Kritik der Opposition, Lob der SPÖ

1. Oktober 2009, 14:36
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FPÖ: Pseudo-Aktivität der SPÖ - BZÖ befürchtet 2010 450.000 Arbeitslose - Grüne: Maßnahmen reichen nicht

Wien - Anlässlich der Arbeitslosenzahlen für September übten Vertreter der Opposition Kritik an der Arbeitsmarktpolitik der SPÖ. SP-Sozialsprecherin Csörgits sprang zur Verteidigung des SPÖ-Sozialministers Rudolf Hundstorfer ein.

Wenn 68.450 Menschen in Schulungen des Arbeitsmarktservice (AMS) geparkt seien, könne man nicht von sinkender Arbeitslosigkeit sprechen, kritisiert FPÖ-Arbeitnehmersprecher Herbert Kickl. Es werde damit "nur die Arbeitslosenstatistik geschönt". Es gebe keine Bewertung der Kurse, für die Menschen ergebe sich daraus keine Perspektive. Lehrlinge in den überbetrieblichen Lehrwerkstätten würden weniger Geld erhalten und seien damit "Lehrlinge zweiter Klasse". "Offensichtlich handelt es sich hier um Pseudo-Aktivitäten der SPÖ, die ganz plötzlich das Thema 'Arbeitslosigkeit' für sich neu entdeckt hat" schreibt Kickl in einer Aussendung.

AMS-Kurse

Ohne entschlossene Maßnahmen "wird es in einem Jahr an die 450.000 Arbeitslose in Österreich geben", warnte heute BZÖ-Wirtschaftssprecher Robert Lugar. "Lieber verstecken Faymann und Co die Arbeitslosen weiterhin in AMS-Kursen, anstatt wirklich Impulse für den Arbeitsmarkt zu setzen", kritisiert er.

Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, bezweifelt, dass die überbetrieblichen Lehrwerkstätten "wirklich mittelfristig das Beste sind, um jungen Leuten mit Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt Chancen zu bieten". Eine Wurzel des Problems liege darin, dass zehn Prozent der Jugendlichen das Schulsystem ohne Pflichtschulabschluss verlassen und fünfzehn Prozent der Lehrlinge den Lehrabschluss nicht schaffen. Die Schulbildung und die duale Ausbildung müssten reformiert werden, um jungen Menschen den Start in das Berufsleben zu erleichtern.

Zur Verteidigung des SPÖ-Sozialministers Rudolf Hundstorfer sprang SPÖ-Sozialsprecherin Renate Csörgits ein. Die Regierung "setzt alles daran, den Arbeitsmarkt in Bewegung zu halten und den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu bremsen" schrieb sie in ihrer Aussendung. Sie verweist darauf, dass 40 Prozent aller Arbeitslosen nur einen Pflichtschulabschluss haben. Um Weiterbildung und Qualifikation noch attraktiver zu machen, werde der Qualifizierungsbonus ab 1. Jänner 2010 erhöht. (APA)

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