Erste Bilanz des Spezialprojektes "Kultur-Transfair"

1. Oktober 2009, 12:58
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"Hinderungsgründe für kulturelle Partizipation" sollen abgebaut werden - Dafür arbeiten elf Kultur-Institutionen mit elf sozialen Einrichtungen zusammen

Wien - Mit dem Spezialprojekt "Kultur-Transfair" zeigten sich die MacherInnen der Projekte "Hunger auf Kunst und Kultur" und  KulturKontakt Austria zufrieden. Vor einem Jahr wurde die konzentrierte Zusammenarbeit von bestimmten kulturellen Institutionen mit ausgewählten sozialen Einrichtungen gestartet - seitdem konnten mit "maßgeschneiderten Vermittlungsangeboten (...) neben der finanziellen Barriere weitere Hinderungsgründe für kulturelle Partizipation erkannt und abgebaut werden", so Eva Kolm von KulturKontakt. Die vorläufigen Ergebnisse wurden am Donnerstag vorgestellt.

Gemeinsames Vermittlungsprogramm

Das Konzept war einfach: Je eine Kultur- und eine soziale Institution sollten ein gemeinsames Vermittlungsprogramm konzipieren und innerhalb eines Jahres umsetzen. Beteiligt haben sich an dem Projekt u.a. das Architekturzentrum Wien, das MUMOK und die Kunsthalle Wien, das Tanzquartier und die Sigmund Freud Privatstiftung. Gearbeitet wurde mit arbeitslosen Jugendlichen, Asylberechtigten, Flüchtlingen oder Menchen mit geistiger und/oder körperlicher Beeinträchtigung. Die Ergebnisse waren so vielfältig wie die Teilnehmer und reichten von der Umsetzung einer Ausstellung über die Begleitung einer Theatervorstellung und Perkussionsworkshops bis hin zur Eroberung von Räumen mit verschiedenen Kameras und Führungen.

Unentgeltlicher Zugang

"Elf soziokulturelle Tandems haben bewiesen, dass gezielte gemeinsame Arbeit Freude macht, Interesse für Kultur schafft, gegenseitiges Verständnis fördert und zu mehr Selbstbewusstsein beiträgt", sagte Monika Wagner, Geschäftsführerin von "Hunger auf Kunst und Kultur". Die Initiative ermöglicht seit mehr als fünf Jahren Menschen, die in prekären finanziellen Verhältnissen leben, einen unentgeltlichen Zugang zu Kunst und Kultur in mittlerweile 450 Institutionen in ganz Österreich. Derzeit gibt es 21.000 Kulturpassbesitzer, rund 400.000 Menschen sind in Österreich von Armut betroffen. (APA)

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