Maßgeschneiderte Therapie gegen Tinnitus

2. Jänner 2010, 13:42
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Maßgeschneiderte Therapie gegen Tinnitus

Münster - Ein bis drei Prozent der Bevölkerung in der industrialisierten Welt leidet unter Tinnitus. Deutsche Forscher haben nun eine maßgeschneiderte Therapie zur Reduktion der Lautstärke dieses Pfeiftons entwickelt, dessen Herkunft immer noch nicht geklärt ist. Sie eliminierten aus der Lieblingsmusik der Patienten jene Töne, die der Tonhöhe des Tinnitus entsprachen. Nach einem Jahr hatte sich die Lautstärke des Störgeräuschs signifikant verringert, so die Forscher im Fachblatt PNAS. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 29. 12. 2009)


Grippeimpfung verstärkt Wirkung von H1N1-Impfung

Basel/Washington - Die Grippeimpfung mit "Fluad" von Novartis kann bei Versuchstieren den Effekt einer danach verabreichten Impfung gegen die A(H1N1)-Virus verstärken, heißt es im neuen Fachblatt "Science Translational Medicine". Bislang sind drei Personen in Österreich an H1N1 gestorben; die normale Grippe fordert hierzulande Schnitt rund 5000 Tote. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 24. - 27. 12. 2009)


Vorfahren der Koalas fraßen keinen Eukalyptus

Sydney - Zumindest zwei ihrer drei charakteristischen Eigenschaften kennen wir alle: Koalas fressen Eukalyptus und hängen faul herum. Weniger bekannt: In der Paarungszeit brüllen die Tiere ziemlich laut. Wie australische Forscher aus der Untersuchung fossiler Ur-Koalaschädel schließen, dürften Koalas schon ziemlich lange laut und faul sein. Gebissvergleiche zeigten indes, dass ihre Eukalyptus-Diät jüngeren Datums ist, so die Forscher im "Journal of Vertebrate Paleontology" (Bd. 29, S. 981).

Belohnungszentrum im Hirn ist bei Depression gestört

Washington - Freudlosigkeit, dieses typische Zeichen für depressive Verstimmungen, lässt sich auch im Gehirn beobachten, wie US-Forscher im Fachblatt PNAS berichten: Sie stellten bei Vergleichen von depressiven und nichtdepressiven Testpersonen fest, dass bei ersteren die Hirnaktivität im Belohnungszentrum früher oder später abreißt.

Versauerung der Meere durch CO2 macht sie lauter

Washington - Wie Forscher im Fachblatt "Nature Geoscience" berichten, gefährdet die Versauerung der Ozeane nicht nur Lebewesen mit Kalkschalen, sondern wohl auch Wale: Saures Wasser leitet nämlich Geräusche besser, und das könnte die Kommunikation der Meeressäuger stark stören. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 22. 12. 2009) 


Kurzsichtigkeit nimmt in den USA rasch zu

Chicago - Die Häufigkeit der sogenannten Myopie hat sich seit den 70er-Jahren fast verdoppelt, wie eine US-Studie zeigt, bei der die Verbreitung der Fehlsichtigkeit bei Zwölf- bis 54-Jährigen untersucht wurde. Anfang der 70er-Jahre war jeder vierte Mensch aus dieser Altersgruppe kurzsichtig. 30 Jahre später betraf die Myopie 42 Prozent. Diese Entwicklung galt für alle Schweregrade, heißt es in den "Archives of Ophthalmology".

Schnelle Gewichtszunahme kann Kopfweh bereiten

München - Eine Vorweihnachtswarnung: Deutliche Gewichtszunahme kann bei dicken Personen als Nebenwirkung zur sogenannten idiopathischen intrakraniellen Hypertension (IIH) führen, sprich: Kopfweh, oft verbunden mit Übelkeit und Erbrechen, wie die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft warnt. (DER STANDARD, Printausgabe, 19./20. 12. 2009) 


Neue Rekordkälte auf dem Mond gemessen

San Francisco - Auf dem Mond herrschen ziemlich extreme Temperaturen. Der Lunar Reconnaissance Orbiter maß in einem Krater nahe dem Nordpol die neue Rekordkälte von minus 249 °C. Die Rekordhitze am Äquator: 127 Grad.

Vergleichstest Bourbon gegen Wodka

San Francisco - Ein letzter Weihnachtsfeiertipp aus dem Fachblatt "Alcoholism: Clinical & Experimental Research": Whiskey sorgt am Tag danach bei gleicher Mange für sehr viel mehr Kopfweh als Wodka. Die Leistungsfähigkeit ist gleich (schlecht). (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18. Dezember 2009)


Mit kleineren Fingern kann man besser fühlen

Ontario - Frauen besitzen einen feineren Tastsinn als Männer. Das war der Wissenschaft schon seit langem bekannt. Die neue, einfache Erklärung: Nicht das Geschlecht ist ausschlaggebend, sondern die Anzahl der Nervenzellen pro Fläche. Und die ist bei größeren Händen geringer als bei kleinen, berichten Forscher im "Journal of Neuroscience".

