Sarkozy ernennt Ex-Minister Jack Lang zum Gesandten

2. Oktober 2009, 00:19
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Paris lässt Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Pjöngjang prüfen

Paris - Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat den ehemaligen Kulturminister Jack Lang zum Sondergesandten für Nordkorea ernannt. Lang solle eine "Informationsmission" unternehmen und Vorschläge unterbreiten, wie die Krise um das nordkoreanische Atomprogramm beigelegt werden könne, erklärte der Elysee-Palast am Donnerstag in Paris.

Dabei solle Lang auch analysieren, "unter welchen Umständen Frankreich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Demokratischen Volksrepublik Korea in Betracht ziehen könnte". Abhängig sei das aber von Fortschritten in der Atomfrage, den Beziehungen Pjöngjangs zu Südkorea und der humanitären und Menschenrechtslage in Nordkorea.

Toter Punkt

Die internationalen Verhandlungen zum nordkoreanischen Atomprogramm sind derzeit an einem toten Punkt. Pjöngjang hatte sich im April aus den so genannten Sechser-Gesprächen mit Südkorea, den USA, China, Japan und Russland zurückgezogen. Sie liefen seit 2003 und sollten Nordkorea für den Verzicht auf sein Atomprogramm Hilfe insbesondere im Energiebereich zur Verfügung stellen.

Der Sozialist Lang war im Auftrag von Sarkozy im März bereits nach Kuba gereist, um den Dialog zwischen beiden Ländern wiederaufzunehmen. Der konservative Präsident verfolgt seit seiner Wahl 2007 eine Öffnungspolitik gegenüber der Opposition. Er holte mehrere Vertreter der Linken in sein Kabinett, unter ihnen Außenminister Bernard Kouchner und Einwanderungsminister Eric Besson. (APA)

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