Da könnte sogar der Herr Grasser noch etwas von Ihnen lernen (aber vielleicht haben Sie ja ohnedies denselben NLP-Kurs belegt).

Zumindest ist somit klar, in welche Kategorie Ihr Posting fällt und welches Gewicht Ihren "Argumenten" zukommt.

Abschließend möchte ich Ihnen empfehlen, doch Ihre eigenen Empfehlungen zu beherzigen. Außerdem wäre es ganz reizend von Ihnen, wenn Sie mich in Zukunft mit Ihrem PR-Ausfluß verschonen würden.

Andreas Prucha
02
6.10.2009, 07:55

Wie kann man von Basisdemokratie sprechen, wenn einzelne Mitgliedsländer über die Zukunft der ganzen EU abstimmen. Selbst wenn in jedem EU-Land eine Volksabstimmung durchgeführt worden wäre, hätte das nichts am Grundproblem geändert: Das Nein in *einem* Mitgliedsland hätte zum Nein für ganz Europa geführt. Nicht gerade sehr demokratisch, oder?

Ich würde mir auch die Möglichkeit zu mehr Basisdemokratie auf EU-Eben wünschen. Volksabstimmungen auf EU-Ebene deren Ergebnisse auch für alle Mitgliedsländer verbindlich wären. Aber nicht Volksabstimmungs-Fleckerlteppiche.

Stirnrunzel .
 
00
7.10.2009, 10:13

ein völkerrechtlicher vertrag kann prinzipiell ohne zustimmung der bevölkerung von der regierung ratifiziert werden. durch den lissabon-vertrag werden aber grundlegende demokratische souveränitätsrechte von mitgliedsstaaten auf die eu übertragen. es entsthehen bundesstaatliche strukturen durch ihn. er greift tief in die politischen grundrechte der meisten mitgliedsländer ein. zumindest unsere verfassung sieht dafür zwingend eine volksabstimmung vor.
ich gehe davon aus, dass das in den meisten mitgliedsstaaten ebenfalls der fall ist.
die freiheit der demokratischen selbstbestimmung steht auf dem spiel. wo immer bevölkerungen dabei übergangen werden (z.b. f, nl, uk, a mit bestimmtheit), wird an der demokratie vorbeiagiert.

Der Kreter
 
12
6.10.2009, 10:54
Ich denke, Sie vermengen in Ihrer Argumentation mehrere Aspekte, die man besser separat behandeln sollte.

1) Die Unterstellung von Dringlichkeit, Unvermeidbarkeit und Alternativlosigkeit in bester TIA-Manier: die Zukunft der EU stehe auf dem Spiel, es gebe keine andere Möglichkeit, als den Vertrag in der aktuellen Form zu ratifizieren etc. Druck statt Diskussion.

2) Die Frage, warum der Lissabonvertrag an ein irisches Referendum gekoppelt ist. Dies mag man als sinnvoll erachten oder nicht, aber

3) solange abstimmen zu lassen, bis das Ergebnis paßt, ist jedenfalls nicht demokratisch.

4) Die Neuauflage der EU-Verfassung nach 2 gescheiterten Referenden (F, NL) unter geändertem Namen. So allein waren die Iren mit ihrem ersten "Nein" also gar nicht.

5) Die Rolle der Medien in diesem ganzen Trauerspiel (der Gegenstand des verlinkten Artikels).

skip it
42
5.10.2009, 15:42
voellig logisch:...

...alles, was zu einem "ja" fuehrt, ist undemokratisch.

und ein vaclav klaus, der ganz allein ein ganzes land und damit auch gleich "die eu" blockiert, handelt demokratisch voellig legitimiert.

eh kloa.

ps: die iren sind keine vollidioten, die koennen rechnen, und die haben aus ihrer geschichte resultierend genug fantasie und erinnerungsvermoegen um zu ueberreissen, was ein staatsbankrott und eine daraus resultierende not fuer jeden einzlenen bedeutet. und ohne "die eu" waer der staat bankrott gewesen. SO schaut's aus. und da war natuerlich schluss mit lustig und mit bloedeln.

Stirnrunzel .
 