Fingerhut-Wirkstoff zur Krebstherapie ungeeignet

Wien - Seit vielen Jahren gibt es Berichte darüber, dass ein Wirkstoff aus der Pflanzengattung Digitalis (Fingerhut) gegen Krebs wirken würde. Medikamente auf Digitalis-Basis werden zurzeit sogar in klinischen Studien getestet. Nun freilich konnten Forscher des CeMM und des KIMCL an der Med-Uni Wien im Fachblatt "PLoS ONE" nachweisen, dass diese sogenannten Herzglykoside ziemlich sicher keine heilende Wirkung bei Krebspatienten haben dürften. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 17. 12. 2009) 


Rechts oder links, Osten oder Westen

Zur Post geht's an der Ampel nach rechts und dann am Supermarkt vorbei immer nach links. Eine komplizierte Wegbeschreibung? Nicht für jeden, denn die räumliche Orientierung ist kulturabhängig, hat ein deutsch-niederländisches Forscherteam herausgefunden. Die hierzulande verwendeten Begriffe rechts und links können missverständlich sein, weil sich Europäer bei der räumlichen Wahrnehmung auf die eigene Person beziehen. Was mit rechts oder links gemeint ist, hängt also immer von der Position des Sprechers ab. Mitglieder eines afrikanischen Nomadenstammes orientieren sich hingegen an den Richtungsangaben Nord, Ost, Süd und West - und die verändern sich nicht. (red)

Kaffeetrinken schützt vor Diabetes

Kaffeetrinken mindert das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Diese Meinung vertraten zuletzt mehrere Autoren entsprechender Studien. An der Universität von Sidney in Australien wurde nun in einer Analyse von 18 zwischen 1966 und 2009 veröffentlichten Studien das Ergebnis bestätigt. Sechs davon enthielten auch Informationen über entkoffeinierten Kaffee, sieben über die Zusammenhänge zwischen Teekonsum und der Zuckerkrankheit. Jede Kaffeetasse reduziert demnach das Diabetesrisiko um sieben Prozent. (pi/DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2009)


Mit Kaffee und Bewegung gegen Prostatakrebs

Houston - Kaffeekonsum schützt offenbar vor fortgeschrittenem Prostatakrebs. Eine US-amerikanische Studie deutet darauf hin, dass Kaffeetrinker seltener an einem aggressiven Karzinom der Vorsteherdrüse erkranken als Abstinenzler. Die Forscher der Universität Harvard beobachteten rund 50.000 Männer über einen Zeitraum von 20 Jahren. Fast jeder zehnte Teilnehmer erkrankte an Prostatakrebs. Doch die starken Kaffeetrinker entwickelten um 60 Prozent seltener einen aggressiven Tumor als jene Personen, die das Koffeingetränk mieden. Zudem zeigte sich, Männer mit Prostatakrebs profitieren von regelmäßiger Bewegung profitierten. Selbst tägliche Spaziergänge bessern die Prognose, wie eine Studie an rund 2.700 Patienten über den Zeitraum von gut 20 Jahren zeigte.

Forscher rät von vielen Mahlzeiten am Tag ab

Zürich/London - Nur wenige Mahlzeiten am Tag und dazwischen längere Fastenzeiten: Zu einer solchen Ernährung raten Forscher der ETH Zürich. Ihrer Studie zufolge sind Hungerphasen durchaus gesund. Erhalte der Körper dagegen zu oft Nahrung, gerate er in einen Sog von Bewegungsarmut, Fettleibigkeit und letztlich Diabetes. Verantwortlich dafür ist ein molekularer Schalter, der durch Insulin an- oder abgestellt wird, wie sie im Fachblatt "Nature" schreiben. (DER STANDARD, Printausgabe, 12./13. 12. 2009) 


Atmosphäre der Erde stammt aus dem All

Washington - Die typischen Schulbuchbilder zur Entstehung der frühen Erdatmosphäre mit gasspeienden Vulkanen müssen womöglich umgezeichnet werden. "Vulkangase können in keinem bedeutenden Ausmaß zur Bildung der Erdatmosphäre beitragen haben", sagt Greg Holland von der Uni Manchester. Die Gase, welche die frühe Erdatmosphäre und wahrscheinlich auch die Ozeane geschaffen haben, seien eher aus dem Weltall gekommen, so die Theorie von Holland und Kollegen. Sie hatten die chemische Signatur der Edelgase Krypton und Xenon untersucht, deren "Fingerabdruck" demnach dem von Meteoriten entspricht, wie die Forscher in "Science" (Bd. 326, S. 1522) schreiben.

Forscher lösen Rätsel der Entstehung von Feinstaub 

Washington - Ein internationales Forscherteam hat das Rätsel um die Entstehung des gesundheitsgefährdenden Feinstaubs in der Luft gelöst. Tatsächlich dürfte nur ein Teil des Feinstaubs unmittelbar bei der Verbrennung von Treibstoffen oder Holz entstehen, schreiben die Wissenschafter in der aktuellen Ausgabe von "Science". Der Rest bildet sich erst in der Atmosphäre aus unterschiedlichen Substanzen, die zum Teil aus Abgasen, aber auch aus natürlichen Quellen wie zum Beispiel Wäldern, stammen. Das führt dazu, dass der Feinstaub in fast allen Weltregionen ähnlich aufgebaut ist. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11. Dezember 2009)


US-Forscher blockieren schlechte Erinnerungen

New York - Mit einem einfachen Trainingsprogramm haben Wissenschafter Menschen unangenehme Ereignisse vergessen lassen. Elizabeth Phelps und ihre Mitarbeiter von der New York University erzeugten bei ihren Probanden zunächst ein Angstgedächtnis, indem sie ihnen beim Anblick von Quadraten einer bestimmten Farbe einen kleinen Elektroschock versetzten. Am nächsten Tag erfolgte die Auslöschung des Angstgedächtnisses - durch das Vorzeigen von Quadraten ohne Schock. Entscheidend war, dass das während der sogenannten Rekonsolidierungsphase der Erinnerung geschah. Der Effekt halte mindestens ein Jahr lang an und beeinträchtige das Erinnern an andere Ereignisse nicht, so die Forscher in der neuen Ausgabe von "Nature" (online). (red)

