Brecht-Theater für Comics-Leser

1. Oktober 2009, 16:27
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Der gute Mensch von Sezuan wird bei Regisseur Ong Keng Sen von (un)menschlichen Wesen umgeben

Den Verfremdungseffekt, den Brecht einst propagierte, um den Zuschauer vor der Identifikation zu bewahren, treibt Regisseur Ong Keng Sen noch ein Stückchen weiter. Der gute Mensch von Sezuan wird bei ihm von (un)menschlichen Wesen umgeben, die Gesten von Comicfiguren in sich vereinen. Zur schrillen Kostümierung (Mitsushi Yanaihara) gesellen sich aber auch traditionelle Elemente aus Pekingoper und asiatischen Kampfsportarten. Auf den ersten Blick alles sehr Brecht-like; unter der bunt schillernden Oberfläche schlummert jedoch ein stofflich unangetasteter Brecht (Musik: Paul Dessau). Aus dem gut ausbalancierten Ensemble sticht Karl M. Sibelius in der Titelrolle hervor. Er erweist sich als kräftiges Zentrum des Geschehens: Ausgerechnet bei der Prostituierten Shen Te wollen die Götter Quartier beziehen, auf der Suche nach einem guten Menschen. Als sie von ihnen reich beschenkt wird, muss sie sich bald die Tarnung des kaltherzigen Vetters Shui Ta zulegen, um mit heiler Haut die Attacken der anderen zu überstehen. In Linz wird das zum reichlich bunten Abend, der viel neue Oberfläche bietet, inklusive Web-2.0-Animation auf dem Pausenvorhang und göttlichen Auges auf zahlreichen Bildschirmen. Der Stoff selbst wird dadurch zugedeckt. Ob das BB gefallen hätte? (wo, DER STANDARD/Printausgabe 2.10.2009)

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Link
Landestheater Linz

Info
Linz, Landestheater, Großes Haus, 0800/21 80 00. 19.30 Uhr.

  • Wie hält es Shen Te / Shui Ta (Karl M. Sibelius) mit dem Gutsein? Eine Antwort aus Linz.
    foto: artner

    Wie hält es Shen Te / Shui Ta (Karl M. Sibelius) mit dem Gutsein? Eine Antwort aus Linz.

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