00
7.10.2009, 10:25

die iren wurden bei der pro-vertrags-werbekampagne massive betrogen. es wurden ihnen garantien versprochen, für die es gar keine möglichkeit im vertrag gibt. es gibt in wirklichkeit keine änderung zum vertrag, GEGEN den sie bereits gestimmt haben.

die gelder (übrigens unsere steuergelder), die in pro-eu-kampagnen fließen, gehen in die hunderte millionen.

http://diepresse.com/home/poli... 6/index.do

ich hab übrigens auch läuten hören, dass ganze kisten voller no-votes verschwunden sind.

skip it
00
7.10.2009, 10:38
fakten, bitte!...

...WAS wurde den iren VON WEM, WO und WANN versprochen?

come on! kann ja net so schwer sein, so eine vorerst einmal unbewiesene behauptung ein bisserl zu belegen.

Stirnrunzel .
 
01
7.10.2009, 15:53
1) http://www.consilium.europa.eu/uedocs/cm... 108654.pdf

Concl.2/I/2 enthält das Versprechen, dass im „...Einklang mit den erforderlichen rechtlichen Verfahren ein Beschluss gefasst wird, wonach weiterhin ein Staatsangehöriger jedes Mitgliedsstaates der Kommission angehören wird.“
was nun? gilt der vertrag, der ratifiziert wurde, der genau das ausschließt, oder was für wunderverfahren sollen das sein, die einander widersprechende regelungen, über die parallel abgestimmt wurden, zusammenführen soll.

Stirnrunzel .
 
01
7.10.2009, 15:53
2) anlage A garantiert den geltungsbereich und anwendbarkeit der in der irischen verfassung verankterten grundrechte (z.b. auf leben – siehe „abtreibungsgesetz“).

ich kann nur sagen – nona! das ist die übliche juristische spitzfindigkeit der EU, denn nach dem vertrag von lissabon (der ja nicht geändert wurde), ändert der vertrag NIEMALS die gültigkeit und anwendbarkeit von nationalen gesetzen, sondern bei widersprüchen zwischen nationalem und eu-recht hat gemeinschaftsrecht lediglich VORRANG! ein unterschied, dessen verschweigen so manche eu-kampagne füllt...

Stirnrunzel .
 
00
7.10.2009, 15:52
3) anlage B garantiert keine änderung der eu-kompetenz in umfang und ausübung der steuerpolitik.

wieder ein juristischer trick: denn zur zeit gibt es keine änderung. das ist wohl wahr. aber nach art. 311/§3/abs.2EUV kann die eu jederzeit (einstimmig) ihre finanzierung (über steuern – nona) ändern. es gibt also auch hier keine substanzielle änderung zum abgelehnten vertrag. er wird nur spitzfindiger ausgelegt, um die bevölkerung zu blenden.

Stirnrunzel .
 
00
7.10.2009, 15:51
4) in anlage C wird nochmals die neutralität irlands „respektiert“. was nicht nötig ist, denn das steht bereits im vertrag unter art.42/2/2. mit dem selben artikel (42) werden die wichtigsten verteidigungskompetenzen aber auf den europäischen rat übe

was den „neutralen“ bleibt, ist –wenn man den vertrag genau liest- nur noch das (paradoxe) recht, sich der verteidigung eines von außen angegriffenen mitgliedsstaates, zu verweigern. verpflichtung zur aufrüstung (43/3) bleibt auch den iren. die iren sind auch (wie österreich) zu (einstimmig beschlossenen) beteiligungen an „friedensschaffenden maßnahmen“, terrorbekämpfung etc. verpflichtet. achtung: einstimmigkeit setzt zwar die zustimmung der irischen regierung im jeweiligen fall voraus, aber nicht mehr die zustimmung der irischen bevölkerung! und damit kann die regierung ihre eigene verfassung aushebeln (wie das ja in österreich auch schon geschieht).

skip it
00
7.10.2009, 18:11
sind's bitte so freundlich...

...und zitieren s' mir die passage mit der "aufruestungsverpflichtung".

ich find's einfach nicht.

und, summa summarum: wenn ich sie richtig verstehe, wurde den iren also ohnehin nichts "versprochen".

wieso behaupten sie das dann?

Stirnrunzel .
 
00
7.10.2009, 19:26
doch!