Bisher unbekanntes Sinnessystem entdeckt

New York - Das Wahrnehmen von Schmerzen und Temperaturunterschieden ist ein lebenswichtiger Mechanismus - so wichtig, dass es für diese Sinneswahrnehmungen eine doppelte Sicherung gibt. Das entdeckte ein internationales Forscherteam um Frank Rice vom Albany Medical College in New York. Es fand Nerven, die in den Blutgefäßen und Schweißdrüsen verlaufen und völlig unabhängig von den Nervenzellen in der Haut agieren, wie sie im Fachblatt "Pain" (Bd. 147, S. 287) berichten. (DER STANDARD, Printausgabe, 10. 12. 2009)


Mobiltelefonieren führt nicht zu Krebs - oder doch

Kopenhagen - Ein weiteres Beispiel für die Kontroverse um die Gefahren des Mobiltelefonierens - und für die begrenzte Brauchbarkeit der Untersuchungen: Eine dänische Studie an 60.000 Fällen zeigte keine Erhöhung von Hirntumoren (Journal of the National Cancer Institute). Allerdings erklärten die Autoren einschränkend, dass die Nutzungszeit - fünf bis zehn Jahre - möglicherweise zu kurz für signifikante Aussagen sei; und dass nicht berücksichtigt worden sei, ob und wie stark Erkrankte Mobiltelefone benutzt hatten. (APA, mf/DER STANDARD, Printausgabe, 4./5. 12. 2009)


Klimawandel: Kohlendioxid als Verursacher umstritten

Heidelberg - Laut Klimaforscher Horst-Joachim Lüdecke stimmt das CO2-Modell - Verursacher der Erwärmung - mit den realen Daten nicht überein. Ausschlaggebend für das Klima auf der Erde sei vielmehr die Sonne. Den prognostizierten Anstieg in den nächsten Jahrzehnten hält der Forscher am Europäischen Institut für Klima und Energie für reine Computermodelle, das Festhalten am CO2-Modell für eine Folge des Interesses von Versicherungen, ganzen Industriezweigen und einer nicht unbedingt grünen Politik. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4. Dezember 2009)


Neuer Laser strahlt in verschiedene Richtungen

Zürich - Forscher der ETH Zürich haben gemeinsam mit Kollegen aus den USA und Japan einen Laser entwickelt, der mit mehreren Wellenlängen gleichzeitig in verschiedene Richtungen strahlen kann. Solche Geräte könnten zum Beispiel zur Messung von Umweltgiften genutzt werden, so die Forscher im Fachmagazin "Applied Physics Letters".

Auch Zebrafinken können Laute unterscheiden

London - Auch Zebrafinken können Worte auseinanderhalten, die sich nur durch einen Laut unterscheiden, berichten Biologen in den "Proceedings" der Royal Society B. Das wiederum deute darauf hin, dass zumindest Teile des menschlichen Sprachverstehens auch bei anderen Lebewesen grundsätzlich angelegt sind. (DER STANDARD, Printausgabe, 3. 12. 2009)


Auch Einsamkeit kann ziemlich ansteckend sein

Einsamkeit ist ansteckend, behaupten Psychologen um John Cacioppo von der Universität Chicago. Einsame Menschen würden ihre Gefühle des Alleinseins auf ihre letzten noch verbliebenen Freunde übertragen und diese würden dann ebenfalls einsam. Die Forscher hatten für ihre Studie im "Journal of Personality and Social Psychology" Daten über soziale Beziehungen von mehr als 5000 Menschen über einen Zeitraum 30 Jahren ausgewertet. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 2.12.2009)


Dank Rauchverbots weniger Krebstote in Europa

Rom - Mit der sinkenden Zahl der Raucher hat sich auch die Zahl der Krebstoten in Europa verringert. Zudem tragen die Vorsorge und bessere Therapien zum erfreulichen Trend bei. Innerhalb von zehn Jahre sei die Krebstodesrate bei Männern um neun, die der Frauen um acht Prozent gesunken, berichtet ein internationales Forscherteam in den "Annals of Oncology", wobei der Rückgang in der mittleren Altersgruppe besonders stark gewesen sei. (DER STANDARD, Printausgabe, 1. 12. 2009)


Wiens Superrechner belegt Platz 156 in Weltrangliste

Wien - Auf Platz 156 der Top-500-Liste der schnellsten Rechner der Welt findet sich der am Freitag in Wien präsentierte Supercomputer "Vienna Scientific Cluster" (VSC), an dem Uni Wien, TU Wien und die Boku Wien mit insgesamt zwei Mio. Euro beteiligt sind. Standort des Rechners ist die TU Wien. Mit gemessenen 35,48 Teraflops (Billionen Rechenschritte pro Sekunde) hätte der VSC die Liste im Jahr 2004 noch angeführt. (APA, red))

Kardinal-Innitzer-Preis an Historiker Gerald Stourzh

Wien - Der Wiener Historiker Gerald Stourzh wird mit dem großen Kardinal-Innitzer-Preis 2009 ausgezeichnet. Würdigungspreise gehen an den Ökonometriker Manfred Deistler (TU Wien), die medizinische Physikerin Monika Ritsch-Marte (Uni Innsbruck) und den Ö1-Wissenschaftsjournalisten Franz Simbürger. (DER STANDARD, Printausgabe, 27./28. 11. 2009)


Menschen hören auch ein bisschen mit der Haut

London - Menschen hören nicht nur mit den Ohren: Unser Tastsinn registriert winzige Luftstöße, die beim Aussprechen bestimmter Buchstaben produziert werden, wie ein kanadisches Forscherduo nun in Wissenschaftsmagazin "Nature" (Bd. 462, S. 502) schreibt. Das hilft dem Gehirn, das Gehörte besser zu verstehen und etwa zu entscheiden, ob es sich um "t" oder um "d" handelt. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27. November 2009)


