Deutsche Autohändler beklagen Einbruch

2. Oktober 2009, 15:10
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"Normalität wieder eingekehrt" mit Ende der Verschrottungsprämie

Bonn/Frankfurt - Nach dem Ende der deutschen Abwrackprämie ist der Absatz der deutschen Autohändler im September massiv eingebrochen. Die Neuwagen-Verkäufe hätten sich gegenüber August teils halbiert, erklärte der Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK) am Freitag. Unterdessen teilte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit, dass die Nachrücker auf der Warteliste für die Abwrackprämie fast alle zum Zuge kommen.

Vom Rückgang der Autoverkäufe im September sei insbesondere das Segment der Klein- und Kompaktwagen betroffen, sagte BVfK-Vorstand Ansgar Klein. Diese Entwicklung komme für die Autohändler aber nicht überraschend, weil im Zuge der Abwrackprämie gerade diese Autos besonders häufig gekauft worden seien. Für die Branche "ist es ganz normal, dass nach einer solch massiven Förderung jetzt ein Vakuum kommt", sagte Klein.

Bei den Mittel- und Oberklassewagen indes sei von dem Rückgang kaum etwas zu spüren, sagte BVfK-Vorstand Klein. Anders als die Kleinwagen hätten diese auch kaum von der Abwrackprämie profitiert.

Eine Sprecherin des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bestätigte gegenüber der deutschen "Bild"-Zeitung (Freitagsausgabe) den massiven Einbruch beim Autoabsatz. In den deutschen Autohäusern sei "wieder Normalität eingekehrt", sagte sie dem Blatt.

Mehr Zulassungen

Trotz der schlechten Verkaufszahlen wurden im September erneut mehr Autos zugelassen, weil erst jetzt viele mit der Abwrackprämie gekaufte Fahrzeuge an ihre neuen Eigentümer geliefert wurden. Die Neuzulassungen hätten um 21 Prozent über dem Niveau von September 2008 gelegen, teilte der Automobilverband VDA mit. Insgesamt seien im September 316.000 neue Autos registriert worden. In den ersten neun Monaten des Jahres habe es 3,0 Millionen Autos Neuzulassungen gegeben - ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr. 2008 wurden im Gesamtjahr 3,09 Millionen Autos verkauft.

Auf dem US-Automarkt gingen im September nach dem Auslaufen der dortigen Abwrackprämie die Autoverkäufe ebenfalls massiv zurück. Insgesamt seien rund 23 Prozent weniger Autos verkauft worden, teilte der Branchendienst "Autodata" mit. Die Opel-Mutter General Motors (GM) setzte 45 Prozent weniger Fahrzeuge ab als im Vorjahresmonat, beim Konkurrenten Chrysler schrumpften die Verkäufe demnach um 42 Prozent. Ford verkaufte 5,8 Prozent weniger Autos, erzielte aber im Gesamtquartal von Juli bis September ein Verkaufsplus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ford hatte als einziger US-Autokonzern bislang keine Staatshilfe angenommen.

Starke Verkäufe in Österreich

Der österreichische Autohandel hat nach einem guten Sommer auch im September starke Verkäufe erzielt: Im Jahresvergleich legte im abgelaufenen Monat die Zahl der Neuzulassungen vorläufig um 18,2 Prozent auf 26.615 Stück zu, teilte die Statistik Austria am Donnerstag mit. Damit hat die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge in den ersten neun Monaten um 6,7 Prozent auf 247.748 Stück zugelegt.

Nach einem enttäuschenden Jahresstart war den Autohändlern mit Hilfe der Verschrottungsprämie seit den Frühsommermonaten ein regelrechte Aufholjagd gelungen. Im August waren die österreichischen Neuzulassungen gar um 23 Prozent gewachsen. Die Statistik Austria will die endgültigen Ergebnisse am 9. Oktober veröffentlichen. (APA)

 

 

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