Putschisten erwägen Lockerung des Ausnahmezustands

2. Oktober 2009, 07:55
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Interimspräsident Micheletti beriet sich mit Oberstem Gericht - Lage beruhigt sich

Tegucigalpa - Der honduranische Interimspräsident Roberto Micheletti hat eine Lockerung des am vergangenen Wochenende verhängten Ausnahmezustandes in Aussicht gestellt. Im Fernsehen sagte er am Donnerstagabend, die Regierung habe die Meinung des Obersten Gerichts eingeholt und erwäge, einige Einschränkungen früher als geplant zurückzunehmen. Die Regierung hatte eine Reihe von Grundrechten, darunter die Versammlungs- und Pressefreiheit, für 45 Tage ausgesetzt, nachdem der vor drei Monaten gestürzte Präsident Manuel Zelaya seine Anhänger zur offenen Rebellion aufgerufen hatte.

Brasilien appelliert an Zelaya

Zelaya, der seit fast zwei Wochen in der brasilianischen Botschaft Zuflucht gefunden hat, wurde am Donnerstag von Abgeordneten aus Brasilien besucht. Diese hätten ihn unter anderem aufgefordert, die Bevölkerung nicht mehr zum Aufstand aufzurufen, berichteten honduranische Zeitungen. Zelaya war am 28. Juni gestürzt und außer Landes gebracht worden. Am 21. September kehrte er heimlich und zur Überraschung der neuen Führung nach Honduras zurück, um das Präsidentenamt zurückzuerobern. Die Übergangsregierung wirft ihm Verfassungsbruch vor und will ihn vor Gericht stellen.

Unterdessen setzten Widerstandsgruppen auch am Donnerstag ihren Protest gegen die "Putschregierung" fort. Zu Aktionen kam es an den Botschaften Brasiliens und der USA sowie bei dem seit dem Wochenende eingestellten Zelaya-treuen Sender Kanal 36. (APA)

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    Interimspräsident Roberto Micheletti erwägt, den Ausnahmezustand früher als ursprünglich geplant zu lockern.

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