Bestimmte Bakterien helfen bei Entzündungen der Haut

San Diego - Eine Studie in "Nature Medicine" belegt einmal mehr, dass übertriebene Hygiene der Gesundheit abträglich sein kann. Ein Team um Richard Gallo und Yu Ping Lai von der kalifornischen Universität San Diego hat die Rolle von Bakterien auf der Haut unter die Lupe genommen und festgestellt, dass speziell sogenannte Staphylokokken allzu heftige Entzündungen nach Verletzungen verhindern können, indem sie sogenannte Lipoteichonsäure abgeben. (DER STANDARD, Printausgabe, 26. 11. 2009)


Wasserbewohner fressen wirklich keine Blätter

Wien/Washington - Reste von Landpflanzen sind keine effiziente Nahrung für Wassertiere. In den vergangenen Jahren war an diesem Dogma zwar gerüttelt worden. Nun haben es Wissenschafter des Wassercluster Lunz gemeinsam mit US-amerikanischen Kollegen doch wieder bestätigt. In der Wissenschaftszeitschrift PNAS zeigen sie, dass Wasserflöhe, die bloß mit zerkleinerten Blättern gefüttert werden, das Wachstum einstellen und unfruchtbar bleiben.

Fruchtwasser-Stammzellen könnten Potenzial haben

Wien - Fruchtwasser-Stammzellen könnten laut jüngsten Forschungen von US-Forscher Anthony Atala und Markus Hengstschläger (Med-Uni Wien) ein ähnlich hohes Entwicklungspotenzial haben wie embryonale Stammzellen. Im Fachblatt "Oncogene" vermelden sie die Bildung sogenannter "Embryoid Bodies" aus Fruchtwasser-Stammzellen, woraus sich andere Zelltypen gewinnen lassen. (DER STANDARD, Printausgabe, 24. 11. 2009)


Depression ist ähnlich gefährdend wie Rauchen

Oslo - Eine Depression steigert die Sterblichkeit in ähnlichem Maße wie Rauchen. Dies zeigt eine norwegische Studie an mehr als 61.000 Personen, die nun im "British Journal of Psychiatry" (Bd. 195, S. 118) veröffentlicht wurde. (DER STANDARD, Printausgabe, 21./22. 11. 2009)


"Viagra für Frauen" dürfte tatsächlich wirken

Seit mehreren Jahren war es als Aphrodisiakum für Frauen im Gespräch. Nun scheinen neue klinische Studien zu belegen, dass Flibanserin - ursprünglich als Herzmittel und Antidepressivum gedacht - die Libido von Frauen erhöht. Der deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hatte drei Untersuchungen in den USA, Kanada und Europa mit insgesamt 2000 Testpersonen durchführen lassen, über deren Ergebnisse auf einer sexualmedizinischen Tagung in Lyon berichtet wurde.

Was Empathie mit Resistenz gegen Stress zu tun hat

Menschen, die sich gut in andere Personen hineinversetzen können, sind gleichzeitig auch unempfindlicher gegenüber Stress, haben US-Forscher bei Tests an 200 Versuchspersonen entdeckt. Das verbindende Element scheint eine Variante des Gens OXTR zu sein, das den Bauplan für das "Kuschelhormon" Oxytocin enthält, so die Forscher im US-Fachblatt PNAS. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 18.11.2009)


Kontaktlinse soll zum Display werden

London - US-Forscher von der University of Washington in Seattle berichten in der Zeitschrift New Scientist, wie sie kleine (Handy-) Displays durch eine nahe liegende Erweiterung des Sehfelds vergrößern wollen: Sie bauten in eine Kontaktlinse einen Bildschirm aus Leuchtdioden ein, der Bilder und Texte von mobilen Geräten direkt ins Auge projiziert. Strom bezieht der unauffällige Bildschirm über Radiowellen, die von einer Schleifenantenne in der durchsichtigen Linse empfangen werden.

Grannen-Kiefer wächst dank Klimawandels schneller

Washington - Die im Westen der USA heimischen Grannen-Kiefern gehören damit zu den langlebigsten Organismen der Erde. Vermessungen der Jahresringe zeigen nun, dass bestimmte Bäume in den vergangenen 50 Jahren schneller gewachsen sind als in den rund 4000 Jahren zuvor: nämlich jene in der Nähe der Waldgrenze bzw. ab 3300 Meter Seehöhe, so US-Forscher im Fachblatt PNAS.

Neuer Klimavertrag könnte Biodiversität gefährden

Leeds - Ein internationales Forscherteam äußert im Fachblatt "Current Biology" Befürchtungen, dass der Klimavertrag von Kopenhagen zu Opfern bei der Biodiversität führen könnte - indem man sich zu sehr auf den Schutz tropischer Regenwälder konzentriert. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 17. 11. 2009)


600.000 Zuckerkranke in Österreich

Wien - "Es gibt in Österreich knapp 600.000 Diabetiker, 420.000 Menschen wissen von ihrer Krankheit, weitere 170.000 nicht. Diese Zahlen sind ein Auftrag an alle Akteure im Gesundheitswesen, rasch den Kampf gegen diese fortschreitende chronische Krankheit anzugehen", erklärte der Wiener Diabetologe Bernhard Ludvik, Sprecher der Diabetes-Initiative Österreich, anlässlich des Welt-Diabetes-Tages am 14. 11. Weltweit leiden 260 Millionen Menschen an der Zuckerkrankheit, die Tendenz ist stark steigend. Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und Erblindung sind die oft schwerwiegenden Folgen von schlecht behandeltem Diabetes. Die Versorgungslage ist auch in Österreich nicht hundertprozentig ideal und wird nach wie vor als höchst unzureichend bemängelt. (DER STANDARD, Printausgabe, 14./15. 11. 2009) 


