Bodenaffe an der Wurzel des Menschen

1. Oktober 2009, 18:42

Lange vor "Lucy" war "Ardi": Der älteste bekannte Vorfahr des Menschen lebte vor 4,4 Millionen Jahren - der Sensationsfund legt nahe, dass die Vorgeschichte der Menschheit wieder einmal umzuschreiben ist

Washington - Eigentlich ist der Sensationsfund schon ziemlich alt. Bereits im Jahr 1994 entdeckten US-amerikanisch-äthiopische Paläoanthropologen in der Region Afar in Äthiopien ein vergleichsweise gut erhaltenes Skelett eines uralten Vorfahren des Menschen. Sie gaben ihrem einzigartigen Fundstück den wissenschaftlichen Namen Ardipithecus ramidus und veröffentlichten im Wissenschaftsmagazin "Nature" gerade einmal ein paar Absätze darüber. Seitdem herrschte Sendepause.

Nun endlich liegen - bestens ins Darwin-Jahr passend - erstmals detaillierte wissenschaftliche Analysen von Ardi vor. Und diese insgesamt elf Studien im heute erscheinenden US-Wissenschaftsmagazin "Science" machen klar, dass die 125 Knochenfragmente und Zähne "eine der bedeutendsten Entdeckungen für das Studium zur menschlichen Evolution" sind, wie etwa David Pilbeam, Kurator für Paläanthropologie des Museums für Archäologie und Ethnologie an der Universität Harvard, sagt.

Der jetzt entdeckte Humanoide ist zwar nicht der gemeinsame Vorfahr von Mensch und Schimpanse, "aber das Nächste, was wir bisher gefunden haben", sagt Tim White. In anderen Worten: "Es ist weder ein Schimpanse noch ein Mensch. Es ist ein Ardipithecus." Der Paläoanthropologe von der Universität Berkeley ist der wissenschaftliche Hauptverantwortliche der Ardi-Forschungen und genießt in Fachkreisen - auch wegen der jahrelangen Geheimniskrämerei in Sachen Ardi - nicht den besten Ruf.

Nach allem, was man bisher weiß, reichen die Entwicklungslinien von Homo sapiens und der heute lebenden Affen vermutlich sechs bis sieben Millionen Jahre zu einem gemeinsamen Urahn zurück. Ardi hat vor immerhin 4,4 Millionen Jahren gelebt - und ist damit mehr als eine Million Jahre älter als das legendäre Australopithecus-Fossil Lucy, das bisher als der älteste bekannte Urahn des Menschen galt.

So wie bei Lucy, deren Skelett ebenfalls in Afar gefunden worden war, stammen auch die Überreste Ardis von einem weiblichen Humanoiden. Die Rekonstruktionen deuten auf eine 1,20 Meter große Frau mit einem Gewicht von etwa 50 Kilogramm hin.

Überraschender Körperbau 

Ihre volle wissenschaftliche Bezeichnung wurde vor 15 Jahren gut gewählt: Gattung und Art sind aus der äthiopischen Afar-Sprache abgeleitet - von "ardi" (Erdboden) und "ramid" (Wurzel) - und bedeutet sinngemäß "Bodenaffe an der Wurzel des Menschen".

Die Anatomie Ardis nämlich, die in den Wäldern Ostafrikas lebte, weist - wohl aufgrund ihrer Anpassung an den Boden - einige echte Überraschungen auf, wie Bence Viola von der Uni Wien bestätigt. Der Paläoanthropologe hat erst kürzlich 120 km vom Ardi-Fundort Aramis nach Fossilien gegraben.

Besonders die Mischung von "primitiven" und "modernen" anatomischen Merkmalen sei "absolut erstaunlich", so Viola. Insbesondere weise Ardi viele Merkmale auf, die es bei den heutigen Menschenaffen nicht gibt. Das deutet einerseits darauf hin, dass diese Spezies nicht viel Zeit auf den Bäumen verbrachte und auf dem Boden aufrecht auf zwei Beinen ging. Andererseits lässt sich daraus schließen, dass nicht nur wir Menschen, sondern auch die Menschenaffen in den vergangenen Millionen Jahren eine viel eigenständigere und kompliziertere Entwicklung genommen haben als bisher gedacht.

