Stimmung in Japan verbessert sich

1. Oktober 2009, 13:26
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Firmen berichten über besseren Zugang zu Fremdkapita

Tokio - Die Stimmung in Japans Wirtschaft hat sich im Sommer deutlich aufgehellt. Vor allem größere Firmen berichteten über einen besseren Zugang zu Fremdkapital. Zugleich aber äußerten sich die Unternehmen zurückhaltend zu ihren Geschäftsaussichten. Das deute darauf hin, dass sich die Erholung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft fortsetze, aber die Unsicherheit bei den Prognosen groß bleibe, sagte David Cohen von Action Economics in Singapur.

Der Geschäftsklima-Index legte in den drei Monaten bis September zu und erreichte ein Minus von 33 Punkten, wie am Donnerstag aus dem Konjunkturbericht (Tankan) der japanischen Notenbank hervorging. Damit traf der Diffusionsindex für die Stimmung von Großunternehmen des Verarbeitenden Gewerbes die Erwartungen von Experten, die im Mittel mit minus 33 Zählern gerechnet hatten. Für Dezember werden nun minus 21 Punkte erwartet und damit eine weitere Verbesserung. Allerdings wäre das dann bereits das sechste Quartal in Folge, in dem das Barometer im negativen Bereich bleibt.

Als Reaktion auf die weiter trüben Aussichten für die Konjunktur halten sich die Firmen mit Investitionen zurück. Im Geschäftsjahr bis März sollten die Ausgaben etwa für neue Maschinen um 10,8 Prozent gekürzt werden, in der Juni-Umfrage war nur von minus 9,4 Prozent die Rede. Dies sei "schockierend", sagte Kyohei Morita von Barclays Capital. "Es zeigt an, dass sich das Wirtschaftsklima verbessert, aber die Firmen, vor allem große, weiterhin nur sehr vorsichtig Geschäftsentscheidungen treffen." Investitionen sind eine traditionelle Triebkraft für die japanische Wirtschaft. In der schwersten Wirtschaftskrise seit Ende des zweiten Weltkriegs haben die Unternehmen ihre Ausgaben aber deutlich gekürzt.

Zinsen nahe Null

Immerhin berichten die Unternehmen über einen besseren Zugang zu Krediten und anderem Fremdkapital. Vor allem die Finanzierungsbedingungen für die größeren Firmen hellten sich auf. Das könnte die Bank von Japan dazu bewegen, ihr Ankaufprogramm für Unternehmen langsam auslaufen zu lassen, sagte Junko Nishioka von RBS Securities. Allerdings dürften die Zinsen noch länger nahe Null bleiben, sagten andere Experten mit Verweis auf die Deflation in dem asiatischen Land. Im August sanken die Preise auf Jahressicht so stark wie nie, dabei spielt zunehmend die schwache Nachfrage auf dem Heimatmarkt eine Rolle. Die japanische Notenbank erwartet bisher sinkende Preise bis zum dem Geschäftsjahr, das im März 2011 endet. Sie dürfte diesen Zeitraum jedoch Ende Oktober um ein Jahr verlängern, wenn sie eine neue Prognose vorlegt.

Japans Wirtschaft hat sich im Frühjahr aus der Rezession gelöst. Die Unternehmen des Landes profitierten dabei auch von der Konjunkturbelebung in anderen asiatischen Staaten: So zog die chinesische Wirtschaft spürbar an. Der offizielle Einkaufsmanagerindex des Landes stieg im September zum siebten Mal in Folge an und lag mit 54,3 Punkten deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. (APA/Reuters)

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