Auch das Schwein kann sich im Spiegel erkennen

Britische Forscher berichten im Fachblatt Animal Behaviour, dass Schweine sich allem Anschein nach im Spiegel erkennen können. Sie verstehen zudem, dass ein Spiegel ihre direkte Umgebung reflektiert. Damit gehören sie wie Elefanten, einige Primaten und Papageien zu der exklusiven Gruppe von Tieren, die nicht glaubt, in ihrem Spiegelbild einen Artgenossen vor sich zu haben. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 11.11.2009)


Auf jedem Menschen leben 100 Billionen Bakterien

Washington - Der Mensch ist nie allein. Ständig trägt er einen Bakterienzoo mit sich herum, dessen wahre Ausmaße von der Wissenschaft lange unterschätzt wurden . Nach der jüngsten Studie von Elizabeth Costello und Kollegen (online in "Science") beherbergen wir rund 100 Billionen Mikroben, die je nach Ort ganz unterschiedliche Kolonien bilden. Auch zwischenmenschliche Vergleiche zeigten große Unterschiede. (tasch)

Wasserläuferweibchen stehen auf scheue Männchen

Washington - Überraschung auf der Wasseroberfläche: Nahmen Insektenforscher bislang an, dass bloß aggressive Wasserläufermännchen in Sachen Fortpflanzung zum Zug kommen, zeichnet eine neue Studie (online in Science) ein ganz anderes Bild. Wenn man den Insekten nämlich Platz genug gibt, dann haben auch die schüchternen Männchen eine Chance - und zwar eine ziemlich Gute. (tasch)

Eric Kandel wird 80

Der 1939 aus Wien vertriebene Gedächtnisforscher und Medizinnobelpreisträger des Jahres 2000 feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag - und steht nach wie vor fast täglich in seinem Labor. (DER STANDARD, Printausgabe, 7./8. 11. 2009)


Genom des Pferdes vollständig entziffert

Washington - Wieder ein Tier mehr, dessen Erbgut entschlüsselt ist. Nach dem Schwein vergangene Woche ist nun das Pferd dran. Das Genom stammt von einer Vollblut-Stute mit dem Namen "Twilight" (siehe Foto) und besteht aus rund 2,7 Milliarden Erbgut-Buchstaben, Nukleotide genannt. Es ist damit etwas umfangreicher als das Erbgut des Haushundes, jedoch kleiner als das des Menschen und des Rinds, schreibt das Genomiker-Team um Claire Wade vom Broad Institute des MIT und der Harvard-Universität im US-Wissenschaftsmagazin "Science". (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6. November 2009)


(Foto: Science/AAAS)


Flughunde überraschen mit seltsamem Sexualverhalten

San Francisco - Neben der Sprache hielt man Oralsex bisher eher für eine exklusiv menschliche Errungenschaft. Nur bei Bonobos wurde bislang Ähnliches beobachtet. Nun kommt noch eine weitere Tierart dazu: Chinesische Biologen beobachteten entsprechende Praktiken bei indischen Flughunden, wie die überraschten Wissenschafter in PLoS One berichten. (Video: Forscher filmen Flughunde beim Oralsex) (tasch)

Rätsel um Falklandfuchs dürfte gelöst sein

Los Angeles - Schon der junge Darwin war 1833 angesichts der gar nicht scheuen Falklandfüchse etwas verwundert. Wie und wann waren die Raubtiere auf die abgelegene Inselgruppe im Südatlantik gekommen? Nun glaubt eine internationale Forschergruppe, das Rätsel um Herkunft der Tiere lösen zu können. Den Analysen zufolge gehörten die Falklandfüchse einer sehr alten Linie im Hundestammbaum an und kamen lange vor den ersten Menschen auf die Inselgruppe vor Argentinien; wahrscheinlich zu Zeiten, als der Südatlantik zugefroren war, wie die Forscher in "Current Biology" schreiben. (tasch)

Röntgenstrahlen wichtigste Entdeckung der Moderne

London - Rund 50.000 Museumsbesucher des Science Museum in London wählten die Entdeckung der Röntgenstrahlen zur wichtigsten wissenschaftlichen Errungenschaft der Moderne. Auf den Plätzen danach: Penicillin und die DNA-Doppelhelix. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 06.11.2009)


Opferbilanz zweier Löwen nach 111 Jahren ermittelt

Die Geschichte der menschenfressenden Löwen von Tsavo ist belletristisch und filmisch in mehreren Büchern und insgesamt drei Hollywoodfilmen bestens dokumentiert: Angeblich haben die beiden Tiere 1898 in Kenia 135 Menschen - vor allem Bauarbeiter - getötet. Tatsächlich dürften sie wohl "nur" etwa 35 Menschen auf dem Gewissen haben, wie nun US-amerikanische Forscher aus Isotopen-Analysen der Haare und Knochen der Tiere schließen, die im Field Museum für Naturgeschichte in Chicago aufbewahrt sind. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass vor allem eines der Tiere auf Menschenfleisch spezialisiert war. Grund dafür dürfte eine Kieferverletzung gewesen sein, schreiben die Forscher in der US-Wissenschaftszeitschrift PNAS. (tasch)

Ungesunde Ernährung kann auch depressiv machen

Eine einseitige Ernährung vorwiegend aus industriell verarbeiteten und fettreichen Lebensmitteln erhöht das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Wer sich dagegen abwechslungsreich und ausgewogen ernährt, kann sein Depressionsrisiko senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die an 3500 Londoner Beamten und in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift British Journal for Psychiatry veröffentlicht wurde. (APA)

Wiener Wissenschaftsfonds WWTF investierte 54 Mio.

Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) hat in seinem siebenjährigen Bestehen insgesamt 54 Mio. Euro an Fördergeldern vergeben, bilanzierte WWTF-Vizepräsident Bernhard Görg am Dienstag. Im Jahr 2009 wurden bisher rund 10 Mio. Euro ausgeschüttet: 5,5 Mio. Euro gingen im Rahmen des Life Science Calls an elf Projekte, 4,5 Mio. Euro wurden für zehn Projekte im Bereich angewandte Mathematik zur Verfügung gestellt. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 04.11.2009)


Ab 45 geht der körperliche Abbau noch schneller 

Chicago - Die körperliche Fitness nimmt schon ab dem frühen Erwachsenenalter ab. Dieser stetige Abbau beschleunigt sich gemäß einer US-Studie an über 20.000 Personen ab dem Alter von etwa 45 Jahren. Ein gesundes Körpergewicht, regelmäßige Bewegung und Tabakabstinenz können aber den körperlichen Verfall verzögern, so die Forscher in den Archives of Internal Medicine. (APA, red)

Gute Sprinter haben kurze Fersenbeine

New York - Eine anatomische Besonderheit fanden US-amerikanische Biomechaniker bei der Untersuchung von Sportlern (Journal of Experimental Biology, Bd. 212, S. 3700) heraus. Sprinter neigen zu besonders kurzen Fersenbeinen, weil bei einer Ferse mit kurzem Hebelweg die Geschwindigkeit geringer ist, mit der sich der Muskel zusammenziehen muss. (DER STANDARD, Printausgabe, 31. 10./1. 11. 2009)


Quantengravitations-Effekte weiterhin unbewiesen

Innsbruck/London - Der Nachweis sogenannter Quantengravitations-Effekte - wenn es sie gibt - ist nach wie vor offen. Die jüngste Gelegenheit, derlei exotische Phänomene zu untersuchen, bot ein hochenergetischer, kurzer "Gammablitz" am 10. Mai 2009. Wenn es den Effekt nämlich wirklich geben sollte, dann würden sich winzige Laufzeitunterschiede zwischen zeitgleich ausgesandten Fotonen auf ihrem langen Weg durch das All messen lassen. Die Gammastrahlung aus dem All wurde mit dem Fermi Gamma-Ray Space Telescope (FGST) aufgenommen und ausgewertet. Wie Astrophysiker (darunter der Innsbrucker Olaf Reimer) in "Nature" (online vorab) berichten, lautete das Ergebnis leider wieder einmal: negativ. (DER STANDARD, Printausgabe, 29. 10. 2009)


US-Haushalte könnten 20 Prozent CO2 vermeiden

Die USA sind beim CO2-Ausstoß der weltweit größte Umweltsünder - noch vor China und allen EU-Staaten zusammen. Nun geben Wissenschafter um Thomas Dietz in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins PNAS 17 konkrete Verhaltenstipps zum "privaten" Kampf gegen den Klimawandel. Dazu gehören eine bessere Isolierung der Wohnungen, niedrigere Boiler-Temperaturen, die Anschaffung eines umweltfreundlichen Autos oder weniger Autofahrten. Auf diese Weise würde sich der CO2-Ausstoß im privaten Sektor um 20 Prozent senken lassen. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 28.10.2009)

Frauen erkennen Emotionen schneller als Männer

Frauen können Gefühle im Gesicht ihrer Mitmenschen besser deuten als Männer. Das gilt insbesondere für Angst und Ekel. Frauen erkennen diese Gefühle sowohl am Gesichtsausdruck als auch an der Stimme besser und schneller als Männer, berichten kanadische Neurowissenschafter im Fachblatt Neuropsychologia. (redDER STANDARD, Printausgabe, 28.10.2009)


Eine Riesenleber als guter Start ins junge Hai-Leben

Bangor - Auch Haimütter helfen ihrem Nachwuchs beim Start ins Leben - und zwar mit einem bislang verborgenen Trick, wie eine internationale Forschergruppe bei zwei lebendgebärenden Haispezies entdeckt hat. Deren Junge können wochenlang von Energiereserven zehren, die ihnen die Mutter in Form einer riesenhaften Leber mit auf den Weg gegeben hat, so die Forscher im "Journal of Animal Ecology". Das Organ kann ein Fünftel der Körpermasse ausmachen. (red)

Lücken im Erbgut müssen keine Probleme bedeuten

Honolulu - Man nennt, sie "Junk-DNA" - allem Anschein nach überflüssige Teile des Erbguts. Niederländische und englische Genetiker haben nun eine Kartierung dieser Regionen vorgenommen und Überraschendes festgestellt, wie sie auf einer Konferenz auf Hawaii berichten: Ihren gesunden Studienteilnehmern fehlten nicht selten größere Erbgutabschnitte, von denen einige sogar Gene enthalten. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23. Oktober 2009)


Neue Bioethikkommission, Vorsitzende wiederbestellt

Zum Teil mit neuen Namen aber unter bewährter Leitung ging die Bioethikkommission im Bundeskanzleramt am Dienstag in ihre fünfte Amtsperiode. Die Juristin Christiane Druml wurde als Vorsitzende bestätigt, ihre neuen Stellvertreter sind der Genetiker Markus Hengstschläger und der Philosoph Peter Kampits. Anlässlich der Neu-Konstituierung des 25-köpfigen Gremiums sprach sich Druml für ein eigenes Forschungsgesetz aus, in dem offene Fragen, etwa bezüglich der Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen, Nabelschnurblutbanken oder auch Gender-Fragen, geregelt werden sollten. Neues Thema des Gremiums wird "wissenschaftliche Integrität" sein, der auch die Auftaktveranstaltung gewidmet war. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 21.10.2009)