Es scheint also ganz so, also ob die Vorgeschichte der Menschheit und der Menschenaffen aufgrund dieses einen Fundes wieder einmal umzuschreiben ist. Und er gibt letztlich auch jenen Darwins-Besserwissern ein wenig recht, die darauf bestehen, dass der Mensch nicht vom Affen abstammt, sondern von einem gemeinsamen Vorfahren - der ganz anders aussah als heutige Menschenaffen. (Klaus Taschwer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2. Oktober 2009)

Kommentar posten
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the_friedl
10
13.10.2009, 02:49

Meine Vorfahren waren Hasen, keine Affen. Den ich Esse für mein Leben gern Möhren. Ein Überbleibsel der Evolution. Und meine Zähne (als sie noch echt waren ) erinnerten auch stark an Hasenzähne.
Weiters habe ich grosse Löffelohren, ein weiteres Indiz. Nur das Hopsen habe ich aufgegeben...




the_friedl
10
13.10.2009, 02:15

Bis jetzt habe ich immer an der Abstammung des Menschens vom Affen gezweifelt. Aber wenn ich mir einige Kommentare hier durchlese, fange ich langsam an daran zu glauben...

Wer weiss, vielleicht war die sogenannte "Unbefleckte Empfängnis" evolutionär bedingt? Also gar nicht so unmöglich?


JAXCUBE
00
11.10.2009, 01:17

http://epigenome.eu/de/2,58,1161


http://www.organische-chemie.ch/chemie/20... netik.shtm

Aus Sorge nennen wir es Ergänzung :-))))
der Unwissenden Darwinisten

JAXCUBE
51
4.10.2009, 11:05
ES GIBT KEINE DARWINISTISCHE EVOLUTION

Vererbung, nat. Selekt.,Gendrift kann alles durch Lamarckismus (Anpassung an äussere Veränderung) erklärt werden.
Nämlich explizit auf die Frage:Warum der Missing Link und wie entsteht Mutation!

Existenz entspringt aus dem Verhältnis. Chaos ist die Vorraussetzung der Ordnung. Gesetzmässigkeiten beruhen auf Verhältnissen.

Zufall widerspricht der Evolution -denn die Evolution ist einseitig. Auch wird nicht wirklich Neues geschaffen. Es gibt keine Krone. Das "Material" für die Krone war an anderen Stellen längst vorhanden. Es wird nur die Struktur verändert. (DNS, RNA etc.)

In dem sich die Organismen an die ungerichteten ÄUSSEREN Veränderungen in einer Art Zufallsbewegung anpassen/ aber stets versuchen die INNERE Ordnung beizubehalten

Threonin
00
6.10.2009, 19:17
Ja, Zufall widerspricht der Evolution, in der deutschen Sprache.

Das Wort Zufall kommt von zufallen, gemeint ist eine Vision beim Beten, denn zufallen kann einem nur was von Oben. Soviel zum historischen Wort "Zufall".

Auf Alle Fälle sind beispielsweise Mutationen auch Quantenereignisse und daher mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit behaftet und für den Einzelfall nicht vorhersagbar. Letztlich handelt es sich um chemische Reaktionen. Auch bei der Entstehung dürfte es sich um chemische Reaktionen gehandelt haben. Welche genau und unter welchen Bedingungen ist noch nicht ganz klar.

Das widerspricht aus meiner bescheidenen Sicht aber nicht der Religion oder dem christlichen Glauben, höchstens einer allzu wörtlichen Interpretation des alten Testaments.

JAXCUBE
40
4.10.2009, 17:32
schlichte Sammlung

...der Darwinist hat doch nur von Lamarck abgeschaut...da könnts rote Stricherl geben wie ihr wollts, ändert daran nichts.
Einzig und allein Lamarck gebührt die Ehre.

Noman Peopled
02
8.10.2009, 10:41
Die roten Stricherl

belegen natürlich gar nichts aber uU wäre es hilfreich gewesen, auch nur die Wikipedia-Einträge unter Lamarck und Darwin zu lesen. Oder eine gute Wissenschaftsgeschichte, wie Science - A History von Gribbin. Dann wüssten Sie zumindest, dass die Theorien inkompatibel sind.

Und Lamarck war auch nicht etwa der erste, der irgendeine Art von Evolution postuliert hat. Gab's schon bei Darwins Großvater Erasmus, Anaximander, Empedocles, Al-Jahiz ...

JAXCUBE
00
9.10.2009, 22:07

...welche genau und unter welchen Bedingungen - na - ihr Vorposter hat schon mal mehr begriffen als sie

wobei ihr Nachposter legt die Fragestellung falsch aus - der vererhte Herr sollte zuerst lernen - welcher übergeordneten Ordnung seine Gene folgen


Mein anderer Nick ist beeindruckender
00
5.10.2009, 10:18
Lediglich Mutation und natürliche Selektion können die Enstehung komplexer Lebewesen

auf elegante, einfache und nicht übernatürliche Weise erklären. Lamarckismus und Gendrift postulieren eine mystische Kraft hinter den Vorgängen der Evolution. Woher weiß denn das einzelne Gen, welche Basen verändert werden müssen, um sich sinnvoll auf die geänderten Bedingungen, welche auf die nächste Generation zukommen, anpassen zu können?

