Es ist der Soul und nicht der Song

1. Oktober 2009, 16:27
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Leitmotiv im Schaffen von Hugo Race blieb immer die Liebe zu Blues und Soul

Seit gut zweieinhalb Jahrzehnten gehört Hugo Race zu den Klassensprechern der düsteren australischen Postpunk-Schule, deren Direktor ab Mitte der 1970er Nick Cave war. In dessen Band Bad Seeds wütete anfangs auch Hugo Race an der Gitarre, später ging es gemeinsam ins Westberliner Exil. Noch im heimatlichen Melbourne gründete der fahrende Sänger und Multiinstrumentalist Race 1985 The Wreckery, roher R'n'B mit Scheiß-drauf-Punk-Attitüde. Leitmotiv im Schaffen von Race (wie seiner australischen Klassenkameraden) blieb immer die Liebe zu Blues und Soul. Der Blues für romantische Verlierer und verlorene Seelen ist auch Grundierung und Plattform für den Sound von Hugo Race & The True Spirit. Ein loses 1988 in Berlin gegründetes Kollektiv, das zuletzt auf seinen Glitterhouse-Alben Taoist Priests und dem vordergründig sanfteren 53rd State psychedelische Klangforschung betreibt: Dub-Delirium, Funk-Fetzer, elektronische Ambient-Trips, hypnotischer Rock, apokalyptische Folk-Balladen und atmosphärische Verweise auf Übervater Leonard Cohen. Wie so oft beim Blues fehlt auch nicht sozialer und politischer Kommentar: Der inzwischen auf Sizilien lebende Race lässt etwa den antirassistischen Aborigines-Aktivisten Larry Walsh zu Wort kommen. (dog, DER STANDARD/Printausgabe 2.10.2009)

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Kino Ebensee

Info
2. 10.: Kino Ebensee, Ebensee, 06133/63 08. 20.30

  • Klassensprecher der im Zeichen des Blues Erniedrigten und Beleidigten: Hugo Race, wohnhaft in Sizilien.
    foto: website kino ebensee

    Klassensprecher der im Zeichen des Blues Erniedrigten und Beleidigten: Hugo Race, wohnhaft in Sizilien.

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