Vana kritisiert AMS-Statistik

1. Oktober 2009, 09:40
2 Postings

Zwar sei der Anstieg bei Männern größer, aber viele arbeitsuchende Frauen würden nicht in der Statistik auftauchen, kritisiert die arbeitsmarktpoltische Sprecherin der Grünen

Wien - Ende September gab es in Österreich 234.505 vorgemerkte Arbeitslose, um 51.178 oder 27,9 Prozent mehr als ein Jahr davor. 68.450 Menschen waren in Schulungen des Arbeitsmarktservice (AMS), um 17.981 oder 35,6 Prozent mehr als Ende September 2008. Damit waren in Summe 302.955 Menschen auf Jobsuche, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Der Zuwachs an Arbeitslosigkeit ist bei den Geschlechtern nicht gleich verteilt: Bei den Männern stieg er um 36,1 Prozent bei den Frauen um 19,2 Prozent. Die Grünen bezeichneten die AMS-Arbeitslosenstatistik als verharmlosend in Bezug auf die Arbeitslosigkeit von Frauen.

Männer stärker betroffen als Frauen

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich im Vergleich zu den Vormonaten ein wenig eingebremst. Während im September um gut 51.000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet waren als im Vorjahresmonat, hatte das Plus in den Monaten davor zwischen 53.000 und fast 57.000 betragen. Die Arbeitslosenquote nach heimischer Definition stieg um 1,4 Punkte auf 6,5 Prozent.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten fiel um 72.000 (2,1 Prozent) auf 3.396.000. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten über 50 Jahren stieg hingegen um 10.000 (1,6 Prozent) auf 650.400.

128.528 Männer (plus 36,1 Prozent) und 105.977 Frauen (Plus 19,2 Prozent) waren von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei Inländischen ArbeitnehmerInnen betrug der Anstieg 26,8 Prozent (40.468 Personen) auf 191.290, bei MigrantInnen lag das Plus bei 32,9 Prozent (10.710 Personen) auf 43.215. Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren (plus 24,4 Prozent auf 41.136 Personen) waren ähnlich stark betroffen wie Menschen über 50 (Plus 24,0 Prozent auf 45.600 Personen).

Grüne kritisieren AMS-Statistik

Monika Vana, Stadträtin und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen Wien, kritisierte angesichts der neuen Zahlen, dass die AMS-Statistik das Problem der Frauenarbeitslosigkeit verharmlose. "Die Zahlen zeigen ein falsches Bild. Auch wenn statistisch gesehen der Anstieg der Frauenarbeitslosigkeit geringer
ausfällt als der der Männer, so ist die Lage von Frauen am Arbeitsmarkt dramatisch. Denn die Arbeitslosigkeit von Frauen ist eine versteckte," so Vana.

Sie verwies darauf, dass viele Frauen sich nicht als arbeitsuchend melden, weil sie keine finanziellen Ansprüche erworben haben oder teilzeit oder prekär beschäftigt seien. Viele suchen eine Vollzeitstelle, scheinen aber nicht in der Arbeitslosenstatistik auf. Immer weniger Frauen können von ihrer Arbeit leben. "Die arbeitsmarktpolitischen Indikatoren müssen verändert werden und die tatsächliche Situation am Arbeitsmarkt - wie steigende Teilzeit und niedrige Einkommen - abbilden", so Vana abschließend. (APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.