Europäischer Satellitendienst "für Unternehmen und Bürger" online

1. Oktober 2009, 15:56
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EGNOS ist ein Vorläufer des globalen Systems Galileo

Brüssel - Der satellitengestützte europäische Navigations-Ergänzungsdienst EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) hat am Donnerstag offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Nach Angaben der EU-Kommission in Brüssel steht der offene Dienst Unternehmen und Bürgern nun kostenlos zur Verfügung. EGNOS ist ein Vorläufer des globalen Satellitennavigationssystems Galileo, das die EU derzeit entwickelt.

"Mit dem heute vollzogenen Schritt öffnen wir den europäischen Unternehmen und Bürgern den Zugang zu einer Vielzahl verbesserter Anwendungen und neuer Möglichkeiten dank präziserer Navigationssignale", erklärte der zuständige EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani. EGNOS ist ein satellitengestütztes Ergänzungssystem, das nach Angaben der Brüsseler Kommission die Genauigkeit der Signale für die Satellitennavigation in Europa verbessert. Demnach wird die Ortungsungenauigkeit der derzeitigen GPS-Signale wird von circa zehn Meter auf zwei Meter verringert.

Unterstützte Anwendungen

Das System unterstützt eine Reihe von Anwendungen etwa zur Ausbringung von Dünger in der Landwirtschaft, zur automatischen Mauterhebung und zur Verkehrslenkung. Nach Angaben der EU-Kommission kann EGNOS auch präzisere persönliche Navigationsdienste wie zum Beispiel für Blindenführungssysteme unterstützen. Ein weiterer Einsatzbereich ist die Luftfahrt. Ein sicherheitskritischer EGNOS-Dienst für Anwendungen, bei denen menschliches Leben auf dem Spiel steht, soll bis Mitte 2010 eingerichtet, teilte die EU-Kommission mit. Dieser Dienst soll Nutzern bei einer Fehlfunktion des Systems innerhalb von sechs Sekunden einen Warnhinweis übermitteln. Ein kommerzieller Dienst, der sich derzeit in der Testphase befindet, wird demnach ebenfalls 2010 zur Verfügung stehen.

Der EGNOS-Betrieb wird durch die in Toulouse ansässige Gesellschaft European Satellite Services Provider (ESSP SaS) verwaltet. Der Vertrag zwischen der EU-Kommission und der Gesellschaft sei am Mittwoch unterzeichnet worden, erklärte die EU-Behörde. Er regelt die Verwaltung und Instandhaltung des Systems bis Ende 2013. EGNOS umfasst nach Angaben der EU-Kommission drei Transponder an Bord von geostationären Satelliten sowie ein Bodennetz von rund 40 Ortungsstationen und vier Kontrollzentren, die alle miteinander vernetzt sind. Das System deckt fast alle europäischen Staaten ab und kann auf Nordafrika und Nachbarstaaten der EU ausgeweitet werden. (APA)


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