Preise für Skikarten steigen

1. Oktober 2009, 13:31
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Die Seilbahnbranche rechnet heuer mit leichten Einbußen, Grund hierfür ist vor allem der Einbruch am englischen Markt

Wien - Die 254 heimischen Seilbahnunternehmen rechnen in der heurigen Wintersaison 2009/2010 mit Umsatzrückgängen von rund 4 Prozent, ergab eine Befragung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Grund hierfür ist vor allem der Einbruch am englischen Markt, sagte Fachverbandsobmann Ingo Karl am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Die Abwertung des Pfund mache den Winterurlaub für Briten unerschwinglich. In einem "normalen" Winter stammen rund 18 Prozent der Tiroler Gäste aus England. Tirol wiederum ist in punkto Wintersport das wichtigste Bundesland. Trotz niedriger Inflation wird Skifahren auch heuer wieder um bis zu 3 Prozent teurer.

Ein prognostiziertes Minus für den kommenden Winter sei für die Seilbahnbranche aber noch kein Grund, Trübsal zu blasen. "Der Tourismus segelt stabil durch die Krise", ist Karl überzeugt. 2008/2009 war laut Karl ein Rekordwinter - trotz Krise. Die Seilbahnen haben einen Netto-Kassenumsatz von 1,167 Mrd. Euro lukriert, um 11 Prozent mehr als im Jahr davor. Den Zuwachs müsse man allerdings relativieren: "Die Seilbahnen verdienen sich keine goldene Nase, weil sich Aufwendungen und Umsätze die Waage halten", meinte Karl. Außerdem reinvestieren die Unternehmen jährlich bis zu 50 Prozent des Gesamtumsatzes.

In Summe haben die 254 Seilbahnunternehmen heuer bereits 550 Mio. Euro in Komfort, Sicherheit, in den Neu- bzw. Umbau von Anlagen, in Beschneiung, Pistenbau, Sommereinrichtungen usw. investiert. Auch für 2010 sind Investitionen in dieser Größenordnung geplant. Im vergangenen Winter wurden rund 57 Millionen Skifahrertage und 626 Millionen Beförderungen verzeichnet.

Regionale Preis-Unterschiede

Die Preise für Tagesskipässe für Erwachsene variieren in Österreich, je nach Größe und Standort des Skigebiets, zwischen 26 und 43,50 Euro. Mit rund 120 Euro geben Übernachtungsgäste erwartungsgemäß am meisten aus. Tagesgäste lassen im Schnitt 64 Euro im Skigebiet, Saisonkartenbesitzer 38 Euro. Das meiste Geld geht laut WKÖ-Berechnungen für Unterkunft und Gastronomie drauf. Für die Österreicher sind Piste, Schneeverhältnisse, Größe des Skigebiets und die "gute Erfahrung" wichtiger als der Preis der Liftkarte, ergab eine WKÖ-Befragung unter rund 2.000 heimischen Skigästen.

Im Winter 08/09 haben die Seilbahnunternehmen Bruttoumsätze von 5,8 Mrd. Euro erzielt. 608,8 Mio. Euro wurden an Umsatzsteuerleistungen für den Staat abgeführt. Der Beitrag zum jährlichen Volkseinkommen liege daher bei rund 3,1 Mrd. Euro, rechnete der Geschäftsführer des Fachverbandes der Seilbahnen, Erik Wolf, vor.

In Niederösterreich wird die gesetzliche Skihelmpflicht bereits für den kommenden Winter umgesetzt. Mit Ausnahme von Tirol und Vorarlberg haben sich alle anderen Bundesländer für die gesetzliche Helmpflicht ausgesprochen. Aus Sicht des Fachverbands der Seilbahnen ist die Einführung einer Skihelmpflicht für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre "zu wenig nachhaltig und eher kontraproduktiv für die Bewusstseinsbildung" sagte Wolf. Sportmediziner Klaus Dann sieht das genauso: "Ein Helm ist ein Schutz, aber kein Allheilmittel." Danns unrealistischer Vorschlag: Nur wer dazu imstande ist, 10 Kilometer zu laufen und 40 Kilometer Rad zu fahren ist für die Skipiste gewappnet. Jedes Jahr landen 55.000 Wintersportler im Spital. (APA)

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