Betrüger manipulierten Firmen-Telefone: Je bis 270.000 Euro Schaden

1. Oktober 2009, 14:35
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Täter ließen bei sieben Wiener Unternehmen bis zu 48 Stunden lang Mehrwertnummern anrufen

Betrüger haben sieben Wiener Firmen in den vergangenen fünf Monaten jeweils zwischen 50.000 und 270.000 Euro abgeluchst. Die Täter manipulierten die Telefonsysteme der Unternehmen und ließen stunden- bis tagelang teure Mehrwertnummern im Ausland anrufen. Betreiber der Anschlüsse dürften die Kriminellen selbst sein, die durch die Telefonate lukrierten Gewinn abschöpften, erklärte IT-Experte Volker Kobald vom Landeskriminalamt Wien.

Mehrwertnummern

Seit Mai 2009 meldeten sich in Wien insgesamt sieben Geschädigte bei der Polizei, auch in den Bundesländern gebe es ähnliche Fälle, so Kobald. Da der Betrug teilweise erst nach Zustellung der hohen Rechnungen aufflog, könnte es durchaus noch weitere Opfer geben. Die Manipulation erfolgte meist über Nacht oder am Wochenende, wenn die Büros geschlossen waren. Über die aktivierte Mailbox richteten die Täter eine Rufumleitung zu den Mehrwertnummern ein und ließen diese 24 bis 48 Stunden lang über alle verfügbaren Anschlüsse der Firma laufen.

Analoge, digitale sowie VOIP-Anlagen

Leicht machten es die Firmen den Betrügern laut Kobald durch unvorsichtiges Vorgehen bei der Installation der Telefonanlage. Diese können mittels einem Code (Master- oder Defaultcode) von außen gesteuert werden. Für den Sicherheitsschlüssel gibt der Hersteller eine werkseitig Einstellung vor, die im Internet abrufbar und in der Bedienungsanleitung zu finden ist. Der Code sollte bei Inbetriebnahme daher geändert werden. Genau dies sei bei den Betrugsfällen nicht passiert, so Kobald. Die Kriminellen konnten mit dem werkseitig eingestellten Schlüssel Manipulationen vornehmen. Betroffen waren analoge, digitale sowie VOIP-Anlagen.

Die Mehrwertnummern gehören zu keinen bekannten Diensten und wurden in Sierra Leone, Nigeria, Estland, Lettland, Libyen und Liechtenstein angemietet. Die Polizei geht davon aus, dass sich die Täter nicht in Österreich aufhalten. (APA)

 

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