Stärkste Erderwärmung seit 200.000 Jahren

Frankfurt/Main - Die nächste wissenschaftliche Bestätigung für die Dramatik des Klimawandels: Wie ein Team von US-Forschern in der US-Fachzeitschrift PNAS berichten, ist der Temperaturanstieg der vergangenen Jahrzehnte in der jüngeren Erdgeschichte beispiellos. Wie die Analyse von Bohrkernen in kanadischen Seesedimenten eindeutig ergibt, hat es während der vergangenen 200.000 Jahre niemals eine auch nur vergleichbare Wärmeperiode gegeben (APA, red)

Luftverschmutzung und Klimawandel stören Monsun

Potsdam - Noch eine klimatologische Hiobsbotschaft, ebenfalls aus PNAS: Luftverschmutzung und Klimaerwärmung können die Stabilität von Monsunsystemen gefährden und damit die Landwirtschaft in vielen Ländern schädigen, schreiben Forscher um Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.10.2009) 


Pflanzen gehen mit ihren Verwandten netter um

Newark - US-Forscher haben entdeckt, dass es auch bei Pflanzen so etwas wie eine bevorzugte Behandlung von Verwandten gibt. Wie sie im Fachblatt "Communicative and Integrative Biology" schreiben, können Pflanzen über das Wurzelsekret ihre Nachbarn identifizieren. Ist der kein Verwandter, wird er durch erhöhtes Wurzelwachstum ausgebremst. Bei Geschwistern wird dagegen eine "Win-win-Situation" hergestellt. (DER STANDARD, Printausgabe, 17./18.10.2009)


Aids-Studie doch kein großer Durchbruch 

München - Vor drei Wochen wurde die Studie von den beteiligten Wissenschaftern und vielen Medien als großer Durchbruch gefeiert. Inzwischen haben unbeteiligte Experten Einblick in die Daten bekommen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Sie kritisieren nun, der Impfschutz liege allenfalls bei 26 Prozent. Damit läge er unterhalb der in Medizinstudien üblichen Signifikanzschwelle und sei mithin zufällig. (red)

US-Linguistin: Kolumbus war doch ein Spanier

Madrid/Washington - Bisher hielt man Kolumbus entweder wahlweise für einen Italiener aus Genua, einen Griechen, Portugiesen, Korsen oder Polen. Estelle Irizarry, Linguistik-Professorin der Georgetown University behauptet nun, der 1506 verstorbene, offizielle Entdecker Amerikas, Christoph Kolumbus, sei Spanier gewesen und habe Katalanisch gesprochen. Zu diesem Schluss kommt Irizarry in ihrem gerade erschienenen Buch "The DNA of the writings of Columbus" nach der Analyse der Logbücher von Kolumbus. (jam, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16. Oktober 2009)


Ein Antidepressivum, das Suizidgedanken fördert

London - Das Antidepressivum Nortriptylin fördert bei männlichen Patienten Selbstmordgedanken stärker als ein anderes Mittel. In einer Studie hätten die mit der Substanz behandelten Männer (nicht aber Frauen) zehnmal häufiger an Suizid gedacht als mit dem Wirkstoff Escitalopram behandelte Patienten, schreiben Forscher vom King's College im Fachmagazin BMC Medicine (online). (APA)

Bioethik-Kommission wurde neu bestellt

Wien - Die 2001 eingerichtete Bioethik-Kommission beim Bundeskanzleramt geht in leicht veränderter Zusammensetzung in die neue Funktionsperiode. Vorsitzende Christiane Druml wurde bestätigt, neue Vizes sind der Philosoph Peter Kampits und der Genetiker Markus Hengstschläger. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 15.10.2009)


Deutsche Forscher entdeckten Zelltod-Akteur

 Dresden - Deutsche Wissenschafter haben einen wichtigen Akteur beim programmierten Zelltod gefunden. Die Hemmung sogenannter "Todesproteine" erfolgt demnach vor allem in der Membran von Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle, wie Forscher der TU Dresden herausfanden und in "Nature Structural and Molecular Biology" berichten. (DER STANDARD, Printausgabe, 13.10.2009)


Uni Wien beruft Googles Ex-Forschungschefin

Wien - Die Universität Wien konnte die ehemalige Google-Forschungschefin Monika Henzinger und die Workflow-Expertin Stefanie Rinderle-Ma für sich gewinnen - die ersten Professorinnen an der Informatik-Fakultät. Monika Henzinger ist mit dem Informatiker Thomas Henzinger, dem Präsidenten des IST Austria, verheiratet. (red)

Alligatorenweibchen sind treu - zumindest teilweise

New York - Weibliche Alligatoren paaren sich zwar generell mit mehreren Männchen. Wenn die Paarungszeit kommt, suchen sie indes immer wieder dieselben Partner auf, schreiben US-Forscher im Fachblatt "Molecular Ecology". (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11. Oktober 2009)


Chinesischer Physik-Laureat Charles Kao hat Alzheimer

Peking - Der diesjährige Physiknobelpreisträger Charles Kao leidet an einer leichten Alzheimer-Demenz. Das berichtete die chinesische Nachrichtenagentur "China News". Und: Der 76-jährige Chinese werde einen Teil seiner Prämie in ein Alzheimerforschungsinstitut in den USA investieren. (APA)

