Christlicher Revolutionär schuf Mao-Anzug

1. Oktober 2009, 15:57
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In den 1960er- und 70er-Jahren prägte der schlichte Anzug den Begriff von den "blauen Ameisen"

Peking - Der traditionelle chinesische Mao-Anzug, den Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao zum 60. Jahrestag der Volksrepublik trug, ist eigentlich viel älter als sein Namensgeber Mao Tsetung (Zedong) und die Kommunisten. Er geht auf den "christlichen Revolutionär" Sun Yatsen zurück, der nach dem Sturz der Qing-Dynastie 1911 die erste Republik geschaffen hatte.

Der Schnitt lehnt sich an japanische Studenten- und deutsche Militäruniformen sowie an einfache bäuerliche Kleidung an. Er besteht aus einer hochgeschlossenen Jacke mit Steh- oder Rundkragen sowie vier außen aufgesetzten Taschen und westlichen Hosen.

"Blaue Ameisen"

Auf Chinesisch wird der Anzug nach Sun Yat-sen und seinem Geburtsort "Song Zhongshan Zhuang" genannt. Er diente einst als Beamtenkleidung. Die Funktionäre der nationalchinesischen Kuomintang zogen den Anzug genauso an wie später die mit ihnen verfeindeten Kommunisten. Mao Zedong trug eine solche Jacke bei der Gründung der Volksrepublik am 1. Oktober 1949. Die Anzüge, die früher aus billiger blauer und grüner Baumwolle geschneidert wurden, prägten in den 60er und 70er Jahren im Ausland das Bild von Chinesen als "blaue Ameisen".

Chinas Präsident Hu Jintao trug bei der Militärparade am Donnerstag in Peking zwar eine dunkel-graue Mao-Jacke aus allerfeinstem dunkelgrauen Zwirn, will damit aber Volksnähe demonstrieren. Die vier Taschen symbolisieren alte kommunistische Tugenden wie Höflichkeit, Rechtschaffenheit, Anstand und Ehrgefühl. (APA/dpa)

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    Präsident Hu Jintao beim 60. Jahrestag der Volksrepublik im Mao-Anzug.

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