JAXCUBE
00
10.10.2009, 17:24

...das ist falsch - Lamarck erkannte schon die Selektion - das wussten sie jetzt nicht :-)

Die Euter einer Kuh wurden natürlich entscheidend und schneller durch die Selektion grösser - doch beruht die Ursache auf die äusseren Umstände - dem melken - welches im übernatürlichen Masse betrieben wurde und wird...
Ohne Selektion und zwar nur durch die äusseren Umstände ist der Weg ein längerer doch das Ergebnis das gleiche.

Mein anderer Nick ist beeindruckender
00
13.10.2009, 10:16
Die Selektion des Kuheuters wurde durch den Menschen getätigt, soweit kann ich dem zustimmen.

Aber: Es erfolgte, wie zB bei der Hundezucht, eine Domestikation und künstliche Zuchtauswahl auf eben das Merkmal "viel Milch geben". Das heißt, Menschen haben über viele Generationen lediglich jene Kühe und Stiere mit den gewünschten Eigenschaften verpaart, die die vorherige Generation darin übertrafen. Da in jeder Generation Ausreißer in beide Richtungen (mehr oder weniger Milch) auftreten, braucht man nur jene mit den gewünschten Eigenschaften zur Zucht verwenden. Das hat nichts mit dem Melken der Euter zu tun, bis auf die Tatsache, dass man von Generation zu Generation mehr Milchertrag je Kuh erzielte.

Threonin
00
12.10.2009, 14:20

Selektion funktioniert auch ganz ohne äußere Umstände. Das bestätigt sich bisher in jedem meiner Versuche mit Mikroorganismen.

Neue Organismen konnte ich aber noch nicht herstellen, war aber auch noch nie mein Ziel.

Threonin
00
3.10.2009, 18:46

Manche Leute hier im Forum sollte echt einen Kurs in Aggressionsbewältigung machen. Meist sind es die selben Leute, die nicht lesen können aber sofort losschimpfen und immer den gleichen Beißreflex zeigen.

tablespace65
01
2.10.2009, 20:51
Was? Adi war ein "Bodenaffe"? Dürfen's denn das überhaupt so schreiben?

astiberg
61
2.10.2009, 16:44
Glaube gefragt

Wer diese Geschichten glaubt, wird nur endlich, nicht unendlich selig, aber sicher nicht weise.

zippy
00
3.10.2009, 12:10

Überredet. Ich glaube es nicht mehr. Zumindest nicht den Bart.

nofretete69
 
03
2.10.2009, 18:21

auf welcher droge sind sie denn ????

got-it all
03
2.10.2009, 18:24

weihrauch.....

nofretete69
 
00
2.10.2009, 18:41

ja, stimmt ! hab ich ganz vergessen, cannabis und weihrauch sprechen die selben rezeptoren im gehirn an -
der beste " beweis , dass evoultion " stimmt " ! ;-)

Ro_bert
00
2.10.2009, 14:04

Hier ist von einer Frau die Rede - gilt das auch für die gemeinsamen Vorfahren? Oder wird dann auf "Weibchen" umgeschwenkt?

A Voice
00
3.10.2009, 18:37
Warum nicht,

wenn "sogar", wie oben, eine dezidierte nicht-vorfahrin eine "Frau" ist?

Ro_bert
01
5.10.2009, 12:28

Ich find das einen interssanten Gedanken, vor allem wenn man ihn weiterspinnt.
Menschliche Vorfahren bestehen klarerweise aus Frauen und Männer. Aber bei Vorfahren von Menschen und Tieren, was letztlich bis zu Amöben zurückgeht, klingt das schon seltsam.
Was aufzeigt daß die Trennlinie zwischen Mensch und Tier eigentlich eine künstliche ist.

genpro
00
8.10.2009, 15:30
Genau.

Eine kuenstliche Abgrenzung geschaffen vom Menschen, um sich selbst zu glorifizieren. He, he, he! Aber um in die tatsächlichen molekularen Verwandtschaftsverhältnisse einen Einblick zu gewinnen, wird leider in der Schule zuwenig Zeit investiert. Welcher Schulabgänger weiss denn schon wirklich wie ein Genom aufgebaut ist und wie nahe wir tatsächlich genetisch verwandt sind zu den heute existierenden Tieren... Aber vielleicht verliert der Mensch ja auch ein bissl an Selbstwertgefuehl, wenn er plötzlich erkennt, dass er nur ein Lebewesen unter vielen ist und nicht wirklich was besonderes... ;-)

nofretete69
 
00
2.10.2009, 18:22

sie haben eher noch nix von genetik gehört, oder ?

Ro_bert
00
2.10.2009, 20:05

Sie brauchen erstmal Unterricht in agressionsfreier Kommunikation, dann dürfen sie mich gerne belehren indem sie die meine Frage beantworten.

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