"In vielen Dörfern steht kein einziges Haus mehr"

1. Oktober 2009, 19:15
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Apia / Pago Pago / Sydney - "Schwarzes Wasser kam auf mich zu. Es war nicht eine Welle, die irgendwann bricht. Es war eine unglaublich starke Wasserkraft." So fasst die sichtlich geschockte Luana Tavale ihre Erlebnisse vor Medienvertretern zusammen.

Die Beamtin aus Amerikanisch-Samoa hat den Tsunami am Mittwoch erlebt - und überlebt. Mindestens 150 Menschen starben. Darunter viele Kinder und Ältere, sagte der samoanische Premierminister Tuilaepa Sailele. "In vielen Dörfern steht kein einziges Haus mehr." Auch sein eigenes Dorf, Lesa, sei von den Fluten ins Meer gespült worden. Mehrere bei europäischen Touristen beliebte Hotels wurden komplett vernichtet.

Wochenlange Opfersuche 

Die Flutwelle folgte einem Erdbeben der Stärke 8 nach Richter. Minuten später prallten auf Küstengebiete von Samoa, Amerikanisch-Samoa und Tonga bis zu sieben Meter hohe Wellen. In viele Gebiete konnten die Rettungskräfte bisher nicht vordringen. Die Polizei geht davon aus, dass die Gesamtzahl der Todesopfer noch steigen wird. Die Suche nach Opfern könnte Wochen dauern. In der Hauptstadt Amerikanisch-Samoas, Pago Pago, gibt es zudem Probleme mit Plünderern.

Das Epizentrum des Erdbebens war rund 190 Kilometer südlich der Samoa-Inseln. Nach der Tsunami-Warnung soll die Bevölkerung etwa zehn Minuten Zeit gehabt haben, sich in Sicherheit zu bringen. (Urs Wälterlin, DER STANDARD - Printausgabe, 2. Oktober 2009)

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