...es wurde den iren versprochen, dass sie einen eigenen kommissar bekommen (glatter widerspruch zum ratifizierten vertrag - wie also, das ist noch völlig ungeklärt), dass sie ihr abtreibungsgesetz und ihre steuerhoheit und ihre neutralität behalten können.
was aber nicht dazugesagt wurde, ist, dass sich die eu jederzeit mit ihren verordnungen (die ja vorrang haben) über die irischen gesetze "legen" kann und diese dann (auch wenn weiterhin gültig!) keine anwendung mehr finden, faktisch obsolet werden.

fazit: man hat ihnen falsche tatsachen vorgespiegelt und befindet sich im falle des kommissaren im "rechtlosen raum".

deutlicher: die iren wurden betrogen.

skip it
00
8.10.2009, 10:48
wann haben sie zuletzt mit iren diskutiert?...

...weil: die inforlationen, die ich erhielt, gingen alle indie richtung, dass die derzeit aeusserst prekaere oekonomische situation des landes und die sofort-hilfe "der eu" eben fuer das votum und vor allem dessen ueberweltigende "ja" mehrheit ausschlaggebend waren.

die von ihnen erwaehnten §§ waren bei keinem der von mir angesprochenen entscheidungsbildend.

Stirnrunzel .
 
00
8.10.2009, 12:29

am 8. september.

von dem geld, das nach irland geflossen ist, hat keiner was gespürt, mit dem ich gesprochen, oder von dem ich gehört habe...

vielleicht ist alles nach dublin geflossen und es wurden damit pro-stimmen gekauft...
würd mich heutzutage nicht wundern! ;-)

Stirnrunzel .
 
00
7.10.2009, 19:20

Auch Österreich verpflichtet sich durch den
Vertrag nach Art. 28a (42) Abs. 3 UAbs. 2 S. 1 EUV, „seine militärischen
Fähigkeiten schrittweise zu verbessern“. Diese Verpflichtung wird in Art. 28d (45) EUV, der die Aufgaben der Europäischen Verteidigungsagentur zum Gegenstand hat, näher geregelt. Das ist eine Aufrüstungsverpflichtung im (vermeintlichen) Interesse aller Mitgliedstaaten, die zur gemeinsamen Sicherheits-und Verteidigungspolitik genutzt werden soll.

skip it
00
8.10.2009, 10:43
"schrittweise verbessern"...

...das ist also eine "aufruestungsverpflichtung"?

als oesterreich jetzt die museums-draken ausmusterte und gegen die neuen flieger tauschte, hat es da tatsaechlich aufgeruestet? (wobei man ueber das ueberteuerte spielzeug durchaus geteilter meinung sein kann, andere flieger haetten's meiner ansicht nach auch getan, aber das ist ein anderes thema).

oder als es seinem katastrophenschutz-auftrag wegen voellig unzulaenglicher hubschrauber nicht mehr erfuellen konnte und neue anschaffte, aht es da "aufgeruestet"?

fuer die meisten mit dem thema befassten ist aufruestung eine personnelle und materielle erhoehung der anzahl, vielfalt und gegenstand der militaerischen ziele.

bestehende ausruestung zu ersetzen und zu verbessern eben NICHT

Stirnrunzel .
 
01
8.10.2009, 12:25
die von ihnen genannten aktionen fallen alle unter den begriff "ersatz von veraltetem", nicht unter den begriff "SCHRITTWEISE verbesserungen".

schrittweise verbesserungen, zumal ohne angabe von zielen, bedeuten ausgehend vom ist-zustand nicht rasche, aber unaufhörliche investitionen bis in alle zukunft. und ich unterstelle den erstellern des vertrages, dass sie genau das gemeint haben, was drin steht!

es ist eine schwammige (gerade noch bei allen mitgliedern durchsetzbare) maximalforderung, die harmlos klingt, aber jederzeit zur ermahnung berechtigt, doch mehr ins militär zu investieren.

sie werden an meine worte denken! ;-)

ps: abfangjäger sind sowieso überflüssig rausgeschmissenes geld. keine erträgliche relation zwischen kosten und nutzen.

EU-Austretter
31
5.10.2009, 17:33

Inwiefern werden Staatsbankrotte durch die EU verhindert, inwiefern trägt die EU zur Lösung folgender Probleme bei?

http://www.webinformation.at/material/... system.pdf

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1317

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.