Dutzende Exil-Tibeter an Chinas Jahrestag festgenommen

1. Oktober 2009, 16:05

Kundgebung vor chinesischer Botschaft in Kathmandu

Kathmandu/Peking - Die Polizei in Nepal hat Dutzende Exil-Tibeter wegen angeblicher Pläne für Proteste zum 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China festgenommen. Anti-Aufruhr-Beamte hätten knapp 40 Tibeter festgenommen, die versucht hätten, vor der chinesischen Botschaft in der Hauptstadt Kathmandu zu demonstrieren, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Die Demonstranten entrollten tibetische Fahnen und skandierten Parolen wie "Freiheit für Tibet", bevor sie von Polizisten abgeführt wurden, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Nach Angaben der Polizei sollten sie später wieder freigelassen werden. Aus Sorge um die freundschaftlichen Beziehungen hatte die Regierung Nepals wiederholt vor chinafeindlichen Protesten gewarnt.

Mit einer Militärparade feierte Peking das 60-jährige Bestehen der Volksrepublik China. Rund 200.000 Menschen verfolgten eine Militärparade mit tausenden Soldaten auf der Straße des Ewigen Friedens, Kampfflugzeugen am Himmel sowie militärischer Hochtechnologie, darunter auch ballistische Interkontinentalraketen. Anschließend marschierten tausende Menschen singend durch die Straße. Das Spektakel war mehrfach geprobt worden. Zudem wurde das Sicherheitsaufgebot anlässlich des Jahrestages massiv erhöht. (APA)

Kommentar posten
14 Postings
ragna
00
9.10.2009, 10:17
bei meiner letzten tibet reise..

.. musste ich auch wieder jedesmal schmunzeln, wenn unser tibetischer fahrer seine hühnerbeinknorpel aus dem fahrenden auto auf chinesische grenzposten gespuckt hat..

cenare in animo habeo
33
4.10.2009, 15:34
Es ist wie eine Seuche,

wie eine mörderische Krankeheit, die sich von China ausgehend in Asien verbreitet - stupider, hündischer Opportunismus, seinem Herrn den Speichel zu lecken, eines vermeintlichen Vorteils willen.

filippinho
21
4.10.2009, 14:42

Unglaublich, daß die Nepalesen anscheinend so eine SCh--ssangst vor China haben, daß immer derart brutal und kompromißlos gegen tibetische Demonstranten vorgegangen wird.

Romi 53
31
5.10.2009, 08:19
Angst vor China

@filippinho
diese Angst ist nicht ganz unbegründet.Nepal hat gesehen wie schnell so ein kleiner Staat verschwinden kann,es liegt ja genau neben Tibet.Zudem regieren in Nepal Maoisten und China schickt sicher nicht liebe Grüße.Chinas Atomwaffen ,die in Tibet stationiert sind ,sind in Richtung Nepal ,Indien und alle angrenzenden Länder gerichtet.Das Nepal so speichelleckend nach China schaut ist nicht neu .Schon vor 30 Jahren wurde flüchtenden Tibetern alles ,selbst die kleinsten Andenken weg genommen....

@Nowtila

hast du noch ein anderes Argument ?
Kannst du dir vorstellen,das sich auch die Tibeter weiter entwickelt haben ?

Nowotila
63
2.10.2009, 12:55
Die einen wollen ihren Kaiser Willhelm wiederhaben

und andere ihre augenausstechenden Foltermönche.

Jürgen Rembremerding
10
13.11.2009, 20:57
Armselig!

Timagoras
 
22
5.10.2009, 17:06

und sowas muss man natürlich mittels "Anti-Aufruhr-Beamter" brutal unterbinden, nicht wahr?

so eine effektive "einsatztruppe" würden Sie sich auch bei uns wünschen, gell?


Etsch1
10
5.10.2009, 07:15

Ich glaube nicht daß eine dahingehende Untersuchung einen Ausgang in ihrem Sinne nahelegt (in Europa)

cenare in animo habeo
34
4.10.2009, 16:13
Allen jenen, die ständig mit diesem depperten Argument kommen -

- und da sind Sie wahrhaft nicht der einzige - sei gesagt, dass sich die Tibeter inzwischen weiterentwickelt haben, die Chinesen dieselben Methoden in ihren Konzentrationslagern aber noch immer anwenden.

filippinho
11
4.10.2009, 14:53
Von all den erwähnten Punkten einmal abgesehen

Haben Sie sich jemals mit dem Bericht des UN-Beauftragten Manfred Novak zur Menschenrechtslage in chinesischen Gefägnissen auseinandergesetzt?
Nur weil Sie da so pseudoempört über Folterpraktiken schreiben.

filippinho
34
4.10.2009, 14:50
Bei Typen wie Ihnen geht mir das Geimpfte auf

Informieren Sie sich über chinesische Geschichte, erklären Sie uns die 75Millionen Todesopfer Maos und seiner "Reformen", sagen Sie uns warum man schon vor der kulturellen Revolution massenhaft Klöster in Tibet zerstört hat, begründen Sie bitte, wieso es in Tibet verboten ist frei seine Religion und Kultur zu leben - wenn China ja eh nicht so schlimm ist.

Weiters würde ich gerne wissen, wieso in China im März 2008 auf CNN und anderen westlichen Sendern die Bildschirme schwarz wurden, als über die Proteste in Tibet berichtet wurde, wieso ich in China keinen Zugang zu wikipedia hatte, wieso man in Xinjiang Leute an selben Tag des gerichtlichen Schuldspruchs exekutiert.

cenare in animo habeo
32
4.10.2009, 14:48
Manche allerdings

haben auch den guten alten Papa Mao und seine Massenvernichtungslager ganz lieb.

Pannonia Jack
23
2.10.2009, 17:05

Ob ein heute autonom regiertes Tibet an "Gepflogenheiten" von vor 50 und mehr Jahren festhält?

Man bedenke, dass die ach so zivilisierten Europäer vor 50 Jahren noch immer in den Kolonien wüteten.

filippinho
22
4.10.2009, 14:40
Richtig, wie so oft!

Panonnia Jack - Sie sind ein klasser Kerl!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.