Bewertungs-Site über Sexdienste soll verschwinden

1. Oktober 2009, 13:06
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Internetportal in Kalifornien registriert - Britische Frauenministerin fordert Schwarzenegger zum Handeln auf

London - Die britische Regierung hat den kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger aufgefordert, ein Internetportal zu schließen, auf dem Bewertungen für
Prostituierte abgegeben werden können.

Frauen wie Hotels bewertet

Auf der Seite können Preise und Leistungen von Prostituierten wie auf einschlägigen Restaurant-, Hotel- oder Reisebewertungsportalen bewertet werden, obwohl es sich dabei um eine Ausbeutung von Frauen handle, kritisierte Frauenministerin Harriet Harman am Rande der Jahreskonferenz der regierenden Labour Party in Brighton. Dies sei eine "sehr unheimliche Entwicklung".

"Es wird dem 'Terminator' sicher nicht schwer fallen, das Portal zu terminieren und das fordere ich von ihm", sagte Harman in Anspielung auf die bekannteste Filmrolle Schwarzeneggers als erbarmungsloser Tötungsmaschine. Die stellvertretende Labour-Chefin wies darauf hin, dass auf der Seite auch Prostituierte in London bewertet werden.

Verschärfung der Prostitutionsgesetze geplant

In Großbritannien ist Prostitution nicht strafbar, doch darf keine Werbung dafür gemacht werden. Die Labour-Regierung will künftig auch Freier bestrafen, wenn sie mit Prostituierten verkehren, die von einem Zuhälter kontrolliert werden. Damit soll Zwangsprostitution eingedämmt werden, deren Zunahme die britische Regierung  im Vorfeld der Olympischen Spiele in London im Jahr 2012 befürchtet. 

Webseiten zur Bewertung von SexarbeiterInnen sind auch in Europa und im deutschsprachigem Raum im Vormarsch. Darauf finden sich zum Teil rufschädigende und beleidigende Kommentare über SexarbeiterInnen. Als "frauenfeindlich" und "geschäftsschädigend" bezeichnete auch die deutschsprachige SexarbeiterInnen-Platform sexworker.at diese Entwicklung. (APA/Reuters/red)

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