Rote Liste der gefährdeten kulturellen Ausdrucksformen

1. Oktober 2009, 17:38
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Zwölf besonders schützenswerte Feste, Rituale und Handwerkstechniken befinden sich auf der UNESCO-Liste

Paris/Abu Dhabi - Erstmals hat die UNESCO eine rote Liste mit vom Verschwinden bedrohten Festen, Ritualen und Handwerkstechniken erstellt. Auf ihr finden sich insgesamt zwölf besonders schützenswerte kulturelle Ausdrucksformen aus acht Ländern. Darunter sind das traditionelle Neujahrsfest der in China lebenden Qiang-Minderheit, der Paghjella-Gesang von der französischen Mittelmeerinsel Korsika sowie der mongolische Volkstanz Mongol Biyelgee.

Die am Donnerstag in Abu Dhabi vorgestellte Rote Liste ergänzt die "Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit". Auf dieser findet sich unter anderem die südamerikanische Tango-Tradition oder das sizilianische Marionettentheater "Opera dei Pupi". Beide Listen werden von einem Zwischenstaatlichen UNESCO-Komitee betreut, das in diesen Tagen in Abu Dhabi tagt.

Schutz der kultureller Ausdrucksformen

Für den Schutz der kulturellen Ausdrucksformen auf der Roten Liste kann künftig finanzielle Unterstützung beantragt werden. Die Gründe für die Bedrohung sind vielfältig: Neben Migration oder mangelndem Interesse der Jugend an Traditionen werden auch Naturkatastrophen genannt. Zahlreiche Qiang-Dörfer waren 2008 beispielsweise durch ein Erdbeben in der Provinz Sichuan zerstört worden. (APA)

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