Internetseite berechnet persönliches Sterberisiko

Washington - Forscher in den USA haben eine Internetseite eingerichtet, auf der man dem eigenen Sterberisiko näherkommen kann. Den Betreibern von DeathRiskRankings.com geht es freilich vor allem darum, über die gesundheitlichen Faktoren aufzuklären, die dieses Risiko vergrößern. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9. Oktober 2009)


Grippeimpfung könnte H1N1-Teilschutz bieten 

London - Die normale Grippeimpfung für diesen Winter könnte einen gewissen Schutz auch vor der Schweinegrippe bieten. Darauf deutet eine Studie hin, die vom "British Medical Journal" veröffentlicht wurde. Die Autoren warnen jedoch zugleich nachdrücklich vor einem Verzicht auf die Impfung gegen das H1N1-Virus. (APA)

Darwin-Ausstellung endet schon demnächst 

Wien - 200 Jahre Darwin, 150 Jahre Evolutionstheorie gehen schneller vorbei, als man denkt: Die aktuelle Schau zum Thema im Wiener Künstlerhaus, die Darwin und die Kunst betrachtet, endet bereits am 10. Oktober und nicht erst, wie gestern irrtümlich von uns angegeben, am 22.10. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. Oktober 2009)


Bevölkerungsrätsel des Alten Rom geklärt

Seit langem streiten Historiker darüber, ob es bei der Zahl römischer Bürger im ersten Jahrhundert tatsächlich einen Anstieg von 400.000 auf vier Millionen Menschen gegeben hatte, wie Quellen nahelegen. Hinter dieser vermeintlichen Bevölkerungsexplosion steckt jedoch in Wahrheit nur eine Änderung der Zählmethode unter Augustus, zeigen nun US-Forscher im Fachblatt "PNAS". Zusätzlich zu den Männern wurden nämlich auch die Frauen und Minderjährigen einbezogen. (red)

Albatrosse folgen Orcas, um zu Beute zu gelangen

Fotos, die von winzigen Kameras auf dem Rücken von vier Albatrossen aufgenommen wurden, vermitteln neue Einsichten, wie die Riesenvögel im Südpolarmeer ihre Beute finden. Sie jagen häufig in Gruppen und suchen die Nähe von Killerwalen (Orcas), um von diesen aufgescheuchte Fische zu fressen. Das berichten japanische und britische Forscher im Wissenschaftsjournal "PLoS One" (online veröffentlicht). Die Jagdstrategie der großen Albatrosse war bisher weitgehend ungeklärt. Die Fotos belegen nun, dass die Albatrosse ihre Jagdchancen auf dem weiten, eintönigen Südpolarmeer vergrößern, indem sie sich zu Artgenossen oder Orcas gesellen und vermutlich von deren Jagderfolg profitieren. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 7.10.2009)


Warum der Schnee am Kilimandscharo schmilzt

Innsbruck - Nach vielen Jahren intensiver Forschungen haben Innsbrucker Klimatologen gemeinsam mit Kollegen aus den USA das Rätsel gelöst, warum der Gletscher auf Afrikas höchstem Berg kleiner wird - und dabei eine überraschende Entdeckung gemacht: Es liegt nämlich nicht direkt an der globalen Erwärmung, so die Forscher im angesehenen "Journal of Climate" (Bd. 22, 4162), sondern an der geringeren Niederschlagsmenge. Das zeigte sich bei Vergleichen mit den klimatischen Bedingungen vor über hundert Jahren, als der Gletscher des Kilimandscharos seine Maximalausdehnung hatte. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 6.10.2009)


Nabelschnurblut als frischeste Stammzellquelle

New York - Nabelschnurblutzellen könnten in Zukunft statt Hautzellen die begehrten pluripotenten Stammzellen liefern (iPS), die sich in jede Art von Körpergewebe verwandeln lassen. Die Reprogrammierung gelang sowohl einem spanischen wie einem deutschen Team (vgl. Cell Stem Cell). Für die Nabelschnurblutzellen spreche die gute Verfügbarkeit, die leichte Gewinnung und die immunologische Unkompliziertheit und vor allem: ihre "Jugend". (tasch, 2. Oktober 2009)

Was der Tango mit den Hormonen anstellt 

Frankfurt am Main - Gerade erst wurde der Tango zum Weltkulturerbe erklärt. Die kolumbianische Psychologin Cynthia Quiroga Murcia hat im Rahmen einer Studie im Fachblatt "Music and Medicine" anhand der Speichelproben von 22 Paaren herausgefunden, was beim Tanz hormonell abgeht: Das "Stress-Hormon" Cortisol geht zurück, das Sexualhormon Testosteron wird vermehrt ausgeschüttet - mithin eine ideale Kombination für Gesundheit und Sexualität. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3./4. Oktober 2009)


Neue Zweifel an Dunkler Materie

London - Ein internationales Forscherteam ist auf Hinweise gestoßen, nach denen es überhaupt keine sogenannte Dunkle Materie gibt. Die Astrophysiker um Gianfranco Gentile von der Universität Gent entdeckten bei der Abschätzung der Massenverhältnisse in Galaxien Ungereimtheiten, die diese Annahme über den Haufen werfen, wie sie in "Nature" (Bd. 461, S. 627) schreiben. (red)

Drogen-Substitution bei Heroinsucht hilft

London - Eine große Studie in Großbritannien beweist, dass eine Substitutionsbehandlung von Heroin-Abhängigen etwa zwei Drittel dazu bringt, den illegalen Konsum entweder einzustellen oder deutlich zu reduzieren. Das berichtet die Fachzeitschrift "Lancet". Ähnlich erfolgreich sei psychologische Betreuung bei Crack-Kokain-Konsumenten. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2. Oktober 2009)

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