"Holen uns gestohlenes Geld"

1. Oktober 2009, 18:03
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Zehetner verspricht, das von Ex-Managern "gestohlene Geld" wieder zu holen. Dass die Provisionen an Meischberger im Zuge des Buwog-Kaufs flossen, glaubt er nicht

Wien - Sehr gesittet verfolgten 512 Aktionäre die zehnte Hauptversammlung (HV) der Immoeast. Viele haben ein Vermögen mit diesen Aktien verloren - und wurden vom neuen Chef der Immofinanz-Gruppe, Eduard Zehetner, zumindest verbal entschädigt. "Wir werden den Weg der kontrollierten Eskalation nicht verlassen und einen Großteil des uns gestohlenen Geldes wieder bekommen" , verspricht Zehetner. Gemeint ist u. a. der bis dato nicht zustande gekommene Vergleich über eine Forderung von 512 Mio. Euro plus Zinsen ("Ibag-Bond" ) an die Constantia Packaging B.V. (ehemalige Mutter der Constantia Privatbank). Der Vergleich wurde bereits im Februar ausformuliert, scheiterte bis jetzt, weil die Constantia B.V. keine Finanzierung dafür bekam. Bei dem Vergleich hätte die Immoeast etwa auf ein Drittel ihrer Forderungen verzichtet. Am Donnerstag wurde seitens der B.V. ein neuer Vergleichsvorschlag übermittelt. Inhalt: 164 Mio. an Geldwerten und über 200 Mio. Euro an Sachwerten.

Gegenforderungen

Seit Jahresbeginn zahlt die Immoeast der Bank kein Geld mehr für die Managementverträge mit der Immofinanz-Gruppe, zumal es ausreichend Gegenforderungen an die Bank gebe. Schließlich habe die Immofinanz-Gruppe Forderungen über 400 Mio. Euro an die Constantia Privatbank. 100 Mio. Euro davon stammen aus Überfakturierungen der Managementverträge, 150 Mio. Euro stammen aus Provisionen (Buwog), die unter einem ganz anderen Titel verbucht wurden. Der Rest auf die 400 Mio. ergebe sich aus jenen Ansprüchen, "die wir aus den 512 Mio. Ibag-Bond nicht bekommen" .

Am Ende des Tages werde das bedeuten, dass die Rest-Bank (exklusive der Vermögensverwaltung) der Immogruppe gehöre. Zehetner: "Es gibt niemanden anderen, der Anspruch auf die Rest-Bank haben könnte, außer den zwei Immogesellschaften."

In Sachen Buwog-Provisionen

Apropos Buwog: Für Zehetner ist es nicht erkennbar, dass die Provisionen der Immoeast an Walter Meischberger und Peter Hochegger im Zusammenhang mit dem Kauf der Buwog stehen. Denn üblicherweise fließen die Provisionen unmittelbar nach Geschäftsabschluss. Die Buwog wurde 2004 verkauft, die Provisionen flossen aber erst 2006 und 2007. Auch diese Gelder will sich Zehetner im Zuge des Vergleichs zurückholen. Im ersten Halbjahr 2010 ist die Fusion von Immofinanz und Immo-east geplant. Heute, Freitag, wird dazu in der Immofinanz-HV eine Kapitalerhöhung beschlossen. (Claudia Ruff, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 2.10.209)

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